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Tuyas Hochzeit

Ein Frauenschicksal in der mongolischen Steppe – lapidar und eindringlich zugleich.

Ein Frauenschicksal in der mongolischen Steppe – lapidar und eindringlich zugleich.

Tuyas Hochzeit

© null 02:00 min

TU YA DE HUN SHI
China

Regie: Wang Quan
Mit: Yu Nan, Bater, Baolier, Zhaya, Ben'ge

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Überraschend, aber nicht unverdient hat „Tuyas Hochzeit“ auf der diesjährigen Berlinale den Goldenen Bären gewonnen. Jetzt wird er vom Tübinger Arsenal-Verleih in die deutschen Kinos gebracht.

Die funkelnden Boomtowns Peking und Shanghai sind fern, und vom Wirtschaftwunder ist das mongolische Bauerndorf in der staubigen nordchinesischen Steppe kaum berührt. Hier wird noch nach rustikaler Art Schafzucht betrieben. Man lebt in Jurten und kommt vorwiegend auf dem Kamel vom Fleck. Ein Kleinlaster, wie ihn der nette Nachbar Sen‘ge besitzt, wäre für Tuya unerschwinglicher Luxus.

Seit ihr Mann ans Bett gefesselt ist, schmeißt die resolute junge Frau Haus und Hof fast im Alleingang, ohne deswegen an Schönheit, Charme und Liebreiz einzubüßen. Als es ihr aber selber in den Rücken fährt, scheint es nur einen Ausweg zu geben: ein neuer Gatte muss her, der fürderhin die Familie versorgt. Doch die teils von weither in großer Zahl eintrudelnden Bewerber scheitern überwiegend schon an der ersten Hürde: dass Tuya keinesfalls gewillt ist, ihren schwachen aber sanftmütigen Alt-Ehemann, von dem sie bereits geschieden ist, im Stich zu lassen.

Auf den ersten Blick ein unscheinbares Bauerndrama, entpuppt sich der Film des chinesischen Regisseurs Wang Quan‘an nach und nach als verblüffend vielschichtiges Werk. Ohne erzählerisch die Balance zu verlieren, verknüpft es dokumentarisch genaue Blicke auf die extrem schwierigen Lebensbedingungen im ländlichen China, wo ungehemmte Umweltzerstörung die Steppe allmählich zur Wüste macht, mit der burlesk angehauchten Geschichte von der Suche nach einem angemessenen Bräutigam. Vor allem aber ist der Film das Loblied auf eine Frau, die unter widrigen sozialen Umständen und gegen die Machtansprüche der Männer standhaft ihre Unabhängigkeit behauptet.

Neben der Hauptdarstellerin Yu Nan, dem einzigen Profi im Laienensemble, ragen die Bilder des aus Stuttgart stammenden, früher auch in Tübingen aktiven Kameramanns Lutz Reitemeier heraus, der die herbe Schönheit der Landschaft mit der ganz und gar nicht idyllischen Art ihrer Bewirtschaftung virtous verschmilzt. So sollten am Ende sowohl die Fans schwelgerischer Ethno-Folklore als auch karg authentischer Reportagen zufrieden sein. Am meisten aber die Anhänger filigraner Filmkunst – auch wenn sie sich bei diesem kleinen großen Film erst bei genauem Hinsehen erschließt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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06.10.2007

12:00 Uhr

Plice schrieb:

Mir tun die Kamele leid,müssen alles mitmachen.Menschen sind grausam.
Bitte denkt mal drüber nach und verhaltet euch dem entsprechend.



18.09.2007

12:00 Uhr

Marek Wojciechowski schrieb:

Der Besuch des Kinos lohnt sich auf jeden Fall.



31.08.2007

12:00 Uhr

anita schrieb:

ein super action highligt. sollte nur mehr romance enthalten. dann wäre dieser film sehr genial



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