Tübingen

Blieb rätselhaft

Wir berichteten über das V erschwinden des Schwäbischen.

04.07.2022

Von Udo Halbscheffel, Tübingen

Schwäbisch ist massiv auf dem Rückzug“, bedauert Wolfgang Albers am 29. Juni im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT. Was schlimmer ist: Ostdeutsche Dialekte sind bereits ausgestorben. Als ich 1946 „vo uba druba wo die Pilza wachsa“ (aus einem kleinen Dorf im Riesengebirge) kam, sprach ich keinen schlesischen Dialekt, in Lehrerfamilien war das nicht schicklich.

Zum Plattdeutschen des Sauerlandes, wohin wir vertrieben wurden, fand ich keinen Zugang, wohl aber zum Ruhrdeutsch in Dortmund. Wolfgang Albers „kommt aussem Pott“, köstlich seine sprachlichen Darbietungen. Dass man sich dort „n lecker Pilz reintut“, hat mich wegen der Schreibung „Pilz“ irritiert. Ich tät ihn gern in eine urige Kneipe am Dortmunder Hansaplatz einladen und den Wirt bitten: „Gib mich nochen Pilsken und den Wolfgang tuhsse auch noch einen!“

Mit dem Schwäbischen hatte ich in Entringen 1966 einige Probleme, die aber am Stammtisch vom Cafe Schmoll schnell abgebaut wurden. Einen Testbogen konnte ich fast lückenlos beantworten. Ein Wort stellte eine Hürde dar, die ich nicht knacken konnte. „Elefele“, von mir auf der drittletzten Silbe betont, blieb rätselhaft. Dass es sich um einen Ölofen handelte, hätte ich nie rausgebracht.

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Erstellt:
04.07.2022, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 35sec
zuletzt aktualisiert: 04.07.2022, 01:00 Uhr

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