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Hilfsaktion

Mit dem Lift durchs ganze Haus

Einen ungewöhnlichen Adventskalender hatte sich Katja Schmid zum vorjährigen Weihnachtsfest für ihre Freundin Nina Klein-Wiele ausgedacht.

05.11.2018
  • Hans-Michael Greiß

Deren Sohn Nevio Kaufmann ist auf den Rollstuhl angewiesen und kann nun dank eines Treppenlifts im neugebauten Haus seiner Eltern selbst herumfahren.

Schmid, die selber gerade eine bedrohliche Situation überstanden hatte, erkannte die gewaltige Belastung der jungen Familie, das Kind ständig durch das Haus herumtragen zu müssen. Mit einem Treppenlift könne Nevio sich frei bewegen, doch die Kosten von 30 000 Euro erschienen wie ein unerfüllbarer Wunschtraum. Könnten nicht in der Adventszeit an jedem der 24 Tage spendenfreudige Mitmenschen einen Teil beitragen, stellte Schmid ihre Idee der SÜDWEST PRESSE vor, und die teilte sie mit all ihren Lesern. Der Empfinger Verein „Von Mensch zu Mensch“ bot auch gleich die Möglichkeit an, Spendenbescheinigungen auszustellen.

Zum Dank für die überwältigende Hilfe hatten Nevios Eltern am Samstag in ihr neu erbautes Haus eingeladen. Mit seinen wachen klugen Augen genoss Nevio, im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu stehen. Freundlich winkend begrüßte er alle Besucher, die kaum registrierten, dass dieser kleine fünfjährige kommunikatsionsfreudige Bub noch kein Sprachvermögen hat.

Den Nachbarmädchen führte er sogleich das technische Wunderwerk vor, die es natürlich selber ausprobieren wollten. Mit lautem „Hui“ ging es ins Untergeschoss, wo ein professionell eingerichteter Raum zu Therapien einlädt.

Die Konstruktion sei schon etwas herausfordernd gewesen, eine Rollstuhlplattform in ein relativ enges Treppenhaus einzupassen, erklärte Marcus Müller von der Albstädter Firma Müller-Treppenlifte, der das Einfamilienhaus barrierefrei gestaltet hat. Zu der technisch optimalen Umsetzung beriet er über Beihilfemöglichkeiten und schöpfte seinen Rabattrahmen völlig aus, um dem mehrfach behinderten Kind Bewegungsfreiheit zu schaffen.

Edgar Schwind nahm das gelungene Werk in Augenschein, eine solche Mitmenschlichkeit habe er nicht erwartet, zwischen fünf und 2500 Euro gingen auf dem Spendenkonto ein, ungenannt spendete jemand 1000 Euro. Er sei überzeugt, dass Nevios Eltern, Christian Kaufmann und Nina Klein-Wiele noch weitere Unterstützung benötigten, darum seien weitere Spenden für sie sinnvoll, doch sein Verein „Von Mensch zu Mensch“ leiste gezielte und wohlkontrollierte Hilfe „vor der Haustür“. In den bestehenden 15 Jahren ist die Mitgliederzahl von 26 auf 180 gewachsen, mit 40 bis 50 000 Euro jährlich habe er unverschuldete Not mit bisher 400 000 Euro gemildert.

In einem fröhlichen Familien- und Straßenfest ließen sich Nachbarn, Spender und Interessierte die Kuchen schmecken und feierten die beispielhafte Gemeinschaftsleistung.

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05.11.2018, 01:00 Uhr

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