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BARMER Arztreport 2019 zeigt Verbreitung des Reizdarmsyndroms in Deutschland

18.04.2019

Die BARMER beschäftigt sich im Schwerpunktkapitel ihres aktuellen Arztreports mit dem Reizdarmsyndrom. Von RDS Betroffene klagen über anhaltende Beschwerden im unteren Verdauungstrakt. Charakteristische Symptome der im Englischen als Irritable Bowel Syndrome (IBS) bezeichneten Erkrankung sind Durchfall, Blähungen oder Verstopfung. Die Ursachen von RDS sind vielfältig und können durch Infektionen mit Salmonellen, Shigellen oder Clostridien hervorgerufen werden. Auch Pilze und Parasiten, Morbus Crohn, Tumorerkrankungen oder Medikamentenunverträglichkeiten zählen zu den Ursachen.

Bild: Pixabay

Am häufigsten sind Personen zwischen dem 75. und 80. Lebensjahr von RDS betroffen. Dabei sind Frauen mit 2,6 Prozent häufiger erkrankt als Männer mit 1,4 Prozent. Bei Frauen wurde deutlich, dass sich bereits im Alter von 25 Jahren eine erste Häufigkeit von 2 Prozent abzeichnet. Männer dieser Altersgruppe sind nur zu 0,8 Prozent betroffen.

Die bevölkerungsbezogene Häufigkeit der Erkrankung zeigt deutliche geographische Unterschiede. So wurde in Baden-Württemberg im Jahre 2017 bei 168.486 Personen RDS diagnostiziert. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 1,533. Damit liegt Baden-Württemberg an der Spitze der Statistik. Lediglich im Saarland liegt die Rate mit 1,534 noch leicht darüber. Die wenigsten RDS Fälle wurden in Sachsen-Anhalt mit einem Bevölkerungsanteil von 1,066 registriert. Die meisten von RDS betroffenen Personen leben der Studie zufolge in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

Besonders hohe Diagnose-Raten wurden im schwäbischen Raum in Freudenstadt, Karlsruhe und Mannheim nachgewiesen. Allgemein machte der Report deutlich, dass die Diagnoserate in den Jahren 2005 bis 2017 moderat angestiegen ist. Bei Männern stieg die RDS-Häufigkeit um 30 Prozent, bei Frauen um 28 Prozent.

Patienten mit Reizdarm sind in ihrem Alltag häufig erheblich beeinträchtigt. Durch eine angepasste und bewusste Ernährung, lassen sich die Selbstheilungskräfte aktivieren und im Bestfall die Beschwerden lindern. In diesem Zusammenhang ist jüngst der Begriff Fodmap aufgetaucht. Dahinter verbirgt sich ein Synonym für Stoffe wie Disaccharide, Monosaccharide oder Polyole, welche für Verdauungsprobleme häufig verantwortlich gemacht werden. Die Beschwerden werden verursacht, weil Fodmaps nicht komplett aufgespaltet werden und im Darm abgebaut werden müssen . Die Folge sind Bauchschmerzen, Blähungen oder Sodbrennen.

Daher wird vom Reizdarmsyndrom Betroffenen empfohlen, Lebensmittel mit einem hohen Fodmap-Anteil vom Speisezettel zu streichen. Ob eine Empfindlichkeit gegen diese Stoffe vorliegt, kann nur festgestellt werden, wenn schrittweise auf entsprechende Nahrungsmittel verzichtet wird.

Folgende Lebensmittel besitzen einen hohen Foodmap Gehalt:

●Aprikosen

●Kirschen

●Milch

●Hülsenfrüchte

●Äpfel

●Pilze

●Knoblauch

●Pflaumen

Dem gegenüber stehen Nahrungsmittel mit einem niedrigen Foodmap Gehalt, welche von RDS Betroffenen in der Regel gut vertragen werden.

●Kiwis

●Himbeeren

●Tomaten

●Bananen

●Dinkelbrot

●Chinakohl

Die Heilwirkung der Karotte ist seit Jahrhunderten bekannt. Wie die Experten von GLAMOURLUX deutlich machen, können selbst kleine Mengen an Karotten schädliche Mikroorganismen abtöten. Für die Behandlung werden oftmals Probiotika-Kapseln bei einem Reizdarmsyndrom eingesetzt, um die Darmflora langfristig aufzubauen und zu stabilisieren. Eine sanfte Regulierung der Verdauung kann mit Hausmitteln wie Flohsamen, Kümmel oder Artischocke erreicht werden.

Eine bewusste Ernährung kann das RDS Risiko senken. Der BARMER Arztreport macht deutlich, dass das Risiko bei Gutverdienenden mit gehobenem Lebensstil geringer ausfällt. Auch im Zusammenhang mit psychischen Störungen wurde ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung beobachtet. Der Lebensstil und die Ernährungsweise und Qualität der Nahrung sind folglich nicht unbedeutend für das RDS Risiko. Individuelle medizinische Behandlungen und Therapien zielen verstärkt auf Erkrankungen des Verdauungstraktes ab.

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Erstellt:
18. April 2019, 11:07 Uhr
Aktualisiert:
18. April 2019, 11:07 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 11:07 Uhr

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