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Ein Wiedersehen mit Ungarn unter anderen Voraussetzungen
Uwe Gensheimer reiste nach einem Trauerfall in der Familie mit Verspätung nach Frankreich. Gestern traf der Kapitän der deutschen Mannschaft in Rouen ein und wird heute zum Auftakt gegen Ungarn gleich richtig gefordert sein. Foto: dpa
Handball-WM

Ein Wiedersehen mit Ungarn unter anderen Voraussetzungen

Deutschland hatte bei der EM vor einem Jahr mit dem heutigen Auftaktgegner kein Problem. Der Respekt des Europameisters ist trotzdem groß.

13.01.2017
  • SEBASTIAN SCHMID

Rouen. Der erste offizielle Pressetermin für Dagur Sigurdsson begann mit einem Lächeln. Als der Bundestrainer den kleinen Konferenzraum im Teamhotel sah, in dem sich die etwa 40 Journalisten zusammenpferchen mussten, konnte sich der Isländer einen Schmunzler nicht verkneifen.

Als Sigurdsson hinter dem Mikrofon auf seinem Stuhl Platz genommen hatte, herrschte aber wieder die von ihm gewohnte stoische Ruhe. Nüchtern, sachlich und wortkarg umriss der 43-Jährige die aktuelle Situation. „Sehr wichtig“ sei es, im heutigen Spiel in der Kindarena in Rouen gegen Ungarn (17.45 Uhr/live auf handball.dkb.de) mit einem Sieg in die Weltmeisterschaft zu starten. Allerdings nicht überlebenswichtig, wie die Vergangenheit gezeigt hat. „In Katar haben wir in seiner sehr schweren Gruppe gut angefangen. Bei der EM sind wir mit einer Niederlage gestartet. Wir kennen beide Situationen“, stellte Sigurdsson klar, für den es sein letztes Turnier mit Deutschland ist, bevor Japans Nationalmannschaft übernimmt.

So unterschiedlich der Start in die beiden vorangegangenen Turnieren war, so unterschiedlich war auch deren Ausgang. Bei der WM 2015 blieb Deutschland in der Vorrunde ungeschlagen, unterlag dann aber im Viertelfinale Gastgeber Katar mit 24:26 und wurde am Ende Siebter. Vor einem Jahr in Polen startete die Auswahl des Deutschen Handball-Bunds (DHB) hingegen mit einer 29:32-Niederlage gegen Spanien ins Turnier. Zwei Wochen später standen sich beide Nationen im Finale erneut gegenüber. Mit einem überragenden 24:17-Sieg holte sich Deutschland den Titel.

Auf dem Weg zur EM-Krone trafen Keeper Andreas Wolff und Co. in der Zwischenrunde auf Ungarn. Es wurde letztlich eine klare Angelegenheit (29:19). Seitdem hat sich allerdings einiges getan. Trainer Talant Dujshebaev musste nach der EM gehen, seitdem hat sein spanischer Landsmann Xavier Sabate das Sagen. Der ist auch noch Trainer des ungarischen Spitzenklubs Veszprem, der den Großteil der Nationalspieler stellt. „Deshalb kennen sie sich gut und sind sehr eingespielt“, sagt Sigurdsson, der davor warnt, den Auftaktgegner mit jenem Team von der EM zu vergleichen. „Wir treffen auf ein Team, das im Kommen ist. Deshalb haben wir riesigen Respekt. Wir wissen, dass wir gut sind, aber das wird ein schweres Stück Arbeit.“

Da ist es gleich doppelt gut, dass Uwe Gensheimer gestern Nachmittag in Rouen zum Team stieß. Der Kapitän war in den vergangenen Tagen bei seiner Familie in Mannheim gewesen, nachdem sein Vater überraschend verstorben ist. Gemeinsam mit Teammanager Oliver Roggisch machte sich Gensheimer gestern dann auf den Weg nach Frankreich. „Ich werde die Weltmeisterschaft spielen. Das hätte mein Vater so gewollt,“ teilte der Star des deutschen Teams mit, der allerdings während des Turnier noch zur Beerdigung, deren Termin noch nicht feststeht, noch einmal in die Heimat reisen wird.

Bis dahin sollte Rune Dahmke wieder fit sein. Der Linksaußen vom THW Kiel hatte über Nacht die Grippe bekommen, weshalb Gensheimer dringend benötigt wird. Sigurdsson hat keinerlei Bedenken, dass der 30-Jährige vom französischen Starensemble Paris St. Germain in irgendeiner Weise abgelenkt ist: „Wenn ich ihn richtig kenne, dann ist er heiß darauf, zu spielen.“ Gemeinsam mit Deutschland kämpfen Ungarn und Kroatien in Gruppe C um die beste Ausgangslage fürs Achtelfinale. Chile, Saudi-Arabien und Weißrussland werden den Vierten, der ebenfalls die K.o.-Runde erreicht, wohl unter sich ausspielen. Bei einem normalen Turnierverlauf und einem deutschen Auftaktsieg, dürfte es dann am letzten Vorrundenspieltag gegen Kroatien um den Gruppensieg gehen. Sollte der gelingen, hätte Sigurdsson einen weiteren Grund für ein kleines Lächeln.

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13.01.2017, 06:00 Uhr

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