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La prueba

Um ihren kranken Bruder zu retten, muss eine Frau ihren Vater finden. Eine ungewöhnliche Reise beginnt ...

Um ihren kranken Bruder zu retten, muss eine Frau ihren Vater finden. Eine ungewöhnliche Reise beginnt ...

LA PRUEBA
Peru

Regie: Judith Vélez


- ab 0 Jahren

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23.11.2015
  • Dorothee Hermann

Der Film führt in eine Landschaft, um die John Ford sie beneidet hätte, sagt Judith Vélez. Sehr karg und wie ausgestorben wirkt das Hochland der Anden. In Wirklichkeit ist die Gegend um den Colca Canyon in Peru eine Touristenattraktion, so die Filmemacherin. Vélez hat aber keinen Western gedreht. Sie interessiert sich für emotionale Zwangslagen. „Die Landschaft ist dabei ebenso wichtig wie die Figuren. Sie teilt genauso etwas mit.“ Das hat sich die 43-Jährige von Antonioni, Wim Wenders und dem großen japanischen Regisseur Yasujiro Ozu abgeschaut.

Protagonistin Miranda (schön und beharrlich: Jimena Lindo) reist überstürzt nach Arequipa, eine hinreißende alte Stadt aus honigfarbenem Stein. Dort hat sich vor Jahren die Spur ihres Vaters verloren. Er ist der einzige, der als Knochenmarkspender für Mirandas todkranken Bruder infrage kommt. Sie muss „die härteste Landschaft der Welt“ durchqueren, um ihr Ziel zu erreichen. „Es ist eine Herausforderung, dort zu überleben.“ Ihr bleiben nur vier Tage Zeit.

Eher widerwillig akzeptiert Miranda den Ingenieur Saúl (Pietro Sibille) als zeitweiligen Verbündeten und Chauffeur. Er sieht in ihr eines dieser Mädchen aus Lima, die glauben, die Welt schulde ihnen etwas. Die sozialen Gegensätze zwischen der Hauptstadt Lima und den Küstenregionen einerseits und der indigenen Bevölkerung im Anden-Hochland andererseits haben sich erst seit den 60er Jahren so stark verschärft, berichtete Vélez. Damals setzte eine massive Landflucht vom Hochland zur Küste ein. Die ländlichen Gebiete wurden abgehängt. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren die Gewichte anders verteilt. Arequipa, Cusco, Trujillo und Lima seien vier unabhängige, vitale Städte gewesen, neugierig auf die Moderne. Über den Rio de la Plata kamen von Argentinien her Bücher und technische Neuerungen ins Land.

Vélez steht für eine Generation von Filmemachern in Peru, die durch ökonomische Krisen und das zeitweilige „Verschwinden des Kinos“ beinahe zum Verstummen gebracht wurden. Anfang der 90er Jahre verließ sie das Land für vier Jahre. „Die Regierung Fujimori hat die staatliche Filmförderung einfach eingestellt.“ In Los Angeles arbeitete sie in der Werbebranche, „für den lateinamerikanischen Markt“.
Inzwischen erhole sich das peruanische Kino langsam wieder. „Es gibt wieder einen Förderfonds der Regierung.“ Aber das reiche nicht aus: „Man muss sich an sehr viele Stellen wenden, um das Budget zusammenzubekommen.“ Vélez drehte zunächst Dokumentarfilme. Sie leitete eine prämierte Kultursendung im Fernsehen. „La prueba“ (Die Prüfung) ist ihr erster Spielfilm

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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