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Elektrische Sicherheitsprüfung

Regelmäßige Wiederholungsprüfungen der elektrischen Geräte ist Pflicht im Unternehmen!

11.11.2019

Bild: © rdnzl/stock.adobe.com

„Unfälle passieren nicht, sondern werden verursacht.“ Eine der häufigsten Ursachen besteht in schlecht gewarteten oder defekten Geräten, die Verletzungen oder Brände verursachen. Im gewerblichen Bereich schreiben Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften daher regelmäßige Überprüfungen der Gerätschaften vor.

Passieren Unfälle mit nicht fristgerecht geprüften (Elektro)Geräten, so werden Verantwortliche zur Verantwortung gezogen. Hierbei werden meist Regressansprüche der Versicherer (Berufsgenossenschaften) geltend gemacht.

Überprüfung elektrischer Arbeitsmittel

Die Grundlage für die regelmäßige Prüfung von elektrischen Geräten findet sich in der Betriebssicherheitsverordnung, die erstmals 2002 erlassen wurde. Ergänzend hierzu gelten Vorschriften der Berufsgenossenschaften. Aktuell gültig ist die DGUV Vorschrift 3, deren Vorgänger unter BGV A3 oder VBG 2 bekannt waren.

Diesen gemeinsam ist, dass sie lediglich regeln, welche Gerätschaften geprüft werden müssen. Anschließend verweisen sie auf die Normen des VDE (Verband deutscher Elektrotechniker), in denen die technische Durchführung der Prüfungen beschrieben wird. Daher wird dieser Vorgang auch als „VDE Prüfung“ bezeichnet.

Für die Prüfung von Geräten (ortsveränderlichen Betriebsmitteln) ist die Norm DIN VDE 0701-0702:2008-06 zuständig.

Weitere Normen sind die VDE 0113 für die Prüfung von Maschinen und 0100-600 bzw. 0105-100 für die Prüfung der Gebäudeinstallation .

Ablauf einer elektrischen Sicherheitsprüfung

Auf Grundlage der VDE Norm werden die einzelnen Prüfschritte abhängig von der Schutzmaßnahme durchgeführt, die ein Gerät besitzt. Hierbei wird unterschieden zwischen Erdung, Isolierung und Kleinspannung. Es ist primär nachzuweisen, dass die jeweiligen Maßnahmen, die der Hersteller zum Schutz des Benutzers getroffen hat, wirksam sind. Hierzu werden Messungen mit speziellen Prüfgeräten durchgeführt und deren Werte bewertet.

Der Ablauf folgt immer dem gleichen Schema:

- Sichtprüfung auf offensichtliche Beschädigungen oder Veränderungen

- Schutzleiter Durchgängigkeit bei Geräten mit Schutzmaßnahme Erdung

- Isolationswiderstandsprüfung

- Messung von Ableitströmen (Schutzleiterstrom und Berührungsstrom)

- ggf. Ergänzende Messungen wie Ausgangsspannung bei Netzteilen

- Bewertung der Messergebnisse und Entscheidung, ob der Prüfling weiterhin benutzt werden darf und in welchem Abstand die nächste Prüfung ansteht incl. Dokumentation

Die „Gefährdungsbeurteilung zur Prüffristenermittlung“ kann idealerweise gleichzeitig überprüft und ergänzt werden.

Verantwortlichkeiten und Zuständigkeit

Haftungstechnisch ist immer der höchste Verantwortliche in einem Unternehmen für die Organisation dieser Prüfungen zuständig. Dieses sind Geschäftsführer, Vorstände oder Vereinsvorsitzende. Da diese in der Regel nicht selbst prüfen dürfen, können Sie die Prüfung an externe Dienstleister ausschreiben oder einem qualifizierten Mitarbeiter übertragen. Hier gilt, dass ein selbsttätig arbeitender Prüfer einige Voraussetzungen mitzubringen hat: Eine befähigte Person nach TRBS 1203 ist eine Elektrofachkraft, die mindestens 1 Jahr praktische (und zeitnahe!) Prüf Erfahrung (beispielsweise im Prüfteam) hat.

Ein Hausmeister, der vor Jahren eine Elektroinstallateur Lehre durchlaufen hat, genügt in der Regel diesen Anforderungen nicht.

Einem derart qualifizierten Mitarbeiter dürfen diese Arbeiten im Rahmen einer Bestellung zur befähigten Person (in der Regel mit einer Weisungsfreistellung verbunden) übertragen werden.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Vorgesetzte komplett aus Haftungsfragen entlassen ist: Er hat nach wie vor eine Kontrollpflicht, ob der Mitarbeiter diesen Verpflichtungen angemessen nachkommt.

Fazit

Elektrogeräte-Prüfungen sind oft eine lästige Pflicht für Unternehmen, tragen aber dazu bei, Unfälle zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Eine häufige Ursache für Brände sind vielfach defekte Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Wackelkontakte in der Elektroinstallation. Regelmäßige Prüfungen tragen dazu bei, die Sicherheit zu erhöhen und unnötige Unfälle, Ausfallzeiten und Folgekosten zu minimieren.

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Erstellt:
11. November 2019, 15:35 Uhr
Aktualisiert:
11. November 2019, 15:35 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 15:35 Uhr

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