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Das Tübinger Lesehaus feiert Jubiläum
Sie feierten in St. Michael den Geburtstag des Lesehauses (von links): Karin Steiert, Bärbel Schoegel, Hans-Martin Widmann und Heike Behal Thomsen. Bild: Faden
Vorlesen will gelernt sein

Das Tübinger Lesehaus feiert Jubiläum

Seit den Anfängen vor zehn Jahren haben sich 300 Bürgerinnen zu Lesepaten ausbilden lassen. Das Lese-Haus feierte am runden Geburtstag.

26.03.2018
  • Martin Zimmermann

„Jedes fünfte Kind kann heutzutage in der dritten Klasse noch nicht richtig lesen“, sagte Michael Pohl, Vorsitzender des Vereins Lese-Haus und Kirchengemeinderat in der katholischen St. Michaels-Gemeinde. In deren Gemeindehaus wurde am Freitag das zehnjährige Bestehen des Leseförderprojektes gefeiert. „Ich hoffe, dass das Lese-Haus keine Kurzgeschichte, sondern ein noch lange andauerndes Epos ist“, sagte Tübingens Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast.

Der verstorbene Politikprofessor Rudolf Steiert war einer der Initiatoren des Projekts, das unter dem Dach der Bürgerstiftung begann. „Ich selbst habe das damals noch gar nicht gesehen, wie toll sich das entwickelt“, erzählte Karin Steiert, die Witwe Rudolf Steierts. Über 300 Tübingerinnen und Tübinger ließen sich seither zu Lesepaten ausbilden. Heinke Behal-Thomsen ist eine von ihnen. Sie liest regelmäßig freitags in der Stadtbücherei vor. Die meisten Lesepaten sind einmal in der Woche in den Kindertagesstätten. Neben den Lesepaten gibt es auch Lesementoren.

Sie kümmern sich ganz gezielt um einzelne Grundschüler mit Leseproblemen, lassen sich vorlesen und verbessern. „Das ist eine wichtige Ergänzung zu dem Unterricht, den wir Lehrer geben. Die gezielte Eins-zu-eins-Betreuung können die Lehrer nicht leisten“, sagte Hans-Martin Widmann, Rektor der Innenstadt-Grundschule. Gerade im Zuge der Flüchtlingskrise sei es wichtig, sich gezielt mit einzelnen Kindern zu beschäftigen und ihnen das Lesen richtig beizubringen, so Widmann.

Poetry-Slammer und Pop-Chor zu Gast

Wozu sich ein Vorleser entwickeln kann, zeigte der Poetry-Slammer und studierte Theologe Timo Brunke, der zwischen Pathos und Ironie, Reim und Freivers wechselte und seine Texte wild gestikulierend vortrug. Schemenhaft tauchten darin Helden aus Kinderbüchern von Alice im Wunderland über Winnetou bis Pu der Bär auf. Das traf den Geschmack des Saalpublikums, das immer wieder spontan lachte.

Ebenso ansprechend, weil schwungvoll und begeisternd lebendig vorgetragen, war der Auftritt des Popchores der Tübinger Musikschule mit Arrangements von Robbie Williams, den Beach Boys und Adele. Der Chor hatte sich auch von der Grippewelle nicht bremsen lassen und schnipste die Personalprobleme kurzerhand fröhlich weg. Chorleiterin Odilie Damm musste für eine erkrankte Solisitin einspringen – was ihr auch treffend gelang.

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26.03.2018, 01:00 Uhr

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