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Ein bisschen Frieden...
Matthias Kreutzer (mit Freundin), Philipp Rochold und Ralph Zimmermann (von links) bewarben sich um die Stelle des Bürgermeisters. Der Gemeinderat entschied sich am Dienstagabend mit 18 von 31 Stimmen für Zimmermann. Bild: Kuball
Bürgermeisterwahl

Ein bisschen Frieden...

Ralph Zimmermann ist der neue Horber Bürgermeister. Aber der Wunschkandidat aller Fraktionen war er nicht. Die SÜDWEST PRESSE hat nachgefragt.

27.04.2017
  • Dagmar Stepper

Der Gemeinderat wählte am Dienstagabend Ralph Zimmermann zum neuer Horber Bürgermeister. Auf den 48-jährigen Ministerialrat entfielen 18 der 31 Stimmen. Doch auch die Mitbewerber hatten ihre Anhänger: Für Matthias Kreutzer (SPD) stimmten neun Räte, für den parteilosen Philipp Rochold vier. Die SÜDWEST PRESSE hat sich bei den Fraktionen erkundigt, wer ihr Favorit im Rennen war, was sie sich vom neuen Bürgermeister erhoffen und ob mit einem Liberalen mehr Frieden in den Gemeinderat einzieht.

Michael Keßler (CDU): „Ich persönlich finde, dass unter den drei Bewerbern Ralph Zimmermann der geeignetste Bürgermeister für Horb ist“, sagt der CDU-Fraktionschef. Zimmermann bringe die besten Fähigkeiten mit. Der Horber Bürgermeister müsse über ein technisches Wissen verfügen und Verwaltungserfahrung mitbringen. Genau das vereine Zimmermann. „Außerdem harmonisiert seine Persönlichkeit mit der Persönlichkeit von Oberbürgermeister Peter Rosenberger“, merkt Keßler an. Das sei wichtig. Ob ein CDU-FDP-Tandem mehr Frieden und Konsens in den Gemeinderat bringt, das kann er
sich vorstellen. „Die FD/FW-Fraktion fühlt sich durch einen liberalen Bürgermeister vielleicht mehr eingebunden in die Horber Politik und Verwaltung.“ Aber von einem „Burgfrieden“ will Keßler nicht sprechen.

Dr. Alfred Seifriz (FD/FW): „Ralph Zimmerman war unser Wunschkandidat, weil er aus unserer Sicht einfach am besten für das Amt qualifiziert ist“, betont Seifriz. Der FD/FW-Fraktionschef traut ihm zu, in Horb etwas Neues bewegen zu können. Von Zimmermann wünscht er sich, dass er sich für Horb einsetzt – im guten Einvernehmen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung. „Gemeinsam an einem Strang ziehen, kann ich mir mit ihm gut vorstellen.“ Dass seine Fraktion mit einem liberalen Bürgermeister nun einen „Burgfrieden“ mit der CDU schließt, will Seifriz so nicht stehen lassen. „Klar haben wir uns hin und wieder ‚gefetzt‘, aber Grabenkämpfe ist das falsche Wort.“ Das sei auch normal, schließlich seien die CDU und die FD/FW-Fraktion Konkurrenten, die beide in der Mitte geordert sind und in gleichen Gewässern fischen. „Aber es muss nicht viel befriedet werden.“

Thomas Mattes (SPD): „Nein, Ralph Zimmermann war nicht unser Wunschkandidat. Er war nur der drittbeste Bewerber“, sagt Mattes. Zimmermann hätte sich äußerst nebulös geäußert, als Vermessungsingenieur bringe er nicht die erforderlichen Fähigkeiten für das Dezernat II mit. Daher erwartet er auch nicht viel von Zimmermann als neuen Bürgermeister. „Es war ein freundlicher Auftritt, aber ich habe keine Ideen gesehen. Das ist mir zu wenig“, sagt Mattes. Zimmermann müsse jetzt erst mal die SPD überzeugen, dass er der richtige Mann für das Amt sei. „Das hat aber nichts mit Parteipolitik zu tun“, betont der SPD-Fraktionschef. Er ist auch davon überzeugt, dass die Liberalen mit der CDU einen „Burgfrieden“ geschlossen habe. Die FDP habe in den vergangenen Jahren immer wieder scharf die CDU angegriffen. Vor der OB-Wahl im Juli wolle die CDU jetzt das bürgerliche Lager hinter sich bringen. „Die CDU muss sich jetzt fragen, ob der beste Kandidat gewonnen hat oder ob sie sich Ruhe für die OB-Wahl schaffen wollte.“

Hermann Walz (ULH): „Ralph Zimmermann ist mein Kandidat. Das habe ich von Anfang an gesagt“, äußert sich Walz. Zimmermann bringe die notwendigen Erfahrungen mit, um Horb voranzubringen. „Er hat wenig Ideen präsentiert, aber das finde ich gut. Als Außenstehender ist man in der Materie ja nicht so drin“, sagt der ULH-Fraktionsvorsitzende. Der neue Bürgermeister solle sich lieber in Ruhe einarbeiten und dann seine Ideen entwickeln. Einen Wunsch hat er an Zimmermann: „Dass er das mit der 17-Finger-Hand auch so umsetzt und so zeigt, dass die Teilorte was wert sind.“ Über einen möglichen parteipolitischen Schulterschluss zwischen CDU und den Liberalen sagt Walz nicht viel. „Bei Sachfragen wird es immer wieder Kontroversen geben.“ Von ständigem Konsens hält er nicht viel: „Es wäre schlimm, wenn immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.“

Ilse Braitmaier (OGL): „Unser Wunschkandidat war Matthias Kreutzer“, sagt die OGL-Stadträtin. Doch sie sagt fast im selben Atemzug: „Wir können uns auch gut vorstellen, mit Ralph Zimmermann zusammenzuarbeiten.“ Braitmaier hat die offene Art von Zimmermann beeindruckt und dass er andere Meinungen annehmen kann. Das wünscht sie sich auch vom neuen Horber Bürgermeister: „Ich hoffe, er macht keine Parteipolitik, sondern ist für alles offen. Ich wünsche mir, dass es ihm bei seiner Arbeit um die Stadt geht. Und das traue ich ihm auch zu.“ Ob es nun friedfertiger im Gemeinderat zugeht, das hängt ihrer Meinung nach auch von der SPD ab. „Die SPD war sehr enttäuscht, dass es Herr Kreutzer nicht geschafft hat.“ Aber man müsse das Ergebnis akzeptieren: „Es war eine demokratische Wahl und es konnte nur einen Gewinner geben.“ Für die CDU- und die FD/FW-Fraktion bedeute es wohl mehr Frieden. Aber für sie ist vor allem eins wichtig: „Wir sollten jetzt nach vorn schauen und das Positive sehen.“ Wichtig sei, was gut für Horb ist. „Wir haben so viele Ziele für die Stadt. Diese umzusetzen sollte jetzt im Vordergrund stehen.“

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27.04.2017, 01:00 Uhr

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