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Macbeth

Macbeth

Neuverfilmung des Shakespeare-Klassikers mit archaischen Landschafts-Bildern und Michael Fassbender in der Titelrolle.

Macbeth

01:31 min

GB 2015

Regie: Justin Kurzel
Mit: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jack Reynor

113 Min. - ab 12 Jahren

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11.11.2015
  • Dorothee Hermann

Am Anfang steht der Tod eines Kindes, am Ende rennt ein zutiefst verstörter Junge mit einem riesigen Schwert auf einen flammenerfüllten Horizont zu. Der „Macbeth“ des australischen Regisseurs Justin Kurzel („Snowtown“) führt in eine archaische Welt, in der Männer das Töten noch im Nahkampf erledigen.

Das gilt besonders für Macbeth (Michael Fassbender), der sich sich des blutigen Handwerks auch jenseits des Schlachtfeldes bedient, um den eigenen Aufstieg voranzubringen. Anders als bei Shake-speare folgt er damit weniger den finsteren Eingebungen von Lady Macbeth (Marion Cotillard): Gewalt als Prinzip des Handelns ist ihm zur zweiten Natur geworden.

Die Szenerie erinnert an die ersten Kriegsfotos aus dem 19. Jahrhundert: An Roger Fentons Aufnahmen von der Krim, auf denen ein ähnlich felsig-karges Tal zu sehen ist, menschenleer und ohne jede Vegetation. Nun wird es mit schlammspritzenden Actionszenen gefüllt und mit Splatter-Elementen dramatisiert.

Gedreht auf der Isle of Skye und in den schottischen Highlands, wird die Landschaft selbst zum Akteur. Die Kämpfer verlieren sich in einem vorweltlichen Nebel oder vor weiten Horizonten, vor denen die menschliche Gestalt schier verschwindet. Leider fehlt dieser visuellen Grandeur die entsprechende psychologische Komplexität.

Michael Fassbender ist als Heerführer und Haudegen überzeugender als in den Abgründen von Macbeths Psyche. Die Rolle scheint wie ein zu weiter Mantel, der ihm nicht wirklich passt. Vertrauter mit der Welt Shakespeares wirken Duncan (David Thewlis), Macduff (Sean Harris) und Banquo (Paddy Considine). Die Figur der Lady Macbeth nimmt der deutlich männerlastige Film zu sehr zurück – oder er scheut ihren irren Furor, der viel schwieriger ins Bild zu setzen und zu verkörpern ist als das hartleibige Aufeinanderprallen aufgerüsteter Soldatenkörper in der Schlacht.

Ungewöhnlich sind die offenbar zivilen Zeugen des Gemetzels: drei bleiche Frauen und ein Kind, mit ungeschminkten Gesichtern, von Narben gezeichnet wie die Männer. Sie stellen sich als die drei Hexen heraus. Besonders verstörend symbolisieren die Kinder die Last der Traumatisierung: außer dem Hexenmädchen ist das Banquos Sohn Fleance, ein kleiner Junge, der mitansehen muss, wie sein Vater ermordet wird.

Macbeth als Kriegsfilm – zu Lasten der seelischen Abgründe.

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11.11.2015, 19:16 Uhr

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