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Leichtathletik

Auch Harting fährt nach Doha

Bei der Weltmeisterschaft in Katar gehen 71 deutsche Athleten an den Start. Zu den großen Medaillenhoffnungen zählt Weitspringerin Malaika Mihambo.

17.09.2019

Von DPA

Diskuswerfer Christoph Harting. Foto: Jens Büttner/dpa

Trotz seines umstrittenen Verhaltens ist Diskus-Olympiasieger Christoph Harting für die Weltmeisterschaften vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar nominiert worden. Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband am Montag bekanntgab, gehört der 29-jährige Berliner zu den 71 Startern bei der Wüsten-WM. Der DLV hatte bereits Anfang August ein Teilaufgebot von 46 Athleten für das WM-Aufgebot ausgewählt, bei dem Harting nicht berücksichtig wurde.

Harting war trotz Normerfüllung außen vor gelassen worden, weil er sich Anfang August despektierlich über den DLV und Konkurrenten äußerte. So hatte er die deutschen Meisterschaften als „letzten Erpressungsversuch der deutschen Leichtathletik“ bezeichnet, es gebe „wenig Unbedeutenderes“ als den Meistertitel. Zudem signalisierte Harting, einen WM-Start („Einen Tag vorher anreisen, zwei Tage Wettkampf und am nächsten Tag auf Wiedersehen“) nicht besonders zu schätzen. In einem Gespräch mit DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska soll er sich jedoch einsichtig gezeigt haben. „Wir werden in Doha ein gut vorbereitetes deutsches Team sehen“, sagte DLV-Cheftrainer Alexander Stolpe. Große Hoffnungen setzt der Verband vor allem auf Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die mit einer Serie von Sieben-Meter-Sprüngen als Nummer eins der Weltrangliste eine Goldmedaillenanwärterin bei der WM ist.

Auf einen weiteren großen Wurf hoffen auch die vier Speerwerfer um Titelverteidiger Johannes Vetter (Offenburg) und Olympiasieger Thomas Röhler (Jena). Chancen auf Edelmetall haben zudem die Mehrkämpfer Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) und Niklas Kaul (Mainz) sowie die WM-Zweite Carolin Schäfer (Frankfurt). Zu den Hoffnungsträgern zählt auch Vorzeigeläuferin Konstanze Klosterhalfen, die zuletzt mit einer Serie von drei deutschen Freiluft-Rekorden und mit den dabei gelaufenen Zeiten in die Weltklasse aufgestiegen ist. Die 22-jährige Leverkusenerin wird über 5000 Meter antreten. Bei Weltmeisterschaften konnte bisher nur eine deutsche Langstreckläuferin den Titel gewinnen: Birgit Friedmann (Königstein im Taunus) 1980 über 3000 Meter. Bei der WM 2017 in London holten die DLV-Asse eine Gold- sowie je zwei Silber- und Bronzemedaillen.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat allerdings auch eine Reihe von Ausfällen prominenter beziehungsweise verletzter Athleten zu beklagen. So sagten der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) sowie die EM-Zweite und -Dritte Pamela Dutkiewicz (Hürdensprint) und Marie-Laurence Jungfleisch (Hochsprung) für die WM ab. Passen mussten auch der Weltklasse-Hürdensprinter Gregor Traber vom LAV Stadtwerke Tübingen, der Ulmer Zehnkämper Arthur Abele und die beiden Dreispringer Max Heß, Europameister von 2016, und Kristin Gierisch. Für Topathleten wie Storl gilt es, ein gesundheitliches Risiko auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu vermeiden.

Eine besondere Herausforderung wird für die deutschen Athleten in Katar die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit werden. Dies betrifft vor allem die Ausdauerathleten, deren Marathon- und Geher-Wettkämpfe erst gegen Mitternacht gestartet werden. Das Khalifa-Stadion wird hingegen klimatisiert sein. „Viele der Erfahrungen werden extrem wertvoll sein für die Olympischen Spiele 2020, die in Tokio unter ähnlichen Bedingungen stattfinden werde“, sagte DLV-Generaldirektor Gonschinska. dpa

Langstreckenläuferin Alina Reh Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Weitspringerin Malaika Mihambo. Foto: Dirk Waem//dpa

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Erstellt:
17. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 06:00 Uhr

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