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Bundestagswahl

Die Rote Laura setzt sich ein

Laura Halding-Hoppenheit tritt für die Partei Die Linke an.

16.09.2017

Von cap

Von den neun Kandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen ist Laura Halding-Hoppenheit mit 75 Jahren die Älteste. Die gebürtige Rumänin wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. „Ich kann mich daher mit jedem identifizieren, der sozial am Rand der Gesellschaft steht“, sagte die Akademikerin der SÜDWEST PRESSE.

In den 1970er-Jahren kam die damalige Kunstgeschichts- und Archäologie-Studentin dank eines Promotionsstipendiums nach Hamburg, litt dort jedoch unter Verständigungsproblemen. Akzeptanz fand die Einwandererin im Kreis der Schwulen und nahm sich damals aus Dank vor, sich gegen die Diskriminierung Homosexueller zu engagieren.

Die erste Ehe hielt nur sechs Wochen, Hiltram Halding-Hoppenheit, ihrem zweiten Ehemann, verdankt Laura Halding-Hoppenheit den Doppelnamen, zwei Kinder und den Umzug nach Stuttgart. Auch eine dritte Ehe wurde geschieden.

Zu Bekanntheit gelangte die engagierte Frau ab 1977 durch die Arbeit im „Kings Club“ in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, einem Lokal für homosexuelle Männer. 1989 eröffnete die Kämpferin für die Rechte von Süchtigen, Prostituierten und Homosexuellen den Club als „Lauras Club“ neu. Als Gastronomin betrieb die zweifache Mutter zeitweise vier Lokale parallel.

Politisch engagiert sich Halding-Hoppenheit seit 2014 für die SÖS Linke Plus im Stuttgarter Gemeinderat. Warum Die Linke? „Ich habe mich berufen gefühlt, für diese Partei aktiv zu werden“, erzählt Halding-Hoppenheit, die gegen soziale Armut und Diskriminierung kämpfen möchte. Die Chancen der Linken im Südwesten sieht die 75-Jährige realistisch: „Es ist aber wichtig, dass wir mit einer eigenen Kandidatin vertreten sind, Flagge zeigen und uns wie ein roter Faden durchs Land ziehen“, sagt die Kandidatin mit den knallrot gefärbten Haaren.

Unterwegs im ländlichen Raum

Für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen wurde die Stuttgarterin gefragt, weil es im hiesigen Gebiet keine anderen Bewerber gab. „Ich habe gesagt, ich nehme die Herausforderung an und mache es“, erzählt Laura Halding-Hoppenheit unserer Zeitung. „Es ist für mich als Großstadtbewohnerin interessant, auch die Bedürfnisse der Menschen im ländlichen Raum kennenzulernen“, nennt die Linken-Politikerin Vorteile.

Die Mittsiebzigerin ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, des „Rosa-Detlef“-Preises und des „PositiHIV-Preises“ sowie Ehrenmitglied der Deutschen Aids-Hilfe. Die Dehoga-Unternehmerfrauen ernannten Laura Halding-Hoppenheit 2016 zur „Unternehmerfrau des Jahres“ wegen ihres sozialen Engagements gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten. Rosa von Praunheim drehte 2014 eine Doku mit dem Titel „Laura – Das Juwel von Stuttgart“ über die Aktivistin.

Die Präsenz im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen beschränkte die Linken-Kandidatin auf Termine in Rottweil und Tuttlingen. Plakate mit Halding-Hoppenheits Konterfei hängen in Sulz nicht.

Kandidaten-Portraits

Die SÜDWEST PRESSE stellt die neun Kandidaten aus dem Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, die sich für die Wahl zum Bundestag bewerben, in

einer losen Serie bis zur Wahl vor.

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Erstellt:
16. September 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2017, 01:00 Uhr

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