Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Konzert

Blut, Schweiß und Tränen zum Abschied

Die Horber Heavy-Metall-Band „Forensick“ hat am Samstag im Gasthof Adler in Dettingen zum vorerst letzten Mal ihre zahlreichen Fans begeistert. Statt melancholischem Abschied gab’s eine letzte große Party.

16.05.2017
  • Andreas Wagner

Glaubt man dem Text der Gruppe „Machinehead“, so sind Blut, Schweiß und Tränen ein Attribut der Stärke. Der vorerst letzte Auftritt von „Forensick“ am vergangenen Samstagabend im Gasthof Adler in Dettingen war jedenfalls stark gekennzeichnet vom Herzblut der Band und ihrer Fans. Der Schweiß triefte den Musikern binnen kürzester Zeit vom Gesicht, die Tränen ließen sich in den glasigen Augen der Bandmitglieder zum Abschied erahnen.

In Melancholie wollten die Männer des Schwermetalls jedoch nicht verfallen, was Frontmann Tobias Hübner nach dem Auftritt der Vorgruppe verdeutlichte. Statt einer Trauerveranstaltung wollte die Truppe eine letzte große Party mit ihren Fans feiern, bei der die Gruppe „Skullwinx“ im Vorprogramm für Stimmung sorgen sollte. Mit ihrem „Epic Speed Metal“ passten Kilian Osenstätter (Drums), Lennart Hammerer (Lead Guitar), Severin Steger (Rhythm Guitar), Johannes Haller (Gesang) und Konstantin Kárpáty (Bass) stilistisch perfekt in das Rahmenprogramm des Abends. Die Party nahm Fahrt auf als sogar die „Manowar“-Fans bei „Thor“ auf ihre Kosten kamen. „Tryst of Destiny“ und „Attila the Hun“ hielten das Publikum weiterhin bei Laune, bevor die bayrischen „Metalheads“ die Bühne für „Forensick“ räumten.

Harter Abend für das Schlagzeug

Es war soweit: Nebelschwaden zogen auf der Bühne ein, das Intro der Band spielte zum Einmarsch der scheidenden Band und das Publikum machte sich lautstark bemerkbar. Mit „Doomsday Machine“ läuteten die Horber Musiker den Abend vom großen Abschied ein und begrüßten die Gäste zu ihrem „vorerst“ letzten Konzert. „Vorerst!“, schrie ein Fan aus der Menge, als wollte er den Sänger auf seiner Aussage festnageln. Die durchweg motivierte Spielweise von Schlagzeuger Julian Lepore verhieß für Pessimisten allerdings nichts Gutes. Denn Lepore wirbelte in seiner Schießbude, als würde er sein Schlagzeug nach seinem Auftritt nicht mehr brauchen. Schon zu Beginn der Show verabschiedete sich ein Beckenständer, einige Zeit später ergab sich die Snare-Drum unter der wahnsinnigen Wucht seines Peinigers. Das Publikum hatte sichtlich Spaß am wilden Treiben auf der Bühne, wobei die Band auch ihre alten Songs wie „When the War begins“ aus der Schublade zog.

Unter dem Dauerfeuer der Nebelkanonen ließ die Band die Titel „The Gambler“ und „Shadow next to You“ folgen, während die Gäste weiterhin die menschliche Abrissbirne hinter dem Schlagzeug feierten. Lepore ließ sich nicht lange bitten und feuerte ein geballtes Drum-Solo in die Menge der Fans. Mit „Hero of the Day“ präsentierten die Musiker ihren erfolgreichsten Hit auf „YouTube“, der über 8000 mal auf der Videoplattform aufgerufen wurde und keinesfalls im Programm fehlen durfte. Überraschenderweise dauerte es ziemlich lange, bis der erste BH aus dem Publikum den Weg auf die Bühne fand. Hübner schaute zunächst recht irritiert aus der „Wäsche“ bevor er sich entschied, die Bühnentrophäe dem Gitarristen Mathias Ehmig als Kopfbedeckung zur Verfügung zu stellen. Die Fans sangen derweil fleißig den Klassiker aus dem Jahr 2012 „The Sinner“ mit und grölten nach dem Ende des Songs tapfer weiter.

Der Horber Heavy-Metal-Formation wurde allmählich klar, dass der volle Konzertsaal noch nicht bereit für eine leere Bühne war. Vielmehr fürchteten alle Anwesenden den Moment, an dem die Lichter ausgehen würden. Diese Angst versuchte „Forensick“ seinen Fans mit „Fear of the Dark“ (Iron Maiden) zu nehmen und legte mit „Deadly Visions“ eine weitere Zugabe nach. Doch jedes Konzert findet irgendwann sein Ende.

Vom eifrigen, körperlichen Einsatz ausgepowert und im Schweiß gebadet, kündigten die Horber Schwermetaller ihren letzten Song an. „Meine Stimme lässt langsam auch nach“, musste Hübner hierbei kapitulieren. Bei „The Ugly Riders“ mobilisierten die Musiker ihre letzten Kraftreserven und verabschiedeten sich so wie ihre Fans sie lieben: Gezeichnet vom (Herz-)Blut, gebadet im Schweiß und zu Tränen gerührt von der Dankbarkeit und Unterstützung ihrer Fans.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.05.2017, 01:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball