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Vietnam trifft Baguette

Beim vierten Lifestylemarkt „Stilwild“ gab es wieder Außergewöhnliches

Nicht so groß wie die Frühjahrsausgabe, aber trotzdem gut besucht: Bereits zum vierten Mal war am Wochenende im Schlachthof-Areal der „Lifestyle- und Designmarkt Stilwild“. Mehr als 5000 Besucher konnten dort allerhand Ausgefallenes erbeuten.

29.11.2015
  • Miri Watson

Tübingen. Was im winterlichen Tübingen nicht fehlen darf? Die Schokolade, natürlich. Quasi als Einstimmung zum morgigen Beginn der „Chocolart“ gab es auch am Wochenende auf der „Stilwild“ bereits Schokoladen-Bier im Angebot. Neben den 92 Ständen mit Schmuck, Klamotten und Dekorationsartikeln gehörte nämlich auch ein weihnachtlicher Streetfood-Markt zum Programm der Messe.

Mehr als 5000 Besucher kamen am Wochenende zur Stilwild. Das seien zwar etwas weniger als bei der Frühjahrsedition aber ähnlich viele wie im Winter vor einem Jahr. Man sei sehr zufrieden, sagte Corinna Rabe vom Tübinger Organisatoren-Team von „Schwarz & Gehilfen“. „Auch die Aussteller sind zufrieden. Und das ist schließlich das, was zählt“, so Rabe. Die meisten hätten gute Umsätze gemacht und wollen auch im nächsten Jahr wieder kommen.

An 16 Essens-Ständen konnten sich hungrige Markt-Besucher Köstlichkeiten wie ungarische Langos, Käsefondue to go, Pulled Pork Burger oder Burritos schmecken lassen. Dabei wurde auch kulinarisch weniger Bekanntes geboten. Am Bánh Mì-Stand verkauften Hung Tieu und einige seiner Freunde die vietnamesischen Sandwiches und gaben allen Interessierten gleich eine Einführung zur Geschichte des Gerichts: Da Vietnam bis 1954 zum französischen Kolonialreich gehörte, sind bis heute die französischen Einflüsse in der vietnamesischen Küche zu finden. So bedeutet die Übersetzung des Namens „Bánh Mì“ nichts anderes als „Brot aus Mehl“ und beschreibt einen wesentlichen Aspekt des Sandwiches: das Baguette. Hinein kommen asiatisch mariniertes Fleisch, süß-sauer eingelegtes Gemüse, Gurke und Koriander – so entsteht eine richtiggehende Fusion der französischen und vietnamesischen Küche.

Für den Bánh Mì-Enthusiasten Tieu war die „Stilwild“ die ideale Gelegenheit, sein liebstes Gericht bekannter zu machen: „Wir wollen, dass durch uns mindestens 200 Menschen hier diese Sandwiches kennen lernen“, so der Stuttgarter, der die Brote am Wochenende zum ersten Mal selbst verkaufte. „Lecker“ fand Besucher Niko Hofmann das vietnamesische Streetfood; auch die Messe selbst gefiel ihm im Großen und Ganzen. Etwas Kritik hatte der zugezogene Tübinger allerdings auch parat: „Was mich ein bisschen gewundert hat, ist, dass der Markt Eintritt kostet, wo doch auch die Sachen hier alle schon etwas kosten“, so Hofmann. Die Studentin Prisca Brückner merkte zudem an, dass ein Großteil der angebotenen Waren „eher aus der höheren Preisklasse“ käme.

Tatsächlich kostete vieles nicht unbedingt wenig: 40 Euro etwa waren für handgehäkelte Mützen oder für T-Shirts mit aufwändigen Drucken zu bezahlen. Grund dafür war wohl hauptsächlich der Handarbeits-Charakter vieler Sachen. Selbst getrocknetes Müsli an der einen Ecke, selbst gemixte Würzsaucen an der anderen, dazwischen eigenhändig genähte Jutebeutel und Upcycling-Produkte. Hinzu kam, dass einige der Aussteller Wert auf Ökologie, faire Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit legten.

Diese Mischung war es auch, die beim Publikum gut ankam: So freute sich die Tübinger Schülerin Jessica Karrer über die „sehr schönen, ausgefallenen Sachen“, über die Nachhaltigkeit vieler Produkte und über die ansprechende Präsentation an den Ständen. Einzig die Kälte sorgte für Unmut bei Einigen: So waren während der Messe immer mehr Besucher in der Shedhalle anzutreffen als auf dem restlichen Areal. „Innen ist es sehr eng“, so Karrer.

Gemütlicher, weil wärmer, war es am Stand von Katrin Jordan: Die Bastelbegeisterte aus Ostfildern betreibt den Blog „Kati make it“ und gab in der Shedhalle kostenlose Workshops, bei denen – passend zum ersten Adventswochenende – kleine Geschenktüten mit Rentier-Motiven entstanden. Der Andrang an ihrem Stand war groß: „Das Basteln hier ist sehr schön“, befand beispielsweise die siebenjährige Mara Luna.

Kritzeleien im Kuckuck

Ein besonderes Angebot gab es auf der „Stilwild“ für alle verkannten Künstler: Beim „Doodle Art“-Wettbewerb konnten alle, die Lust darauf hatten, den Stift schwingen und ihre kreativsten Kritzeleien zu Papier bringen. Einige der Zeichnungen wurden direkt auf der Messe ausgestellt; bei einer Vernissage am kommenden Donnerstag, 3. Dezember um 18 Uhr in der Studentenkneipe Kuckuck gibt es dann alle eingereichten Kunstwerke zu sehen. Mittels einer Publikumsabstimmung sollen die schönsten Kritzeleien ausfindig gemacht und mit Preisen prämiert werden.

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29.11.2015, 21:00 Uhr

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