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Auf dem Weg zum Oldtimer

12.03.2018

Oldtimer erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ein Blick auf die ADAC-Statistik zeigt: 343.958 Fahrzeuge hatten am 1. Januar 2016 das Oldtimer ausweisende H-Kennzeichen. Doch das ist nur die Spitze einer rasanten Steilkurve nach oben: 2015 waren es 310.694 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen. 2014 waren es 279.250 Fahrzeuge. 2013 waren es 254.053 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen. 2012 waren es 231.064 Fahrzeuge und im Jahr 2011 waren es gerade einmal 208.319 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen. So lässt sich auch aussagen, dass die Zahl der mit H-Kennzeichen ausgerüsteten Oldtimer von 2011 bis 2016 um 65 Prozent gestiegen ist.

Das H-Kennzeichen

Auf dem Weg zum Oldtimer
Dieses Modell trägt die meisten H-Kennzeichen. Die Rede ist vom VW Käfer. Bild: pixabay.com © bernswaelz (CC0 Public Domain)

Das H-Kennzeichen ist nicht einfach nur ein Zeichen für die Jahre eines Autos. Das H-Kennzeichen hat zu einem Umdenken geführt, das vor allem darin gipfelt, dass sich Privatpersonen um den Erhalt historischer Fahrzeuge kümmern. Als „technisches Kulturgut“ wird das H-Kennzeichen manchmal sogar bezeichnet. Das H-Kennzeichen bekommt nicht jeder. Der TÜV-Süd dokumentiert im Anforderungskatalog für die Begutachtung von Oldtimern, welche Voraussetzungen ein Fahrzeug mitbringen muss, um das H-Kennzeichen zu erhalten. Wichtige Indizien sind beispielsweise dies:

- Alter und Zustand. Das Fahrzeug muss vor mindestens 30 Jahren zum ersten Mal zugelassen worden sein. Ausschlaggebend ist allerdings nicht nur das Alter in Jahren, sondern auch der Zustand des Fahrzeugs.

- Verkehrstüchtigkeit. Das Fahrzeug muss verkehrstüchtig sein. Was das genau bedeutet, ist in der StVZO dokumentiert. Dem Alter angemessene, leichte Gebrauchsspuren sind akzeptabel.

- Bauteile. Es dürfen keine Bauteile fehlen, auch Unfallreparaturen sowie deutliche Anzeichen einer unsachgemäßen Instandsetzung sind ein K.O.-Kriterium. Sind die Bauteile im Originalzustand?

Klappt es mit der Einstufung des Fahrzeugs als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“, gilt es, das begehrte H-Kennzeichen zu beantragen. Dafür sind die Fahrzeugpapiere, das Oldtimer-Gutachten, die Hauptuntersuchung, das amtliche Kennzeichen, die Versicherungspolice, das SEPA-Mandat für die Einziehung der Steuer und der Personalausweis des Halters nötig.

Welche Oldtimer fahren am häufigsten über die Straße?

Auf dem Weg zum Oldtimer
Mit dem Mercedes-Stern fahren die meisten Oldtimer über die Straßen. Bild: pixabay.com © emkanicepic (CC0 Public Domain)
Auf dem Weg zum Oldtimer
Doch auch dieses Modell von Porsche ist vielen Oldtimerfans ein Begriff. Bild: pixabay.com © adonyig (CC0 Public Domain)

Eine Aufstellung des Kraftfahrt-Bundesamtes nennt einen eindeutigen Gewinner: Der VW Käfer liegt ungeschlagen auf Rang 1 der häufigsten Auto-Modelle mit H-Kennzeichen. Im Jahr 2015 gab es 32.750 dieses Volkswagen-Modells. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es 30.676. Der Spitzenreiter mit Blick auf die Marke, die am häufigsten im Ranking zu finden ist, sind Fahrzeuge der Marke Mercedes, wie diese Tabelle zeigt:

Auf dem Weg zum Oldtimer

Noch bekannter dürfte der Porsche 911/912 sein, von dem im Jahr 2015 10.498 Fahrzeuge das H-Kennzeichen trugen (2014: 8.967). Im Porsche 924/944 fuhren 2015 nur 3.162 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen (2014: 2.005).

Darauf ist beim Kauf eines Oldtimers zu achten

Wer sich ganz gezielt nach einem Oldtimer umsieht, tut dies aus ganz unterschiedlicher Motivation heraus. Die Liebe zu Fahrzeugen ist die emotionale Komponente. Die Idee, einen Oldtimer als Wertanlage zu erwerben, ist ein ganz anderer Ansatz. Classic Trader ist die wohl bekannteste Adresse, um einen Oldtimer zu kaufen. Der Vorteil hier: Gesucht werden kann mit Blick aufs Budget sowie nach Fahrzeug-Kategorie. Stehen Budget und/oder Modell-Variante fest, sollten diese Tipps helfen, beim Oldtimer-Kauf keinen Reinfall zu erleben:

- Der Preis. Es stimmt: Oldtimer sind teuer. Wie teuer sie jedoch sind, das lässt sich beim Oldie auf vier Rädern längst nicht zu einfach berechnen wie bei einem regulären Gebrauchtfahrzeug. Tipp: Gut Oldie will Weile haben. Deswegen ist es sinnvoll, das Angebot und vor allem auch die Preise, die dabei stehen über einen längeren Zeitraum hinaus zu beobachten. Meist liegt ein vernünftiger Preis zwischen dem Preis für „Ausschlacht-Modelle“ und dem Wagen, der tip-top in Schuss ist. Vorsicht ist auch bei absoluten Schleuderpreisen geboten. Dahinter versteckt sich meist kein seriöser Anbieter. Auch Vorauszahlungen sollten vermieden werden.

- Der Rost. Jedes Fahrzeug entwickelt früher oder später einen Rostansatz. Bei der Spezialität Oldtimer kommen noch markenspezifische Zusatzprobleme dazu. Wer genau weiß, welches Modell es werden soll, sollte sich nach diesen „typischen Wehwechen“ erkundigen. Autoforen oder Automobilclubs sind hierfür die richtige Adresse. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass das Fahrzeug Oldtimer-tauglich ist, das heißt: Es sollte so viel Originalmaterial im Fahrzeug stecken, dass es im besten Fall ein H-Kennzeichen erhält.

- Die Ersatzteile. Wie bei jeder anderen Anschaffung auch, ist es sinnvoll, vor dem Kauf zu prüfen, wie gut es um vielleicht benötigte Ersatzteile bestellt ist. Dabei muss gar keine große Reparatur anstehen. Allein schon ein Satz neuer Reifen könnte zur teuren Angelegenheit werden – oder gar im Nichts verlaufen, falls gar keine Ersatzteile mehr aufzutreiben sind.

- Der Tacho. Die größte Gefahr beim Gebrauchtwagenkauf ist ein manipulierter Tacho, der schmächtige 30.000 Kilometer anstatt 130.000 oder gar 230.000 Kilometer anzeigt. Beim Oldtimer-Kauf gibt’s dasselbe Betrugsszenario. Also: Achtung! Der Kilometerstand sollte zur Optik des Fahrzeugs passen.

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12.03.2018, 10:27 Uhr

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