Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
1 von 27
Rettungsweisen

Alle gerettet und versorgt

Hand in Hand arbeiteten die Starzacher Feuerwehrabteilungen mit den DRK-Einsatzkräften bei ihrer gemeinsamen Jahreshauptübung am Samstag in Börstingen zusammen.

16.04.2018
  • Klaus Stifel

Wie am Schnürchen klappte die Übung der fünf Feuerwehrabteilungen Börstingen, Sulzau, Felldorf, Bierlingen und Wachendorf auf dem Gelände der Rehabilitationseinrichtung im Börstinger Schloss. Knifflige Aufgaben hatten die 40 Feuerwehrleute und zehn Einsatzkräfte von den DRK-Ortsverbänden Starzach und Ergenzingen zu lösen. Zur angenommenen Brandbekämpfung eines Nebengebäudes kam noch ein simulierter Verkehrsunfall dazu. Viele Zuschauer interessiertes sich für das Spektakel. Der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Stefan Speiser schilderte über einen Lautsprecher detailliert den Verlauf der Übung.

Um 15 Uhr löste die Rettungsleitstelle in Tübingen über die Funkmeldeempfänger der Feuerwehrleute Alarm aus. Nicht lange dauerte es, bis sich das erste Feuerwehrfahrzeug im großen Hof der Rehaeinrichtung mit 35 Patienten postiert hatte.

Börstingens Abteilungskommandant Thorsten Herrmann erkundete als Gesamteinsatzleiter die Lage und gab die ersten Anweisungen. Weil das Feuerwehrfahrzeug aus Bierlingen einen 1000-Liter-Wassertank hat, erfolgte darüber der Erstangriff, bis die komplette Wasserversorgung stand. Die Schläuche waren rasch verlegt. Aus dem Teich im Garten des Schlosses entnahm die Abteilung Wachendorf das Löschwasser. Eine Tragkraftspritzenpumpe beförderte es von der Saugstelle zum weiteren Druckaufbau und zur Verteilung in ein Löschfahrzeug.

Verletzte in allen Etagen

Parallel dazu öffneten Feuerwehrleute aus Bierlingen den Deckel des Unterflurhydranten und schlossen ein Standrohr zur weiteren Wasserversorgung in den Hof an. Bierlinger Atemschutzträger nahmen den Innenangriff im Nebengebäude vor und stellten Sicherungstrupps bereit. Den dichten Rauch im ganzen Gebäude erzeugte ein Nebelgerät.

Weil sich im Gebäude eine Werkstatt, Sauna und mehrere Zimmer befinden, verlief die Suche nach eingeschlossenen Menschen schwierig. Hauptsächlich Mitglieder der Jugendfeuerwehr spielten die Verletzten und versteckten sich in allen Etagen. Über eine Schiebeleiter wurden sie aus einem Fenster heraus in Sicherheit gebracht. Ersthelfer der Rot Kreuz-Ortverbände Starzach und Ergenzingen mit Gruppenführerin Katrin Thielmann richteten eine Verletztensammelstelle ein und nahmen die Erstversorgung vor. Die DRK-Helfer versorgten Frakturen, Wunden, Rauchvergiftungen, legten Halskrausen an und bereiteten die Verletzten für den Abtransport ins Krankenhaus vor. Währenddessen bildeten zwei Mann von der Felldorfer Feuerwehr eine Riegelstellung, um ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern.

Ein weiterer Teil der Hauptübung war die technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten verletzten Personen. Ein Auto sei über die hohe Mauer gefahren und in den Hof hinuntergestürzt, hieß es. „Ein solches Szenario, ein Brand und gleichzeitig an derselben Stelle auch noch ein Autounfall, das wäre ein Zufall“, sagte Speiser durchs Mikrofon. An einem schrottreifen Opel Astra übten Börstingen und Sulzau den Einsatz der Rettungsschere und des Spreizers. Die Einsatzkräfte verrichteten Schwerstarbeit. Zunächst schlugen sie die Fensterscheiben ein und ermöglichen so den anderen Rettungskräften den Einstieg in das Fahrzeug zur Versorgung und Betreuung der Insassen über das Heck. Die Hydraulikschere trennte die Türen ab. Dem bewusstlosen und blutenden Fahrer legten die DRK-Helfer eine Infusion an und brachten ihn in den bereitgestellten Rettungswagen.

Gesamtwehrkommandant Simon Widemann zeigte sich mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. Auch Kreisbrandmeister Marco Buess hatte die Übung kritisch beobachtet. Alles habe gut funktioniert, die Verletzten seien schonend gerettet worden. Nur die Schiebeleiter zur Menschenrettung hätte etwas flacher angelehnt sein sollen. „Ansonsten war alles tadellos“, lobte Buess.

Kommandant wiedergewählt

Im Anschluss hielt die Gesamtwehr Starzach ihre Hauptversammlung in der Börstinger Festhalle ab. Von Ende April letzten Jahres an habe es bis zum Samstag 17 Einsätze gegeben, sagte Simon Widemann. Brandeinsätze gab es nicht, dafür aber gleich elf Unwettereinsätze, fünf technische Hilfeleistungen und einen Fehlalarm. Mit 115 Aktiven (darunter vier Frauen) sieht Widemann die fünf Starzacher Feuerwehrabteilungen „gut aufgestellt“. „Das ist ein sehr guter Schnitt“, sagte er. Die Jugendfeuerwehr hat elf, die Altersabteilung zwölf Mitglieder.

Kreisbrandmeister Buess verlieh Michael Heinzmann (Sulzau) und Frank Fischer (Börstingen) für 25-jährige Pflichttreue das Landesfeuerwehr-Ehrenzeichnen in Silber. Nachträgliche Gratulationen gingen an Hubert Kienzle (Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber), Fabian Weimer (Landes-Ehrennadel Jugendfeuerwehr), Günther Noll (Landesfeuerwehr-Ehrenzeichen für 40 Jahre in Gold), Holger Kahnt (Ernennung zum Ehrenmitglied), Martin Zürn (Ernennung zum Ehrenkommandanten) und an Waldemar Thielmann (Verabschiedung als Abteilungskommandant der Abteilung Bierlingen).

In geheimer Wahl wurde Widemann mit 77 Stimmen und zwei Enthaltungen in seinem Amt als Gesamtwehrkommandant bestätigt. Sein Stellvertreter Fabian Weimer wurde mit 68 Stimmen wiedergewählt; auf Alexander Jüstel entfielen zehn Stimmen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.04.2018, 01:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball