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Ein 52-jähriger Entringer verlor beim Brand seines Bauwagens seine ganze Habe
Die Stange rechts im Hintergrund blieb nach einem Brand übrig vom Camper eines Entringers. Auch der Bauwagen, in dem die Feuerwehrleute noch Glutnester bekämpfen, brannte völlig aus. Bild: Beißwenger
Nach dem Brand: Nur Handy und Hunde bleiben ihm

Ein 52-jähriger Entringer verlor beim Brand seines Bauwagens seine ganze Habe

Jetzt hab ich gar nichts mehr.“ Ein 52-jähriger Entringer stand gestern Morgen im Gewann Schneckenhalde vor den rauchenden Resten seiner Behausung in den Streuobstwiesen am Schönbuchtrauf. Er hatte selbst die Feuerwehr alarmiert.

23.12.2016
  • Mario Beißwenger

Als er gestern Morgen seine Tiere fütterte, habe es eine Explosion im Bauwagen gegeben. Die Flammen seien gleich zum Dach hinausgeschossen. Einen explodierenden Ofen vermutete der sichtlich unter Schock stehende Mann.

Kurz vor 9 Uhr erreichte der Alarm die Feuerwehr, die mit drei Fahrzeugen und 17 Mann ausrückte. „Retten haben wir nichts mehr können“, sagte der Kommandant Dieter Karmann an der Brandstelle. Die Löscharbeiten waren auch nicht so einfach, weil erst eine Leitung zum Ort gelegt werden musste. Die Polizei geht auch von einer Verpuffung im Ofen als Brandursache aus.

Tiere wurden gerettet

Abgebrannt sind der kleine Campingwagen und der Bauwagen – und tatsächlich die letzte Habe des Entringers. „Normalerweise nehm ich Portemonnaie und den Führerschein mit raus. Jetzt hab ich nur noch das Handy und die Sachen, die ich an habe.“

Die Situation ist doppelt tragisch, weil der Mann schon vor viereinhalb Jahren mit einem Brand konfrontiert war. Im April 2012 brannte die Scheuer seines damaligen Anwesens in der Entringer Kirchstraße nieder. Nur ein nächtlicher Großeinsatz der Feuerwehr konnte damals ein Übergreifen auf Nachbargebäude im Dorfkern verhindern. Zwei ältere Traktoren brannten komplett aus, die Polizei bezifferte den Schaden damals auf rund 100 000 Euro.

Damals wie auch gestern konnten immerhin die Tiere gerettet werden. In der Kirchstraße waren es zwei Pferde und die Koi-Karpfen. In der Streuobstwiese lebt er mit Geflügel, Schaf und Ziegen. Die Kaninchen, im Stall direkt neben dem niedergebrannten Wohnwagen untergebracht, saßen unterm Käfig auf der Wiese. Die Gänse drückten sich weiter weg vom Feuer in ihrem Gehege.

Ganz wichtig für den 52-Jährigen war auch, dass Kia und Pit, seine beiden Hunde, noch bei ihm sind. Kia hatte er auf dem Arm: „Die ist auch ganz durcheinander.“ Er selbst hatte nicht wie sonst oft in seinem Minicamper geschlafen, sondern hatte bei Freunden übernachtet. Er war, als das Feuer ausbrach, draußen beim Füttern der Tiere. Den 52-Jährigen trafen zuvor schon andere Schicksalsschläge. Sein früheres Haus in der Kirchstraße mit der längst schon wieder aufgebauten Scheuer musste er verkaufen. Wegen einer chronischen Krankheit ist der frühere Daimler-Beschäftigte arbeitsunfähig.

Ein Trost in dieser Lage ist sein gutes Netzwerk im Ort. An der Brandstelle standen ihm zwei Bekannte zur Seite, unter den Helfern der Feuerwehr war auch einer. Provisorisch wird er bei einem seiner Bekannten unterkommen können. Sein Rückzugsort am Schönbuchhang ist aber zerstört. Den Sachschaden bilanziert die Polizei mit 2500 Euro. Nachdem der Entringer sein separat untergebrachtes Stromaggregat angeworfen hatte, konnte er wenigstens sein Handy laden und telefonieren.

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23.12.2016, 01:00 Uhr

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