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Ein Halleluja für die Schule
Fröhliche Gesichter beim Spatenstich: Julia Schmid (Kommissarische Rektorin Grundschule Entringen), Wolfgang Borgards (K9 Architekten), Schulamtsdirektor Roland Hocker, Projektsteuerer Gerd Grohe, Christian Rapp (Kommissarischer Rektor Gemeinschaftsschule Ammerbuch), Franz Traub (Riedel Bau), Landrat Joachim Walter, Hauptamtsleiterin Gretel Rauscher, Bürgermeisterin Christel Halm und Regierungspräsident Klaus Tappeser.Bild: Hantke
Bildungszentrum

Ein Halleluja für die Schule

Nach 20 Jahren Diskussion und drei Bürgerentscheiden war gestern Spatenstich für die Ammerbucher Gemeinschaftsschule samt Sporthalle.

24.11.2016
  • Manfred Hantke

Ganz nervös war sie gewesen, hat kaum geschlafen, schon um dreiviertel Vier war sie wach. Kein Wunder: Ammerbuchs Bürgermeisterin Christel Halm hatte einen Freudentag vor sich. Endlich Spatenstich für das Ammerbucher Bildungszentrum samt Turn- und Mehrzweckhalle.

Das triste Novemberwetter hielt kaum einen fern vom Ammerbucher Event. Nur aus Termingründen sagten Landtags- und Bundestagsabgeordnete ab. Über 100 Leute waren gestern um 11 Uhr zum Entringer Bahnhof gekommen – Gemeinderäte, Kirchen- und Vereinsvertreter, Polizei, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Großeltern, auch Alt-Bürgermeister Hugo Dieter war da. Sie alle wollten dabei sein, wenn ganz offiziell der Beginn der Bauarbeiten für das Schulzentrum in Szene gesetzt wird.

Erleichterung und Freude der Bürgermeisterin waren deutlich spürbar. Gleich drei Hits wählte Christel Halm, um den Spatenstichtag zu beschreiben: „Halleluja“ vom kürzlich verstorbenen Leonhard Cohen, „What a wonderful world“ (Louis Armstrong) und „We are the Champions“ (Queen). Dermaßen beschwingt rief sie aus: „Wir haben es geschafft“ – nach 20 Jahren Diskussion und drei Bürgerentscheiden.

„Viele haben es nicht mehr geglaubt“, so Halm, aber nun werde „das Leuchtturmprojekt“ für Ammerbuch auf den Weg gebracht. Die Bürgermeisterin dankte allen, die am Zustandekommen beteiligt waren, etwa den (ehemaligen) Grundstückseigentümern, dem Landratsamt, das den Bebauungsplan in einer Rekordzeit von einem Jahr genehmigt hat, dem Landessportbund und den Vereinen.

Lob hatte Halm auch für das Entringer Lehrerkollegium. In einer Nacht- und Nebelaktion sei ihm mitgeteilt worden, dass die Entringer Schule abgerissen werde, es dafür eine neue bekomme. „Mit Blick auf die Kosten“ sei nun mit dem Bildungszentrum und der Sporthalle „das Beste erarbeitet“ worden. Es sei auch das Verdienst von Gerd Grohe, dem Projektsteuerer. Und natürlich auch das von Gretel Rauscher, der Hauptamtsleiterin, „Mama des Projekts“, wie Halm sagte. Sie sei stets mit dabei, „sie weiß alles“.

Mit einer Sternschnuppe verglich Regierungspräsident Klaus Tappeser in seinem Grußwort den gestrigen Tag. Obwohl er nur wenig Zeit hatte, wollte er doch dabei sein, denn solche Ereignisse scheinen nur kurz auf, man sollte sie nicht verpassen. Schul- und Sporthallenneubau beendeten, was Anfang der 1970er Jahre begonnen hat: die Gemeindereform. Es sei eine „Schule für alle“.

Tappeser lobte den Standort („es gibt keinen zentraleren Ort als hier am Bahnhof in Entringen“), den Mut der Verantwortlichen – auch „hinsichtlich der Finanzen“. „Die Schulform ist sekundär“, so Tappeser, „es kommt auf die Qualität des Unterrichts an“, ist er überzeugt. Und Ammerbuch habe gute, ja „ausgezeichnete Qualität“. Er war sich sicher, dass die Gemeinschaftsschule „hervorragende Leistungen bringen“ wird.

Den symbolischen Beginn der Bauarbeiten für den „Bildungsstandort Ammerbuch“ nannte Landrat Joachim Walter einen „historischen Tag“, Geduld und Weitblick würden sich auszahlen. Die Diskussionen der vergangenen Jahre hätten zwar in so manche Einbahnstraße und Sackgasse geführt. Aber: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Damit die Schüler sicher in ihre neue Schule kommen, wird der Entringer Bahnhof umgebaut. Der Zweckverband ÖPNV will sich daran mit 845 000 Euro beteiligen.

Den Baufreigabeschein hatte Walter zwar mitgebracht, ihn aber im Auto liegen lassen. Den erhielt Halm später in der Zehntscheuer, wo es zur Feier des Tages noch einen Umtrunk und Imbiss gab.

Drei Bürgerentscheide bis zum Baubeginn

Zum ersten Mal – unter Bürgermeister Hugo Dieter – kippte ein Bürgerentscheid 1997 das Schulprojekt in Poltringen. Nachfolger Friedrich von Ow ließ sich 2003 seinen Plan für eine Realschule hinter dem Entringer Bahnhof durch einen Bürgerentscheid absegnen. Umgesetzt hat er die Schule nicht. Beim Plebiszit 2013 stimmte eine Mehrheit für Schule und Halle in Altingen. Doch Bürgermeisterin Christel Halm kam zum Schluss, dass sich die Gemeinde das Projekt nicht leisten kann (32 Millionen). Aus diesem Grund kassierte im Februar 2015 das Landratsamt die dreijährige Bindungswirkung des Bürgerentscheids. Der Weg für Entringen war frei.

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24.11.2016, 01:00 Uhr

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