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„Ein alter Hase wäre hilfreich“
Feuert seine Jungs in jedem Spiel immer lautstark an: HSG-Neckartal-Trainer Harald Böß. Bild: Ulmer
Das Mittwochs-Interview

„Ein alter Hase wäre hilfreich“

Handball-Trainer Harald Böß bangt mit seinem jungen Team der HSG Neckartal noch um den Klassenerhalt. Für die neue Saison sucht der 36-Jährige schon Neuzugänge – auch für seinen Posten.

12.04.2017
  • Maik Wilke

SÜDWEST PRESSE: Herr Böß, das Spiel vor zwei Wochen gegen die TG Schömberg ging vor allem in der zweiten Hälfte verloren. Ist Ihrer Mannschaft die Puste ausgegangen?

Harald Böß: In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und haben gut ins Spiele reingefunden. Nach der Pause haben wir gleich vier Tore kassiert, zudem stand Schömberg mit einer kompakten Abwehr richtig gut. Aber es stimmt schon, in der zweiten Hälfte hat uns auch die Kondition gefehlt.

Fehlt Ihren Spielern Ausdauer?

Nein, das würde ich nicht sagen. Wir haben viel mehr das Problem, dass unser Kader zu klein ist. Wir wussten schon vor der Runde, dass wir höchstens 14 Leute im Kader haben, die auf dem Niveau der Bezirksklasse spielen können. Mit Manuel Weidhase, der zum Studium weggezogen ist, und dem verletzten Sebastian Haaga, wohl einem der Top 5 Linkshänder in der Liga, sind uns zwei weitere Spieler weggebrochen. Während der Gegner also munter durchwechselt, stehen unsere Spieler länger auf dem Feld.

Die guten Ergebnisse in der ersten Halbzeit zeigen, dass man durchaus mithalten kann. Wäre es aber nicht besser, Kräfte am Anfang zu schonen, um einen Einbruch am Ende zu vermeiden?

Wir müssen dieses Tempo gehen, um überhaupt mithalten zu können.

Wie gehen Sie im Training auf die Schwäche, den kleinen Kader, ein?

Wir trainieren sowieso schon viel Athletik. Da bringt es kaum was, noch mehr zu tun. Jetzt haben wir vor dem letzten Saisonspiel noch zwei Wochen. Da werden wir im Training alles reinlegen, um bestmöglichst vorbereitet zu sein.

Mit einem Altersdurchschnitt von etwa 23 Jahren ist Ihr Team sehr jung. Fehlt ein Routinier?

Mit Matthias Niethammer kommt ja einer zurück, beziehungsweise seit Weihnachten ist er schon im Kader. Ansonsten können wir noch keine Zugänge für die neue Saison melden – haben aber immer die Ohren offen. Das Team soll zwar insgesamt jung bleiben, aber klar: Wenn ein alter Hase dazu kommt, wäre das hilfreich. Vor allem zwei Rückraumspieler und ein starker zweiter Torwart stehen auf unserer Suchliste.

Kommen Spieler aus der eigenen Jugend nach?

Eher nicht. Wir haben viele Spieler im Verein, die gerade ihr Abitur machen und nächstes Jahr studieren möchten. Dann sind die auch wieder weg. Mit Robin Heizmann kommt einer aus der A-Jugend, der allerdings schon seit diesem Winter bei den Aktiven in der Mannschaft steht. Von daher ist er eigentlich auch kein wirklicher Neuzugang für die kommende Spielzeit.

Sie haben noch ein Saisonspiel, der größte Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, HK Ostdorf/Geislingen, noch drei. Wie groß ist die Angst vor dem Abstieg?

Da aller Voraussicht nach zwei Mannschaften absteigen, haben wir es mit einem Heimsieg am 29. April gegen den derzeit Letzten, Winterlingen-Blitz, alles selbst in der Hand. Es ist allerdings ärgerlich, dass wir in engen Heimspielen wie gegen Streichen oder zuletzt gegen Albstadt nicht gewonnen haben. Wenn wir die Punkte zu Hause geholt hätten, könnten wir jetzt schon Fußball spielen.

Dennoch sind Sie erst vergangenes Jahr in die Bezirksliga aufgestiegen. Wo sehen Sie die Stärke Ihrer Mannschaft?

Die Geschlossenheit. Alex Mäntele führt die Truppe super an. Außerdem haben wir bis auf ein, zwei Ausreißer eine klar verbesserte Verteidigung. Wir kassieren im Schnitt nur 19 bis 22 Tore – das müsste bei einem starkem Angriff reichen, um Spiele zu gewinnen. Vorne fehlt uns aber oft die Durchschlagskraft.

Warum fehlt die? Nimmt man die Würfe zu schnell?

Die Cleverness, den entscheidenden letzten Pass zu spielen, fehlt manchmal. Das liegt auch an mangelnder Erfahrung.

Wie sieht es um Ihre eigene Zukunft aus? Bleiben Sie Trainer der HSG-Männer?

Das steht noch nicht fest. Parallel zu Spielern suchen wir auch einen neuen Trainer, weil ich als Vorsitzender doch sehr beansprucht bin. Daher bleibe ich nur Trainer, wenn wir keinen anderen finden. Das Gute ist, dass wir so keinen Druck haben, jemanden zu finden.

Gibt es schon Kandidaten?

Wir haben schon einige Gespräche geführt, aber es ist unheimlich schwer, für die Bezirksliga einen Trainer zu finden. Für jeden, der 40 bis 50 Minuten anfahren muss, ist die Liga zu wenig. Dafür lohnt sich die Anfahrt nicht. Und für unerfahrene Handball-Trainer ist die Bezirksliga zu hoch. Man kann ja nicht irgendwen an die Seitenlinie stellen.

Zur Person

Harald Böß ist 36 Jahren alt und wohnt in Altoberndorf. Als Elektroservicetechniker arbeitet Böß bei „Elektro Hämmerle“ in Herrenberg. Er ist nicht nur Trainer der HSG Neckartal, sondern gleichzeitig noch Vorsitzender des Vereins.

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12.04.2017, 01:00 Uhr

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