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Sulz

Die Morgensonne malt gerade noch die letzten orangefarbenen Streifen an den bewölkten Himmel, da her

18.10.2019

Von Cristina Priotto

Valentina und Tobias Gerster freuen sich über den guten Fortschritt auf der Baustelle im Interkommunalen Gewerbegebiet Sulz-Vöhringen. Der Sulzer Heizungs- und Sanitärbetrieb wird im 130. Jahr des Bestehens den Standort vom Wöhrd in den „InPark A81“ verlagern. Bild: Cristina Priotto

Die Morgensonne malt gerade noch die letzten orangefarbenen Streifen an den bewölkten Himmel, da herrscht auf der Baustelle von Sanitär Gerster im „InPark A81“ bereits ordentlich Betrieb: Bagger, Kran und Handwerker sind seit drei Wochen im Einsatz. Aktuell werden die Fundamente für die Bodenplatte gegossen.

Tobias und Valentina Gerster, in vierter Generation Inhaber des Heizungs- und Sanitärbetriebs aus Sulz, hatten im April ein Baugesuch für den Neubau eines zweistöckigen Werkstatt-, Lager- und Bürogebäudes in der Karl-Drais-Straße m Interkommunalen Gewerbegebiet (IKG) eingereicht.

„Wir hoffen, dass das Gebäude bis zum Jahresende fertiggestellt ist, so dass über den Winter der Innenausbau beginnen kann“, gab Tobias Gerster am gestrigen Donnerstag beim Pressetermin den geplanten Zeitablauf bekannt. Den Umzug peilt der Betrieb mit aktuell sieben Mitarbeitern für Sommer 2020 an. Die Fläche des Neubaus entspricht in etwa der des seit 1937 genutzten Gebäudes in der Zeppelinstraße 16.

Insbesondere in den vergangenen zehn Jahren habe sich der Charakter der Wöhrd-Umgebung stark hin zu einem Wohngebiet entwickelt, zudem hätte das alte Gebäude saniert werden müssen, was sich jedoch nicht mehr rentiert hätte, begründet der Chef den Umzug. Als eines der letzten produzierenden Gewerbe verursachte Gerster zudem Lieferverkehr. „Das wollten wir den Nachbarn nicht länger zumuten“, sagt Tobias Gerster.

Ein Wegzug aus Sulz kam nie in Frage, weshalb Gersters die Ausweisung des „InParks“ als „prima Voraussetzung und Chance“ sehen, sich dorthin auszusiedeln. Weiterer Vorteil: Der Standort liegt sehr gut sichtbar oberhalb der Kreisstraße Richtung Wittershausen und erfüllte somit das Kriterium, gut wahrgenommen zu werden. Zudem kommen die Mitarbeiter und die meisten Kunden aus Sulz und der näheren Umgebung. „Wir gehören fest hierher“, betont Valentina Gerster und bezeichnet das Grundstück mit einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern als „Wunschstandort“.

Der künftige Firmensitz wird aus einem gemauerten, zweistöckigen Bürobereich mit Satteldach bestehen. Bei der Halle setzen Gersters auf Holz in Sandwichbeplankung – ein Bekenntnis zu regenerativen Energien, deren Bedeutung stetig steigt.

Das Innere des Neubaus bietet mehr Platz, zudem ist das Gebäude so auf der Fläche platziert, dass der Heizungs- und Sanitärbetrieb bei Bedarf in alle Richtungen erweitern kann. Vorgesehen ist auch ein Ausstellungsbereich für Heizungen. „Barrierefreie Bäder und regenerative Energien, insbesondere Pelletsheizungen, werden immer stärker nachgefragt“, beobachtet Tobias Gerster, der den Familienbetrieb seit 2008 in vierter Generation führt. Die Auslastung ist sehr hoch, die Schwerpunkte liegen derzeit auf der Sanierung von Heizungen in Altbauten bei Privatkunden, weniger auf Neubauten.

Genügend Parkplätze für Kunden und Zulieferer auf dem Grundstück sind eingeplant, weitere Stellplätze gibt es entlang der Karl-Drais-Straße.

Von der Investition in einen Neubau an einem modernen Standort erhofft sich der Betrieb auch, für Auszubildende und Fachkräfte attraktiv zu sein. Noch findet Gerster Lehrlinge, aber eher über Schulpraktika.

Glasfaser bereits beantragt

Das Schlamassel um fehlende Glasfaserkabel hat das Unternehmer-Paar natürlich aufmerksam verfolgt: „Wir haben diese Woche einen Antrag bei der Telekom gestellt und gehen davon aus, dass der Anschluss bis zum Standortwechsel funktioniert“, sagte Gerster ein dreiviertel Jahr im Voraus augenzwinkernd-optimistisch.

Die geplante Einweihung im Sommer 2020 fällt mit dem 130. Firmen-Jubiläum zusammen. Tobias und Valentina Gerster werden doppelt Grund zum Feiern haben – im Bewusstsein der Tradition, aber mit Blick auf die Zukunft.

Kurze Geschichte der Firma Gerster im Überblick:

1890: Andreas Gerster eröffnet in Sulz eine Kupferschmiede in der Torstraße. Später zieht die Werkstatt mit Laden in die Bergstraße 24 um.

1930: Übernahme durch die Söhne Albert und Hermann Gerster.

1937: Gebrüder Gerster kaufen Grundstück auf dem einstigen Gelände der Saline und errichten ein neues Gebäude für die Werkstatt. Die Firma verkauft Wasserkessel aus der Kupferschmiede.

1964: Horst Gerster übernimmt den Betrieb als Heizungsbauer- und Sanitärmeister, später stößt Bruder Volker dazu.

2008: Tobias Gerster übernimmt die Firma als Lüftungsbauer- und

Zentralmeister und ist zugleich Betriebswirt. Der Betrieb spezialisiert sich auf die Erneuerung von Heizungen und auf Badsanierungen.

2019: Start des Neubaus von Gerster im „InPark“.

Neuer Standort zum Jubiläumsjahr Firmen Sanitär Gerster baut im „InPark A81“ ein neues Büro- und Lagergebäude. Der Umzug ist für Sommer 2020 geplant.

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Erstellt:
18. Oktober 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Oktober 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 01:00 Uhr

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