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Horb · Auf eine Stadionwurst mit…

Einsatz in jeder Funktion

Bernd Faißt. Der 43-Jährige war Spieler, Trainer und Spieler-Trainer beim SV Baiersbronn und kommt so auf 612 Spiele für seinen Verein.

20.07.2019

Von Philipp Sigle

Bernd Faißt (Bildmitte) scheute für den SV Baiersbronn keinen Zweikampf, egal ob am Boden oder in der Luft. Archivbild

Schon mit fünf Jahren begann Bernd Faißt, für seinen Heimatverein SV Baiersbronn zu spielen. Kein Wunder also, dass er die meisten aktiven Spiele im Verein hat. „612 Spiele habe ich gemacht, und ich glaube, da kommt auch keins mehr dazu“, sagt Faißt lachend. Obwohl er damit Rekordträger ist und zusammen mit seinem Vater sogar auf 1150 Spiele kommt, bleibt er bescheiden: „Ich würde über mich selber nicht sagen, dass ich eine Vereinslegende bin. Aber wir haben den Verein schon eine Zeitlang geprägt. Das würde ich mich schon getrauen zu sagen.“

Dabei war Bernd Faißt sowohl Spieler als auch Trainer und zweimal sogar beides zusammen. „Das war beides Mal wegen Trainerentlassungen aus der Not heraus und da habe ich mich sofort bereit erklärt“, erinnert sich Faißt. Als Spieler-Trainer bei seinem Heimatverein zu agieren, stellt einen dabei aber vor große Herausforderungen. Faißt weiß das nur zu gut. „Du machst dir einfach viel mehr Gedanken. Du weißt, du spielst und trainierst mit deinen Freunden. Da den Spagat zwischen Privatperson und Trainer zu schaffen, ist nicht so ganz einfach“, sagt er. Trotzdem habe es über die ganzen Jahre sehr gut funktioniert und Bernd Faißt kann sich „an schöne Zeiten“ zurückerinnern. Im Alter von 35 Jahren beendete Faißt schließlich seine Spielerkarriere und mit 37 auch seine Trainerkarriere beim SV Baiersbronn. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, war für ihn dabei gar nicht so schwer. „Wenn man ehrlich in sich rein hört, dann findet man auch den Moment, an dem man sagen kann: Jetzt reicht es dann auch mal“, erklärt Faißt.

Ganz weg vom Fußball kommt der heute 43-Jährige aber nicht und so trainiert er die Jugend der SG Murgtal. Wenn er sich aber entscheiden müsste, ob er lieber Spieler oder Trainer wäre, fiele die Wahl doch auf den Spieler – denn: „Kicken kann einfach nichts ersetzen!“

SÜDWEST PRESSE: Herr Faißt, wie verfolgen sie Ihren Heimatverein?

Bernd Faißt: Meinen Heimatverein verfolge ich im Prinzip bei jedem Heimspiel und auch einigen Auswärtsspielen. Ich habe immer noch einen guten Draht zu den Trainern und zu den Spielern, da bin ich sehr gut informiert.

Was war Ihr größter sportlicher
Erfolg?

Definitiv die Meisterschaft damals in der Kreisliga A und der sehr souveräne Aufstieg.

Wie sind Sie dem Sport heute
verbunden?

Gerade als A-Jugend-Trainer der SG Murgtal. Aktiv selbst aber sonst gar nicht mehr. Da fehlt mir einfach die Zeit, um selbst noch zu Kicken und Altherren-Fußball ist auch nicht so meins.

Was sind Ihre Schönsten sportlichen Erinnerungen an die gute, alte Zeit?

Das möchte ich gar nicht so an sportlichen Sachen festmachen. Ich finde einfach, dass ein Vereinsleben eine tolle Sache ist, weil man Freundschaften und Verbindungen für das Leben findet.

Was ist die schlimmste sportliche Erinnerung?

Das war meine große Knie-Verletzung, die ich damals hatte, weil die mich sportlich so zurückgeworfen hat. Und dann war das auch noch während meiner Ausbildung, das war zu der damaligen Zeit ziemlich katastrophal.

Wer war Ihr härtester Gegner?

Den härtesten Gegner kann ich nicht sagen. Zu meiner aktiven Zeit waren die Lokal-Kämpfe immer noch ein bisschen ernster und verbissener. Das waren immer Spiele mit einem besonderen Kick. Aber persönliche Gegner hatte ich viele gute.

Treiben Sie heute noch Sport?

Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio, gehe Joggen und fahre Fahrrad.

Was tun Sie sonst in Ihrem Leben?

Ich bin zusammen mit meiner Frau selbstständiger Physio-Therapeut und habe noch drei Kinder aus erster Ehe, mit denen ich die Freizeit verbringe. Ansonsten versuche ich natürlich meine Freundschaften, die ich über den Fußball aufgebaut habe, zu pflegen.

Wo gibt es die beste Stadionwurst?

Also unsere Stadionwurst in Baiersbronn ist natürlich überragend gut, das ist klar. Ansonsten finde ich als Leid-geprüfter Fan des 1. FC Nürnberg natürlich auch die fränkische Bratwurst im Weckle überragend.

Verfolgen Sie Sport lieber live im Fernsehen oder vor Ort auf dem Sportplatz?

Beides. Ich verfolge sehr viel Sport im Fernsehen, nicht nur Fußball. Ich gehe aber nach wie vor wahnsinnig gerne auf den Sportplatz und schaue mir Spiele an, ob das jetzt ein Jugendspiel ist oder eine aktive Mannschaft. Ich bin auch ein Fußball-Romantiker und würde mir wünschen, dass der Profi-Sport auch ein bisschen mehr Rücksicht darauf nimmt, dass Leute sonntags aus dem Haus gehen und ihren Heimatverein auf dem Sportplatz unterstützen.

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Erstellt:
20. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Juli 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 01:00 Uhr

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