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Bayern-Stars wie kleine Buben: Sie spielen, spielen, spielen
Auch im gesetzteren Fußball-Alter haben Arjen Robben (links) und Franck Ribéry noch unbändigen Spaß am Fußball. Gegen Borussia Dortmund ließen sich beide als Torschützen gegenseitig feiern. Foto: Eibner
Bundesliga-Gipfel

Bayern-Stars wie kleine Buben: Sie spielen, spielen, spielen

Die Münchner Ribéry und Robben toben sich beim 4:1 gegen Dortmund aus. Lewandowski gewinnt das Torjäger-Duell gegen Aubameyang.

10.04.2017
  • GEROLD KNEHR

Im Grunde genommen hat der FC Bayern München eine überalterte Fußball-Mannschaft. Gegen Borussia Dortmund spielten gleich vier Ü-30-Akteure: Xabi Alonso (35), Franck Ribéry (seit Freitag 34), Arjen Robben und Philipp Lahm (beide 33). Arturo Vidal wird in einem Monat 30, etliche andere Kollegen sind End-Zwanziger. Junior in der Bayern-Startformation war am Samstag der 24-jährige David Alaba.

Doch wer das 4:1 der Münchner gegen Borussia Dortmund im sogenannten „deutschen Clásico“ gesehen hat, der muss zur einmal mehr bestätigten Erkenntnis kommen: Hohes (Fußball-)Alter schützt vor Leistung nicht. Speziell wie die Herren Robben und Ribéry sprinteten, mit dem Ball umgingen, tricksten und glänzten, ließ den Eindruck aufkommen: hier sind Männer zugange, die im Grunde ihres Herzens immer noch kleine Buben sind, die nur eines wollen: spielen, spielen, spielen. Und die beleidigt sind, wenn sie Carlo Ancelotti schonungshalber mal auswechselt (wie Robben, der dabei seinem Coach schon mal den obligatorischen Handschlag verweigert), oder getröstet werden muss, wie am Samstag Ribéry. Der zunächst schmollende Franzose bekam von seinem Coach einen Kuss auf die Wange gedrückt, und schon war wieder alles gut.

Xabi Alonso und Lahm werden im Sommer ihre Karriere beenden. Ribéry und Robben sind verletzungsanfällig. Das heißt: Für das Team sind die kommenden Wochen die letzten, um in dieser Besetzung noch einmal Titel zu holen. Die deutsche Meisterschaft ist so gut wie sicher. Das alles überragende Ziel der Münchner ist aber der Gewinn der Champions League. Kein Wunder also, wenn Ribéry, Robben und Co dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen Real Madrid entgegenfiebern wie kleine Kinder Weihnachten. „Jetzt kommt das große Spiel – und hoffentlich kommen insgesamt noch fünf. Wir müssen gegen Real von der ersten Minute an das Signal abgeben, dass hier nichts zu holen ist, dass wir das Spiel gewinnen wollen“, sagte Robben und ergänzte: „Dortmund hat uns Selbstvertrauen gegeben. Wir müssen aber nochmals nachlegen.“

Nochmals drauflegen? Nach der Gala gegen Dortmund klingt das verwegen. Allerdings: so naiv wie die Borussen, die ohne Marco Reus, André Schürrle, Julian Weigl, Shinji Kagawa, dem angeschlagen auf der Bank sitzenden Lukas Piszczek und den für länger krankgeschriebenen Mario Götze auskommen mussten, wird sich Real Madrid übermorgen in der Allianz Arena nicht präsentieren. Bezeichnend für die Dortmunder Naivität war die Art und Weise, wie Robert Lewandowski das 2:0 nach nur zehn Spielminuten erzielte. Der 19-jährige Ousmane Dembélé duckte sich in der Freistoßmauer weg, so dass der Ball des Polens ungehindert ins Dortmunder Tornetz rauschen konnte.

Auch Lewandowskis Elfmetertor zum 4:1 (68.) zeigte den Unterschied. Kurz zuvor hatte Jerôme Boateng nach der einzig gefährlichen Aktion von Pierre-Emerick Aubameyang auf der Torlinie gerettet. Quasi im Gegenzug konnte BVB-Torhüter Roman Bürki den Polen nur auf Kosten eines Elfmeters und einer gelben Karte stoppen. Mit seinem 26. Saisontreffer überholte Lewandowski Aubameyang in der Torjägerliste. Die Schulterverletzung, die er sich bei Bürkis Foul zuzog, sei nicht weiter schlimm, versicherte der Doppeltorschütze. Für Real sei er „zu hundert Prozent bereit.“ Dagegen fällt Mats Hummels aus. Der Innenverteidiger zog sich ich im Sonntagstraining eine Sprunggelenks-Verletzung im linken Fuß zu.

Das erste Tor hatte Ribéry nach nur vier Minuten erzielt. Das 3:1 war eine typische Robben-Aktion, der in seiner unnachahmlichen Art von rechts in die Mitte zog und mit links traf.

Für Dortmund hatte Raphael Guerrero nach einem Fehler von Arturo Vidal den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer (20.) erzielt. Mehr war an diesem Tag für die Borussen, die bereits morgen (20.45 Uhr) in der Champions League gegen AS Monaco ran müssen, nicht drin. „In der Summe war es nicht möglich, auf diesem Niveau mit den Bayern zu konkurrieren“, räumte BVB-Trainer Thomas Tuchel ein.

Am 26. April kommen die Dortmunder noch einmal in die Arena – zum Halbfinale im DFB-Pokal. Dann muss sich zeigen, ob die Borussen steigerungsfähig und die älteren Bayern-Herrschaften immer noch so spielfreudig wie kleine Kinder sind.

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10.04.2017, 06:00 Uhr

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