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Sechs Nationen in einem Haus

45 Flüchtlinge seit Mittwoch in der Kernstadt / „Schützen“ und Wohnungen bezogen

Alle Hände voll zu tun hatten die Helfer des Arbeitskreises Flucht und Asyl am gestrigen Mittwoch: 45 Flüchtlinge wurden mit einem Bus aus den Landeserstaufnahmestellen in Karlsruhe und Meßstetten nach Sulz gebracht. Die Hälfte davon kommt aus Syrien, weitere stammen aus dem Iran, aus Nigeria, Gambia, Tibet und Georgien. Die Männer, Frauen und ein gutes Dutzend Kinder sind im ehemaligen „Schützen“ und in zwei Wohnungen in der Bergstraße untergebracht.

14.04.2016
  • cristina priotto

Sulz. Ein sechsköpfiges Betreuungsteam erwartete die neun Familien und elf Einzelpersonen am Mittwochvormittag bereits im Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss des früheren Gasthauses „Schützen“ mit Getränken und Gebäck.

Der Bus mit 23 Syrern, vier Iranern, acht Nigerianern, fünf Gambiern, zwei Tibetern und drei Georgiern traf gegen 13 Uhr im Zentrum ein. Die Männer, Frauen und Kinder wirkten beim Aussteigen nach der Fahrt aus Karlsruhe und Meßstetten erschöpft, aber erleichtert, von den Massenunterkünften in Wohnungen zu kommen.

Die Kinder der neun Familien inspizierten die Räume im einstigen „Schützen“ sofort interessiert. Zur Begrüßung waren Martin Sackmann und Sabrina Glöckler von der Stadtverwaltung, Urs Thiel, Uwe Honeck und Roswitha Götz vom Arbeitskreis Flucht und Asyl sowie der evangelische Dekan Ulrich Vallon vor Ort.

Herbert Schneider vom Landratsamt Rottweil hatte den Ankömmlingen zwar gleich nach der Ankunft das erste Taschengeld ausbezahlt, die Ausstattung war gestern jedoch noch nicht komplett: Einige der Spülen und Backöfen in den Zimmern mussten noch angeschlossen werden, außer Betten fehlten Möbel, und Putzzeug mussten die Helfer ebenfalls erst noch beschaffen.

„Es ist sehr einfach eingerichtet“, stellte Sackmann nachmittags bei einem Rundgang durch die acht Wohneinheiten, verteilt auf drei Etagen, fest. Thiel bedauerte, dass die Mitglieder des Arbeitskreises den „Schützen“ erst am Mittwoch betreten durften, und auch Martin Sackmann meinte: „Es wäre schön gewesen, wenn man vorher etwas hätte richten können“.

Im Erdgeschoss befinden sich zwei Waschmaschinen und zwei Duschen. Traude Mangold wird aus Spenden Tische, Stühle und Vorhänge zur Verfügung stellen und den 45 Neuankömmlingen den Kleiderladen zeigen. Für eine Erstausstattung mit Lebensmitteln hatten die Mitarbeiterinnen der Sulzer Tafel gesorgt. Einige der Flüchtlinge gingen gestern zusätzlich in nahegelegenen Supermärkten einkaufen.

Während das Empfangskomitee sich auf Englisch um Verständigung mit den Menschen aus sechs Nationen bemühte, bezogen diese die aufgestellten Betten.

Außer im früheren „Schützen“ wurden zehn weitere Flüchtlinge in zwei Wohnungen in der Bergstraße einquartiert: Fünf einzelstehende Gambier und eine fünfköpfige Familie aus Nigeria richteten sich gestern dort mit ihren Habseligkeiten ein. Das jüngste der drei Kinder, ein Säugling, wurde auf der Flucht aus Afrika geboren. „Wir sind da, um Euch zu helfen“, betonte Martin Sackmann beim Besuch in der zweiten Kernstadt-Unterkunft. Während die fünf Männer in der Küche etwas kochten, fragte der nigerianische Familienvater Sackmann und Glöckler auf Englisch nach einer Schule für die Kinder und der Möglichkeit, Deutsch zu lernen. Diesbezüglich konnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gut Auskunft geben. Für eine nigerianische Community ist Sulz mit knapp 12500 Einwohnern dann aber doch zu klein, musste der Mann enttäuscht hören.

Der Arbeitskreis wird sich darum kümmern, den 45 Menschen das Einleben in Sulz zu erleichtern.

Siehe auch den Artikel über die Sitzung des Arbeitskreises Flucht und Asyl auf dieser Seite.

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14.04.2016, 01:00 Uhr

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