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Sommer 04

Auch aus den kleinen Gefühlswirren des Ferien-Alltags lässt sich großes Kino destillieren.

Auch aus den kleinen Gefühlswirren des Ferien-Alltags lässt sich großes Kino destillieren.

SOMMER 04
Deutschland

Regie: Stefan Krohmer
Mit: Martina Gedeck, Robert Seeliger, Peter Davor, Svea Lohde

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
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Der zweite Kinofilm des in Reutlingen aufgewachsenen Regisseurs Stefan Krohmer („Sie haben Knut“) war einer der wenigen deutschen, die zum Festival nach Cannes eingeladen wurden. Tatsächlich wirkt er auf den ersten Blick sehr französisch. Miriam und ihr Lebensgefährte André, beide um die 40, machen Urlaub an der Ostsee. Man residiert in einem luxuriösen Ferienhaus und hat zwei Segelboote im Hafen. Bald stoßen Miriams heftig pubertierender Sohn und dessen frühreife Freundin hinzu. Alles verläuft in gewohnt langweiligen Bahnen – bis Bill auftaucht, ein sympathischer und gut aussehender Amerikaner, der dem erst zwölfjährigen Mädchen den Hof macht und sich parallel von Mutter Miriam, die sich in ihrer abgenutzten Beziehung langweilt, anbaggern lässt.

Bis hierhin könnte der Film die deutsche Nachhut von Eric Rohmers „Pauline am Strand“ sein: eine intelligente Sommerferienkomödie, auf deren Basis einige nicht allzu ernste Konflikte rund um echte, eingebildete und verschmähte Liebe verhandelt werden. Doch Krohmer und sein Drehbuchautor Daniel Nocke schürfen tiefer – und das nicht erst, als eine heftige Windböe während eines Segelausflugs die Geschichte in Richtung Tragödie treibt. Auch ohne diese eher deutsche Wendung erweisen sich beiden Absolventen der Ludwigsburger Filmakademie als überaus scharfe Beobachter der Verhaltensmuster und Rollenspiele eines satten Bürgertums, das vom unvermittelten Aufwallen der Gefühle aus seiner beinahe zynischen Gleichgültigkeit geschreckt wird.

Im Mittelpunkt steht die von Martina Gedeck glänzend gespielte Miriam, die zwischen Restbeständen an Jugendlichkeit und ersten Anzeichen des Alterns als einzige den Mut zu Entscheidungen aufbringt. Aber auch die übrigen Figuren sind mit teils knappen Strichen, doch weit entfernt von hämischen Karikaturen, in ihren emotionalen Befindlichkeiten und Zwangslagen präzise gezeichnet – wobei die symbolkräftigen Bilder meist mehr Nachdruck entwickeln als die Worte. Dass trotz der Ernsthaftigkeit des Anliegens das leichte Sommerferienflair bis zum bitteren Ende nicht verfliegt, macht den Film zwar nicht zur Gänze französisch, aber zu einer angenehmen Ausnahmeerscheinung im deutschen Kino.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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29.12.2006

12:00 Uhr

Manfred Wolff schrieb:

Der schlechteste Film, den ich seit einem Jahr (wahrscheinlich seit länger) gesehen habe. Natürlich gibt es noch schlechtere, aber die sehe ich mir nicht an. Hab noch nie eine Beziehungskiste gesehen, wo so wenig Feingefühl war. Nach einer halben Stunde schaute ich auf die Uhr: wann geht es denn endlich zur Sache. O Gott, nie wieder.



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