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Die Augenklinik zieht auf den Schnarrenberg
Unterwegs in eine neue Ära: Hundert Jahre lang war die Augenklinik im Tal. Jetzt ziehen Mitarbeiter und Patienten auf den Schnarrenberg. Klinik-Direktor Karl Ulrich Bartz-Schmidt und Stationsleiterin Angelika Pflugfelder schieben eines der 72 Patientenbetten an Ort und Stelle. Bild: Sommer
Abschied vom Etagenbad

Die Augenklinik zieht auf den Schnarrenberg

Die Uni-Augenklinik zieht dieser Tage in den Neubau auf dem Schnarrenberg: Patienten und Mitarbeiter freuen sich auf die hellen, freundlichen Räume.

20.10.2016
  • Angelika Bachmann

Schon dem einstigen Ärztlichen Direktor der Tübinger Augenklinik, Heinrich Harms, war bei seiner Berufung ein Neubau versprochen worden. Das war 1952. Es sollte noch mehr als ein halbes Jahrhundert dauern, bis tatsächlich gebaut wurde. Jetzt ist sie fertig, die neue Augenklinik auf dem Schnarrenberg, samt integriertem Forschungsinstitut. Die Forscher sind bereits vor zwei Wochen eingezogen. Die Stationen der Klinik wurden dieser Tage vorbereitet. Am heutigen Donnerstag ziehen die Patienten um. Auch die Behandlung der ambulanten Patienten geschieht ab sofort in den Räumen der neuen Augenklinik.

Endlich ist alles unter einem Dach, sagt der Direktor der Augenklinik, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt. Klinik und Forschungseinrichtungen waren bislang über neun Standorte im Tal verstreut. Jetzt sind nicht nur Klinik und Forschung vereint, Ärzte und Wissenschaftler können zudem besser mit den Kollegen von der Hals-Nasen-Ohren-Medizin zusammenarbeiten.

Die HNO-Klinik wurde bereits 2002 als erster Teil einer „Kopf-Klinik“ auf dem Schnarrenberg neu gebaut. Zusammen mit der Augenklinik bildet sie jetzt einen Zwillingsbau. Sie haben ein gemeinsames Foyer zur Elfriede-Aulhorn-Straßehin, eine gemeinsame Telefonzentrale und Patientenanmeldung. In der Gestaltung sind die beiden Klinik-Bauten keine eineiigen Zwillinge. Bezüge gibt es aber sehr wohl.

Kontrastreiches Innendesign

Steht man vor dem Hauptportal, wirkt die neue Klinik eher bescheiden dimensioniert. Hier befindet man sich auf der Eingangsebene 3. Die oberen Stockwerke sind leicht zurückgesetzt, die tieferen Sockelgeschosse wegen der Hanglage kaum zu sehen. Erst wer um das Gebäude herumgeht, dem offenbart sich die Größe dieses Neubaus: Mit seinen fünf Stockwerken, den Klinik-Etagen (4 und 5), den zahlreichen Ambulanzen, und den Forschungsräumen, Laboren und Verwaltungstrakts in den Sockelgeschossen.

Die Planer vom Stuttgarter Büro Arcass haben die ansonsten in Klinikvierteln häufig verwendete klotzförmige Kubatur aufgebrochen. Der Baukörper besteht aus mehreren ineinander verschränkten Riegeln. Dabei entstanden fünf Innenhöfe auf mehreren Ebenen. Fast alle Räume, auch Labore und Ambulanzräume, haben deshalb Tageslicht.

Am Montag wurden die Betten vom Altbau in der Schleichstraße in den Neubau gebracht. 76 Betten auf zwei Stationen hat die neue Klinik. Sie gehört damit zu den größten in Deutschland. Bei der Gestaltung der Patientenzimmer spielten Kontraste eine wichtige Rolle. Das macht den Alltag für Patienten leichter. Die Türen sind dunkel abgesetzt von der hellen Wand. Ein weißes Waschbecken ist in eine braune Fläche eingelassen. Der Lichtschalter ist schwarz und selbst für Patienten mit geringem Restsehvermögen zu finden. Vorbei sind auch die Zeiten, als sich Patienten im Altbau ein 5-Bett-Zimmer teilen mussten, Dusche und Klo auf der Etage.

Die allermeisten der jährlich rund 100000 Patienten der Augenklinik werden ambulant behandelt. Die Klinik bietet eine Vielzahl an Spezialsprechstunden an, etwa für Patienten mit Glaukom, Makuladegeneration, Grauem Star oder für Kinder. In der alten Klinik mussten für die Ambulanzen noch die hintersten Räume in den Kellergeschossen freigeräumt worden. Die neue Klinik ist ganz auf den ambulanten Betrieb ausgerichtet, mit einem großen Trakt für ambulante Operationen, eigenen Abteilungen für Spezialsprechstunden – und separaten Wartebereichen.

Wasserspender und Kaffee

Vom Haupteingang aus gelangen die Patienten allerdings erst einmal in den geräumigen Wartebereich der Allgemeinambulanz mit roten, bequem gepolsterten Sitzen. Die Dimension dieses Wartebereichs ist auch ein Zeichen dafür, wie viele Patienten hier täglich versorgt werden. Die Wartezeiten sind dabei oft Grund für Beschwerden.

Während Patienten sich in der alten Klinik auf unbequemen Stühlen in den Fluren drängten, will man in der neuen Klinik die „Aufenthaltszeiten“, zu denen, wie die Klinikleitung immer wieder betont, auch die Zeiten zwischen den Behandlungsschritten gehören, angenehmer machen. Dazu gehört unter anderem, dass es Wasserspender und Kaffee in den Wartebereichen gibt – und beim Haupteingang ein Patientencafé eingerichtet wird.

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20.10.2016, 01:00 Uhr

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