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Der Trend wird zum Feind
Der Moment der Entscheidung: VfB-Torhüter Przemyslaw Tyton muss zusehen, wie der Ball zum 0:1 ins Netz fliegt. Foto: Eibner
VfB Stuttgart: Kramny streicht nach inakzeptabler Leistung freien Tag

Der Trend wird zum Feind

Gefährlicher Trend beim VfB Stuttgart. Nach dem 0:1 in Augsburg ist Relegationsplatz 16 gefährlich nahe. Nicht allen scheint der Ernst der Lage bewusst. Der trainingsfreie Montag wurde gestrichen.

18.04.2016
  • GEROLD KNEHR

Augsburg. Für Armin Veh wäre es ein leichtes gewesen, sich Karten für das Bundesliga-Spiel FC Augsburg - VfB Stuttgart zu besorgen. Augsburg ist seine Heimatstadt, der FCA der Klub, in dem er groß geworden ist, ihm stehen dort alle Türen offen. Den VfB hatte Veh im Jahr 2007 gar zum deutschen Fußball-Meister gemacht und fühlt sich ihm immer noch zu Dank verpflichtet. Auch von dieser Seite her wäre ein Ticket für ihn drin gewesen.

Doch der derzeitig beschäftigungslose Fußball-Trainer zog es vor, die Begegnung zuhause im nahe Augsburg gelegenen Bonstetten im Bezahlfernsehen zu verfolgen. Er wollte wohl öffentlich nicht mit einem seiner Klubs des Herzens trauern müssen. Und das war am Samstag der VfB, der mit der 0:1-Niederlage wieder mitten ins Abstiegsgeschehen gerissen wurde.

Beide Klubs, der FCA wie der VfB, haben nun 33 Punkte auf ihrem Konto stehen. Doch die Gefühlswelt der Tabellennachbarn ist total unterschiedlich. Die Augsburger Fans in der mit 30 660 Zuschauern ausverkauften Arena feierten ihre Mannschaft, die keineswegs überragend gespielt, aber sehr engagiert aufgetreten war, samt Trainer Markus Weinzierl, als sei der Klassenerhalt bereits in trockenen Tüchern. Das vorherrschende Gefühl nach dem zweiten Sieg in Folge der bayerischen Schwaben lässt sich so zusammenfassen: "The trend is your friend."

Beim VfB hingegen ist der anfänglich deutlich zu spürende Aufwärtseffekt nach dem Wechsel von Trainer Alexander Zorniger zu Jürgen Kramny längst schon wieder verpufft. Als die zuvor seltsam leidenschaftslos agierenden Stuttgarter nach dem fünften sieglosen Bundesliga-Spiel in Serie in Richtung VfB-Fans schlurften, wurden sie gnadenlos ausgepfiffen. "Das war eine absolut inakzeptable Leistung", schimpfte VfB-Manager Robin Dutt nach der Niederlage, die Abwehrspieler Georg Niedermeier mit einem laut Kramny "kapitalen Stockfehler" ermöglichte. Augsburgs Winterneuzugang Alfred Finnbogason nutzte ihn zum spielentscheidenden Treffer (35.).

Vor einem Jahr war der VfB Stuttgart nach dem 30. Spieltag mit nur 27 Punkten Schlusslicht, riss sich im Saisonendspurt aber am Riemen, holte neun Punkte aus den letzten vier Spielen und hievte sich noch auf den 14. Tabellenplatz. Nun aber scheint es, als haben Management und Spieler die Lage - der VfB liegt nur noch zwei Punkte vor Relegationsplatz 16 - noch nicht verinnerlicht. "Wenn wir immer nur auf Platz 15 schielen, bin ich der falsche Mann hier", sagt Robin Dutt über den VfB, der sich eigentlich zu Höherem berufen fühlt - und doch einmal mehr heilfroh sein muss, wenn es am Saisonende doch noch gut ausgehen würde.

Die Aussichten vor den letzten vier Spieltagen sind nicht gerade günstig. Mit Serey Dié, Kevin Großkreutz, Daniel Ginczek und dem kurzfristig wegen Fiebers ausgefallenen Lukas Rupp, der sich zuletzt stark in den Vordergrund gespielt hatte, fehlten vier Typen. Daniel Didavi wechselt zur kommenden Saison zum VfL Wolfsburg, etlichen anderen Spielern (Filip Kostic, Timo Werner, Martin Harnik) werden Wechselabsichten nachgesagt. Die unklare Zukunft erschwert die Planungen für die neue Runde.

Dazu kommt, dass die taktischen Varianten von Trainer Kramny - er ließ in der ersten Halbzeit mit zwei Angreifern angreifen und stellte zur Halbzeit auf ein 4-1-4-1-System um - nahezu wirkungslos verpufften.

"Die Mannschaft muss jetzt Charakter zeigen", appellierte Kapitän Christian Gentner an seine Kollegen - möglichst schon ab heute. Kramny strich gestern den sonst trainingsfreien Montag. Stattdessen ist eine Aufarbeitung des Augsburg-Spiels angesagt.

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18.04.2016, 06:00 Uhr

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