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23.11.2015

Die gute Nachricht: Dass der Professor mit der Peitsche seit seinem letzten Einsatz fast 20 Lebensjahre zugelegt hat, merkt man nur an ein paar Witzchen übers Altern. Ansonsten rackert und rauft sich der 66-jährige Harrison Ford (oder seine Stuntmen) wie ein Jungspund durch sein viertes Kinoabenteuer als Indiana Jones.

Verändert hat sich allerdings die weltpolitische Lage: Ging es früher meistens gegen Nazis, herrscht inzwischen Kalter Krieg. Sinistre Sowjetrussen wie aus Altväters Propaganda-Bilderbuch (wobei Cate Blanchett als eiserne Stalin-Lady mit Sexappeal schon ein grandioser Hingucker ist) wollen sich zwecks Weltbeherrschung eine von Aliens à la Däniken hinterlassene Wunderwaffe unter den Nagel reißen. Erst im Alleingang, später mit immer mehr familiärer und akademischer Verwandtschaft im Schlepptau durchkreuzt Indy den Plan an diversen Örtlichkeiten zwischen Nord- und Südamerika.

Das wär?s auch schon an Handlung. Der Rest ist eine Hetzjagd von Höhepunkt zu Höhepunkt, die Steven Spielberg (Regie) und George Lucas (Produzent) der vermeintlich ausgehungerten Fangemeinde schuldig zu sein glaubten. Ohne erkennbares Konstruktionsprinzip schleudert der Film zwischen prächtig am Computer herausgeputzten Exotik-Schauplätzen (Inka-Tempel, Wasserfälle) und Showdown-würdigen Action-Turbulenzen (Treibsand, Killerameisen) hin und her. Ein Weilchen wird man von diesem überkandidelten Schauwert-Spektakel ganz ordentlich unterhalten, doch irgendwann bleibt nicht mehr verborgen, dass das wichtigste eines Abenteuerfilms, der Spannungsbogen, dabei auf der Strecke bleibt. Grob gesagt: es wird von Minute zu Minute langweiliger.

Ein bisschen entschädigen dafür die eingestreuten Reminiszenzen an den Indy-Mythos und den Fifties-Zeitgeist, doch auf Dauer macht Nostalgie nicht satt. Eine mentale Entwicklung, wie sie bei Bruce Willis und Sylvester Stallone in ihren späten Action-Comebacks zutage trat, hat man Professor Jones bis auf ein paar Äußerlich keiten nicht zugestanden. Durchaus zu seinem Nachteil: Manche Sprüche, die in den Achtzigern verdammt cool gewesen sein mögen, wirken heute ganz schön altbacken.

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Erstellt:
23. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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