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Ausstellung

Eintauchen in vergangene Zeiten

Die Präsentation von Neuem aus dem Stadtarchiv lockte gut 60 Interessierte in den Bürgersaal. Beim Blättern und Plaudern wurden Erinnerungen wach.

13.01.2017
  • Cristina Priotto

Mehrmals mussten die Organisatoren Hartmut Walter, Herwart Kopp, Paul T. Müller und Hans-Martin Schick am Donnerstag im Bürgersaal nachstuhlen. „Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen“, sagte Hauptamtsleiter Walter gestern angesichts der etwa 60 Geschichtsinteressierten, die zur Ausstellung mit neuen Unterlagen aus dem Stadtarchiv gekommen waren.

Auf 17 Tischen hatten die Archivare historische Dokumente ausgebreitet. Blättern war ausdrücklich erwünscht, und das ließen sich die vorwiegend älteren Besucher nicht zweimal sagen. „Es ist toll, wie die Leute die Sachen studieren“, sagte Kopp angesichts des Interesses erfreut.

Als Schwerpunkt hatten Paul T. Müller, Herwart Kopp und Hartmut Walter den Bereich Neckarwiesen ausgewählt. Insbesondere aus der Geschichte der Buntweberei waren sehr viele Unterlagen zusammengekommen: Bilanzen, Fotos, Alben oder Schecks, aber auch Stoffmuster mit eingewobener Rotkante, dem Markenzeichen der einstigen Buntweberei (BWS).

Besonders für die fünf anwesenden früheren BWS-Beschäftigten war dies ein Eintauchen in die Vergangenheit der 1960er-Jahre.

Auf spannende Zeitreise begeben konnten sich aber auch alle, die in den ausgelegten Ordnern von Werner Schlotter blätterten: Der Architekt hatte über viele Geschehnisse in der Neckarstadt Bilder und Zeitungsartikel gesammelt und thematisch sortiert.

Eine Ecke war der Geschichte des Hauses Vayhinger vorbehalten. „Dort haben früher auch viele Auswärtige eingekauft“, wusste einer der Besucher.

Überhaupt war der Abend reich an Anekdoten: Beim Anblick von Werbung der ehemaligen Steeb-Werke – ein „Mitbringsel“ von Unternehmer Volker Bertram, der dort lernte – erzählte Jürgen Herbst schmunzelnd: „Auf vielen Dachböden lagern noch Steeb-Fenster, weil die Beschäftigten die einfach mitnahmen“.

Hartmut Walter ließ in einem kurzweiligen Vortrag anhand zahlreicher Fotos die Entwicklung der Neckarwiesen von 1908 bis 2017 Revue passieren. Sulz wie die Bürger es heute kennen war auf den ältesten Bildern kaum wiederzuerkennen, so groß ist der Wandel, der sich dort vollzog.

Der Neckar etwa floss vor den Korrektionen ganz anders durchs Tal – und überflutete die Stadt 1939/40 erheblich. Spannend war auch die Entwicklung des Backsteinbaus vom Bau 1925 über die Erweiterung im Jahr 1942 bis zur Einweihung der Stadthalle 2010 sowie der Umgebung mit dem Bau der Brücke (2003), der Umgehung (2004) und des Tunnels (2006).

Die meisten der einstigen Gebäude im Bereich der Neckarwiesen gibt es nicht mehr: „Eigentlich ist nur die ‚Villa’ übrig“, stellte Walter fest. Über die gigantischen baulichen Ausmaße der ehemaligen Buntweberei und der früheren Steeb-Werke konnten die Besucher nur staunen – dagegen wirkte das Kipp-Werk sehr klein.

Wenige Aufnahmen konnte der Wirtschaftsförderer indes von der Bundeswehrzeit in Sulz zeigen.

Paul T. Müller appellierte daher an die Gäste, dem Archiv Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die die städtische Entwicklung dokumentieren – „sonst gingen viele Erinnerungen verloren“.

Herwart Kopp dankte den über 20 Leihgebern, die etwas zu der Ausstellung beigetragen hatten.

Nach den Vorträgen stöberten die historisch Interessierten noch lange in den Unterlagen und tauchten in Erinnerungen ein.

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13.01.2017, 01:00 Uhr

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