Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Die GWG möchte bis 2025 ordentlich investieren und plant 800 neue Wohnungen
Mit einem Wohnungsmix wie im Schafstall möchte die GWG den Bedürfnissen von Alleinstehenden, Familien und Senioren gerecht werden.Bild: Haas
250 Millionen für Neubauten

Die GWG möchte bis 2025 ordentlich investieren und plant 800 neue Wohnungen

800 Wohnungen für 250 Millionen Euro – die GWG-Wohnungsgesellschaft möchte in den nächsten zehn Jahren viel neuen Wohnraum in Reutlingen schaffen. Aufgrund der wenigen freien Flächen im Stadtgebiet ist Kreativität gefragt.

23.11.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. Wohnen in einem Schuhkarton auf einer Garage – Schlafraum, Küche und Bad vereint auf 38 Quadratmetern. Klingt erst einmal nicht sehr verlockend. Doch für Studierende, Singles und Senioren sei dies eine gute, kreative Lösung, erklärt Klaus Kessler, Geschäftsführer der GWG. Gemeinsam mit seinem Mitgeschäftsführer Ralf Güthert und OB Barabara Bosch, Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsgesellschaft, stellte Kessler gestern die geplanten Projekte bis 2025 vor.

Für 250 Millionen Euro sollen 800 Wohnungen für Menschen in unterschiedlichen Lebensverhältnissen entstehen. 158 Wohneinheiten wurden bereits fertiggestellt (siehe Kasten), 171 weitere werden gerade gebaut, darunter auch 56 in der Otto-Johannsen-Straße. Auf die zu diesen Wohnungen gehörenden Garagen packt die GWG dabei Wohnboxen – 1-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende. „Das ist ein gutes Beispiel für kreativen Umgang mit Flächen“, lobt OB Bosch. „Die Garagen müssen sowieso hin, aber man kann ja daraus noch mehr machen.“ Gerade für Studierende seien die Wohnboxen – von Kessler liebevoll als Schuhkarton bezeichnet – eine Alternative. „Oder auch für frisch Geschiedene“, scherzt der Geschäftsführer.

Beim Neubau ist die GWG auf solche Lösungen angewiesen. Die Flächen in der Innenstadt seien weitestgehend genutzt, bericht OB Bosch. In der Hauffstraße 47 etwa erhalten die 14 Wohnungen daher einen variablen Grundriss. Dies bedeutet: Die Einheiten könnten als Wohngemeinschaft für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden – ist dies nicht erforderlich, werden nicht-tragende Wände entfernt. Aus dem dritten Schlafraum wird so ein Wohn- oder Esszimmer für Familien. „Die GWG folgt der Not und macht daraus eine Tugend“, sagt Bosch. Diese 7 Projekte befinden sich gerade in der Bauphase:

Heilbronner Straße 92-96, 48 Wohneinheiten (WE), geplante Fertigstellung: Anfang 2018

Kruppstraße 32, 9 WE, Fertigstellung: Ende 2016

Storlachstraße 32/34, 28 WE, Fertigstellung: Mitte 2016

Hauffstraße 47, 14 WE, Fertigstellung: Ende 2016

Lindenstraße 35 / Weingärtnerstraße 22/26: Je 5 WE, Fertigstellung: Mitte 2018

Lerchenstraße 39: 6 hochwertige WE, Fertigstellung: Mitte 2016

Otto-Johannsen-Straße: 56 WE inklusive 6 Wohnboxen, Fertigstellung: Ende 2016

Mit 80 Wohnungen pro Jahr verdopple die GWG ihre Leistungsfähigkeit, sagt Güthert. Beim Neubau sei es jedoch deutlich schwieriger geworden, günstige Mieten anzubieten. „Seit 2000 sind die Baukosten durch strengere Vorgaben und hohe Standards um 40 Prozent gestiegen“, erklärt Bosch. Dennoch möchte die GWG in ihrer Wohnbauoffensive 9 Projekte bis 2025 realisieren:

Robert-Bosch-Straße/Sondelfinger Straße: 87 WE

Heinestraße 59 und 63/Mozartstraße 60: 21 WE

Donaustraße, Altenburg: 18 WE

Steinlachstraße, Altenburg: 18 WE, Modulbauweise Firma Schwörer

Brunnengasse, Oferdingen: 14 seniorengerechte Wohnungen

Gruobachstraße, Gönningen: 9 Wohnungen für Familien

Im Wiesaztal, Bronnweiler: 32 WE

Schieferterrassen: 140 WE

Orschel-Hagen Süd: 247 WE für Familien und Senioren

Die GWG versuche weiterhin, 20 bis 30 Prozent der Neubauten als sozialen Wohnraum anzubieten. Die insgesamt 800 Wohnungen bilden aber jede Ansprüche der Reutlinger ab, sagt Güthert. Die OB legt zudem Wert darauf, diesen geplanten Wohnbau von der Flüchtlingsunterbrinung zu trennen: In der öffentlichen Wahrnehmung rutsche der Wohnungsbau oft hinten unter, „doch es passiert sehr viel in der Stadt.“

Drei Projekte mit 158 Wohnungen fertiggestellt

In den vergangenen vier Wochen konnte die GWG-Wohnungsgesellschaft bereits drei Projekte fertigstellen: In der Heilbronner Straße in Orschel Hagen wurden bis Ende Oktober 56 Wohnungen modernisiert. Die meist älteren Bewohner der vier Gebäude wurden stark in die Renovierung eingebunden und konnten ihre Vorschläge bei der GWG einbringen. Am Lerchenbuckel wurden 28 Wohnungen in 6 Mehrfamilienhäuser gebaut. 18 davon hat die GWG verkauft, die 10 anderen vermietet die GWG selbst. Erst vor zwei Wochen konnte die GWG 74 neue Sozialwohnungen im Wohnhof III in der Pestalozzistraße im Schafstall einweihen. 213 Bewohner leben in den 8 Gebäuden zu Mietpreisen, die etwa 30 Prozent unter dem Durchschnitt liegen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.11.2015, 18:05 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball