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„Wo ist bitte Göttingen?“

AufeineStadionwurstmit…“:Ex-Fußballprofi Horst Hayer aus Cresbach

Zweimal wäre der Cresbacher Horst Hayer fast bei einem Fußball-Bundesligisten gelandet. Doch in beiden Fällen kam immer etwas dazwischen, sodass der heute 62-Jährige weder das Trikot des 1. FC Köln noch das des VfB Stuttgart überstreifte. Trotzdem ist der ehemalige Stürmer mit seinem Erreichten zufrieden. Insgesamt bestritt er 203 Spiele in der 2. Bundesliga – die meisten davon für die Stuttgarter Kickers (79).

23.01.2016
  • Sascha Eggebrecht

Mehr ging nicht. Auch einige Jahrzehnte nach seiner Fußball-Karriere ist sich Horst Hayer in einem sicher: „Ich habe aus meinen Möglichkeiten das beste rausgeholt“, sagt er. Er könne sich noch sehr gut an die schlechten Bedingungen erinnern, die er beim VfB Cresbach gegenüber den Kickern vom VfB Stuttgart hatte. „Ich musste in der A-Jugend mit 13-Jährigen zusammenspielen, weil wir sonst keine Mannschaft zusammengekriegt hätten“, sagt er. Zudem hatte er in seinem Heimatverein kaum Mitspieler, mit denen er trainieren konnte. „Daher habe ich mit der Hallenwand immer Doppelpässe geübt!“

Auch die Zeit am Pendelball hat er nicht vergessen. „Ich war ein Kämpfer. Ich habe den Fußball gearbeitet“, sagt er. Eine Tugend, die vor allem beim damaligen WFV-Trainer Harry Hemmo besonders gut ankam. „Harry wollte immer Kampf im Spiel sehen. Wenn er nicht Trainer gewesen wäre, sondern ein Coach, der mehr Wert auf Technik gelegt hätte, dann wäre ich nie so weit gekommen“, betont der heute 62-Jährige. So aber durfte Horst Hayer bei einem DFB-Lehrgang 1971 mit Fußballgrößen wie Karl-Heinz Körbel, Ronald Worm, Bernd Dürnberger oder Wolfgang Dremmler zusammenspielen. „Das war schon eine tolle Zeit“, sagt er. Dennoch war es aber nicht seine schönste sportliche Zeit.

Die erlebte er Ende der 1970er und Anfang 1980er Jahre bei den Stuttgarter Kickers. „Dort habe ich mit Karl Allgöwer und Guido Buchwald zusammengespielt“, sagt er. Zu beiden pflegt er heute noch den Kontakt. Eng in Berührung ist der Cresbacher auch mit der Trainerlegende „Tschik“ Cajkovski gekommen. Nach zwei guten Jahren beim Oberligisten Normannia Gmünd ist der Bundesligist 1. FC Köln auf den damaligen Spielführer Mitte der 1970er Jahre aufmerksam geworden. „Ich war dann beim Probetraining und konnte überzeugen. Danach habe ich dann einen Vertrag unterschrieben“, berichtet Hayer. Warum hat er dann aber nie das FC-Trikot getragen? „Ganz einfach, vier Spieler hatten am Saisonende ihre Optionen für ein weiteres Jahr gezogen. Der FC konnte diese Spieler nicht verkaufen, sodass für mich kein Platz war.“ Von Ärger aber keine Spur. „Der FC hat mir dann einen Wechsel nach Göttingen in die 2. Bundesliga vorgeschlagen. Ich dachte nur, wo bitte ist Göttingen?“

Nach nur einer Saison wechselte er dann wieder in den Süden nach Würzburg. Dennoch war das Jahr kein verschenktes, denn aus dem Norden brachte Hayer seine heutige Frau Gabriele mit. Anfang der 1980er Jahre war Hayer dann als Nachfolger für Erwin Hadewitz beim VfB Stuttgart vorgesehen. „Erwin hatte aufgehört und ich war ein ähnlicher Spielertyp. Die Gespräche mit den VfB-Verantwortlich waren schon gewesen und ich sollte zum Bundesligisten wechseln. Doch dann habe ich mir im Spiel gegen Wormatia Worms einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden zugezogen, sodass aus dem Engagement nichts mehr wurde.“ 1984 hat Hayer dann, seine Karriere beim TuS Ergenzingen beendet. Dass er den Sprung in die Bundesliga nie geschafft hat, stört ihn nicht. „Ich bin kein Fußball-Besessener!“

Wie verfolgen Sie Ihren Heimatverein VfB Cresbach?

Da ich nun in der Rente bin, habe ich die Mäharbeiten beim VfB Cresbach übernommen. Zudem gucke ich mir hauptsächlich die Heimspiele der Herrenmannschaft an.

Was war Ihr größter sportlicher Erfolg?

Das Zusammenspiel mit Karl Allgöwer und Guido Buchwald bei den Stuttgarter Kickers.

Wie sind Sie mit dem Sport heute verbunden?

Gar nicht mehr.

Was sind Ihre schönsten sportlichen Erinnerungen an die gute, alte Zeit?

Mein erstes Pokalspiel mit Göttingen bei 1860 München. Wir haben zwar mit 1:2 verloren, aber es waren über 30000 Zuschauer im Stadion. Zudem war extra ein Bus aus Cresbach zu diesem Spiel gekommen.

Was ist die schlimmste sportliche Erinnerung?

Meine schlimme Knieverletzung gegen Worms. Da habe ich mir einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden zugezogen.

Wer war Ihr härtester Gegner?

Ich war ein harter Gegner für die anderen. Ansonsten waren aber die beiden 1860-Spieler Wolfgang Weber und Alfred Kohlhäufl waren Akteure, die ordentlich dazwischen gegangen sind.

Treiben Sie heute noch Sport?

Ja, ich fahre Rad und mache mit meiner Frau Nordic Walking. Zudem laufe ich seit 45 Jahren Langlauf.

Was tun Sie sonst in Ihrem Leben?

Ich mache Brennholz. Es gibt keine Woche, in der ich nicht irgendwas mit Holz mache. Außerdem kommt bald das achte Enkelkind auf die Welt, da habe ich mit dem Hüten der Kinder dann auch genug zu tun.

Wo gibt es die beste Stadionwurst?

In Cresbach und auch in Nagold.

Verfolgen Sie Sport lieber live im Fernsehen oder vor Ort auf dem Sportplatz?

Ins Stadion gehe ich nur, wenn ich Freikarten kriege. Ich habe in meiner Karriere ja alle Stadien gesehen, weil ich ja in der 2. Bundesliga sowohl in der Nord- als auch in der Südliga gespielt habe. Ansonsten gucke ich mir die Sportschau an.

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23.01.2016, 01:00 Uhr

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