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„Das haben sich doch alle gewünscht“
Kapitän Philipp Lahm fand nach dem Spiel klare Worte. Foto: dpa
Bayern

„Das haben sich doch alle gewünscht“

Sturz von der Spitze: Die Münchner reagieren angefressen auf die erste Ligapleite.

21.11.2016
  • SID

Dortmund. Karl-Heinz Rummenigge verließ kopfschüttelnd den Ort des Geschehens, der restlos bediente Thomas Müller erteilte sich Redeverbot, und Philipp Lahm flüchtete in beißenden Sarkasmus. „Das ist doch schön für die Liga, das haben sich doch alle gewünscht“, sagte Bayerns Kapitän nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund. Die Tabellenführung ist verspielt, die ungewohnte Rolle des Jägers schmeckt den Münchnern überhaupt nicht.

Nach 39 Spieltagen und insgesamt 425 Tagen schloss der Rekordmeister erstmals wieder eine Runde nicht als Spitzenreiter ab. Platz zwei hinter dem überraschenden Primus Leipzig, nur zwei Siege aus den jüngsten sechs Spielen, den großen Rivalen Dortmund auf drei Punkte herangelassen: Die erste Niederlage in der Liga seit März saß, ein satter Wirkungstreffer. Statt eines weiteren Durchmarsches droht ein knüppelharter Titelkampf.

„Die Leistung war gut, das Ergebnis nicht“, sagte Trainer Carlo Ancelotti, der nach dem Spiel viel redete, dabei aber erstmals in seiner noch kurzen Bayern-Zeit recht ratlos wirkte. Bei aller angedeuteten Extraklasse ging dem Rekordmeister die Spielidee ab, es mangelte an Kreativität, aber auch am zwingenden Auftreten der Guardiola-Ära.

In der Anfangsphase mit dem Gegentreffer durch Pierre-Emerick Aubameyang (11. Minute) als Tiefpunkt hatten die Bayern praktisch nicht stattgefunden, danach zwar mehr vom Spiel gehabt, großen Aufwand betrieben, der aber in letzter Konsequenz wirkungslos verpuffte. Sinnbildlich dafür stand der Auftritt Müllers. Der nun seit 772 Bundesliga-Minuten torlose Angreifer erweiterte seine Frustsammlung, er rieb sich auf, haderte auf dem Feld, blieb nach Abpfiff aber weitgehend stumm. „Ich habe schon genug geredet“, sagte er angefressen.

Probleme mit der Mentalität?

„Uns hat die Effektivität gefehlt, es war einen Ticken zu ungenau“, meinte Mats Hummels nach seiner unglücklichen Rückkehr an die alte Wirkungsstätte – vor Aubameyangs Treffer wurde er von Mario Götze getunnelt. Auch Manuel Neuer vermisste den berühmten Bayern-Punch. „Wir haben viele Standardsituationen. Und da muss man auch mal mit dem Willen und dem Glauben reingehen, ich will da jetzt ein Tor machen. So Benatia-Style oder wie van Buyten damals“, sagte der Nationaltorwart. Die Fähigkeiten Medhi Benatias hatten den Bayern-Bossen nicht genügt, der marokkanische Verteidiger war im Sommer an Juventus Turin verliehen worden.

Ein Mentalitätsproblem also? Bei den Bayern? Zumindest sah sich Lahm bemüßigt, die Besinnung auf Grundlegendes anzumahnen. „Wir müssen wieder an die nächsten drei Punkte denken, wir müssen uns immer verbessern, offensiv wie defensiv, das ist das Wichtigste“, sagte der Kapitän. Er selbst reagierte auf seine Auswechslung (68.) schmallippig: „Da müssen Sie den Trainer fragen, ich bin nicht für Ein- oder Auswechslungen zuständig.“ sid

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21.11.2016, 06:00 Uhr

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