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24.11.2015

Er singt von kleinen Flirts, von einer Reise nach Übersee, vom Rheuma. In der französischen Provinz steht der alternde Schlagersänger Alain Moreau (Gérard Depardieu) Abend für Abend im weißen Anzug und schillerndem Satinhemd auf Bühnen von Diskotheken, die Namen tragen wie „Musette“ und „Aquarius“. Diese kleine Welt, eingehüllt in das pinkfarbene Licht der Scheinwerfer, ist sein Zuhause. Seine Chansons bringen das Publikum zum Tanzen.

Die Welt von Marion (Cécile de France aus „L‘auberge espagnole“) sieht anders aus. Die junge Immobilienmaklerin wirkt kühl und distanziert, sie ist erst seit kurzer Zeit in der Stadt, lebt im Hotel. Alain findet schnell Gefallen an ihr. Sie ist so ganz anders als die Seniorinnen, die er mit einem Autogramm wunschlos glücklich machen kann. Er beauftragt sie, ihm ein neues Haus zu suchen. Dabei kommen die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere sich näher, aber doch nie so richtig an sich ran.

Eine klassische Lovestory ist „Chanson d’Amour“ nicht. Nachwuchs-Regisseur Xavier Giannoli verzichtet auf ein kitschiges Herantasten mit Happy End und bleibt mit ruhigen, manchmal zu ruhigen Bildern auf dem Boden der Wirklichkeit. Der einsamen Marion, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat, tut der souveräne Mann mit Herrenhandtasche und blonden Strähnchen einfach nur gut. Sie bringt dafür Abwechslung in sein Leben, das von Auftritten in Altersheimen und Tanztee-Nachmittagen mit Tombolas geprägt ist.

„Chanson d’Amour“ ist selbst wie ein altbekanntes Liebeslied: unverbindlich, unterhaltsam und wunderschön sentimental, gesungen von einem authentischen Depardieu, der seine Figur nie der Lächerlichkeit preisgibt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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