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AMERICAN GANGSTER
USA

Regie: Ridley Scott
Mit: Denzel Washington, Russell Crowe, Josh Brolin, Chiwetel Ejiofor

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015

Von che

Im Jahr, als Martin Luther King ermordet wurde, hat Frank Lucas (Denzel Washingtion) einen Traum. Der Afroamerikaner aus Harlem möchte ohne Bevormundung ein Gewerbe aufziehen. Geschäftszweck: Handel mit Heroin, das sich gerade zum Massenkonsumgut entwickelt. Lucas (und ein paar andere) agieren dabei so erfolgreich, dass US-Präsident Richard Nixon im Jahr darauf, 1969, die Drogen zum Staatsfeind Nummer eins erklärt.

Zu dessen Bekämpfung im Raum New York wird der Polizist Richie Roberts (Russell Crowe) mit der Bildung einer Einsatzgruppe beauftragt. Seine Befähigung: Er gilt als ehrliche Haut in einem durch und durch korrupten Polizeiapparat. Zwar ist Roberts mehr schmuddeliger Underdog als strahlender Held, doch immerhin so fleißig und zäh, dass die Schlinge um Lucas? Hals im Lauf der Jahre immer enger wird. Dass nebenbei seine Ehe in die Brüche geht, nimmt der Vollblut-Ermittler achselzuckend hin.

Wer von Ridley Scotts Doppelporträt zweier historischer Figuren der amerikanischen Kriminalgeschichte das übliche Katz-und-Maus-Spiel zwischen Cop und Gangster erwartet, wird enttäuscht werden. Klassische Krimispannung gibt es allenfalls im hinteren Drittel. Der große Rest ist ein ziemlich verästeltes „Lehrstück der politischen Ökonomie? (Georg Seeßlen) anhand zweier zeittypischer Charaktere, die psychologisch noch nicht einmal besonders vertieft werden.

Im Minutentakt führt Scott Einzelphänomene vor, die nach und nach ein zusammenhängendes Geflecht ergeben: Der Vietnamkrieg als Basis für Lucas? Heroinbeschaffung und zugleich als wichtigste Ursache der massenhaften Nachfrage nach Drogen. Die Verluderung der Staatsmacht vom Präsidenten bis hinunter zum Streifenpolizisten. Der einsetzene Umbruch im organisierten Verbrechen von mafiös-patriarchalen Strukturen hin zu kühlem kapitalistischem Kalkül (Luacs vereint beide Seiten). Die stecken gebliebene Gleichberechtigung der Afroamerikaner, die in Aufstiegsträume durch die kriminelle Hintetür mündet. Eine der Schlüsselszenen zeigt, wie Lucas seine bäuerlich arme Südstaatenfamilie voller Stolz in einem prächtigen Herrenhaus unterbringt.

Ein weniger stilsicherer Regisseur als Scott könnte sich mit so etwas leicht verzetteln. Der Macher von „Blade Runner? und „Black Hawk Down? legt indes eine bildnerische Gestaltungskraft an den Tag, dass man fast jede Einstellung vor Freude zum Stillstand bringen möchte. Die Assoziationsräume öffnende Montage, das präzise, manchmal beinahe skrupulös gezügelte Spiel der beiden Hauptdarsteller und die erfreulich klischeefreie Popsong-Kollektion als Katalysator der Zeitstimmung machen „American Gangster? vollends zu einem heißen Klassiker-Kandidaten.

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Erstellt:
23. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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Stan 09.01.200812:00 Uhr

Das Geld für die Kinokarte ist gut investiert, allerdings wird dieser Film keine Filmgeschichte schreiben. Ich denke auch, dass Denzel Washington nicht die Idealbesetzung ist.

Holger 07.01.200812:00 Uhr

Eins vorweg: "American Gangster" ist passable Unterhaltung und ein ausgesprochen gut fotografierter Film. Wirklich überzeugt indes hat er mich nicht. Was vor allem an zwei Dingen liegt: Denzel Washington nimmt man den Gangster nicht ab. Er verleiht der Rolle des Frank Lucas keinen Tiefgang, spielt ihn oberflächlich, beinahe naiv. Das schmerzt umso mehr, als dass es in diesem Genre viel zu viele hervorragende Filme gibt - man denke an "Der Pate", "Es war einmal in Amerika", "Casino". Filme, die eben nicht nur von einer guten Geschichte und dem Plot, einer ausgezeichneten Kamera-Führung und Spannung leben, sondern von überaus tiefgründiger Darstellung der Charaktere. Letzteres kommt in Ridley Scotts Neuling viel zu kurz. Der zweite Punkt, der mir neben der meiner Meinung nach schlechten Leistung insbesondere Denzel Washingtons missfällt: Die Geschichte um Lucas und Polizist Richie Roberts wird zu glatt erzählt. Es gibt kaum Nebenhandlungen, kaum Überraschungen, die Biografie Frank Lucas' kommt viel zu kurz. Und noch verhängnisvoller: DAS Thema des Films schlechthin, nämlich ein durch und durch korrupter Sicherheitsapparat, findet nur am Rande statt. Insgesamt kann ich der Aussage Klaus-Peter Eicheles nicht zustimmen: Scott zeigt sich zwar tatsächlich stilsicher, verzettelt sich aber dennoch.

Chris 29.12.200712:00 Uhr

Top Film,Denzel is klasse!
Peace to everyone...

riddam 18.12.200712:00 Uhr

Denzel nehme ich den knallharten Gangster einfach nicht ab - ansonsten gut gemacht

micha 13.12.200712:00 Uhr

sauber

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