Erfindung

Elektrotransporter „TYN-e“ rollt auf deutschen Straßen

Andreas Müller, Student am Campus Horb, und Center-Leiter Joachim Hauber haben die Zulassung für das umweltfreundliche Fahrzeug bekommen.

01.12.2023

Von NC

Andreas Müller und Joachim Hauber sind stolz über die Zulassung des Elektrotransporters „TYN-e“.Bild: DHBW Campus Horb

Andreas Müller und Joachim Hauber sind stolz über die Zulassung des Elektrotransporters „TYN-e“.Bild: DHBW Campus Horb

Als wir vor zwei Jahren mit unserem dualen Partner Weber Mobility das Projekt eines Elektro-Leichttransporters ins Leben gerufen haben, waren wir noch nicht ganz sicher, ob es gelingen wird, schnell ein Fahrzeug auf den europäischen Markt anzupassen und die Zulassung zu erreichen“, berichtet Prof. Wolf Burger vom DHBW-Campus Horb. Schließlich hätten bedeutend größere Universitäten wie die TU München und die RWTH Aachen für ihre Fahrzeugentwicklung deutlich länger gebraucht.

Das als „a-Car“ an der TU München begonnene Forschungsprojekt eines elektrischen Leichttransporters gehe auf das Jahr 2014 zurück und wurde ursprünglich für Afrika entwickelt. Heute vertreibt Evum das Fahrzeug in Europa. Mit einem Preis von 37500 Euro sei der Transporter für den eigentlichen Zielmarkt in Afrika aber deutlich zu teuer. Der Streetscooter startete 2010 unter der Leitung von Prof. Achim Kampker und Prof. Günther Schuh in Aachen. 2014 wurden die ersten Muster des Streetscooters Work für die Deutsche Post montiert. „Leider musste der Hersteller vor kurzem Insolvenz anmelden“, informiert die Hochschule in Horb in einem Bericht.

„So gesehen sind wir ein Start-up in der Szene. Durch den deutschlandweit einzigartigen Studiengang KFZ-Prüftechnik ist Horb natürlich sehr gut aufgestellt“, betont Burger. „Die großen deutschen Prüforganisationen seien alle duale Partner der DHBW. Das ermögliche, in Horb auch komplexe Aufgaben umzusetzen.

Ob das Swincar-Spinnenfahrzeug, das Strandfahrzeug Moke, oder jetzt der „TYN-e“-Elektrotransporter, alle haben laut Hochschule die Prüfungen für die Straßenzulassung am Tüv-Süd-Service-Center in Freiburg durchlaufen. Unter den wachsamen Augen des Leiters Joachim Hauber könnten so Studierende des Campus Horb ihr Wissen gleich in die Praxis umsetzen.

„Der ,TYN-e‘ hat uns natürlich vor besondere Herausforderungen gestellt“, so Andreas Müller, Student im Studiengang KFZ-Prüftechnik. „Der Gesetzgeber fordert jetzt für Serienfahrzeuge eigentlich den Einbau von 9 Fahrerassistenzsystemen.“ Dabei würde das „normalerweise im Fahrer zwischen den Ohren eingebaute Assistenzsystem – kurz Hirn genannt – vollkommen reichen“, ergänzt sein Professor.

Ein Pritschenaufbau und ein Box-Aufbau wurden zunächst im Rahmen einer EU-Fahrzeug-Einzelgenehmigung von Andreas Müller für den Straßenverkehr zugelassen. Im Showroom in Schorndorf, nahe dem Geburtsort von Wilhelm Daimler, stehen die Fahrzeuge für Interessierte bereit – und jetzt natürlich auch zur Probefahrt.

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Erstellt:
01.12.2023, 18:38 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 07sec
zuletzt aktualisiert: 01.12.2023, 18:38 Uhr

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