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Weltneuheit

Endlich wieder gärtnern

Die Firma Kreidler CNC Zerspanungstechnik präsentierte im Altenpflegeheim Bischof Sproll ihre „Flex Box“, mit der auch Rollstuhlfahrer wieder ihrem Hobby nachgehen können.

31.03.2017

Von Benjamin Breitmaier

Im Altenpflegeheim Bischof Sproll können jetzt auch Rollstuhlfahrer gärtnern. Darüber freuen sich Gebäudemanager Karl-Heinz Hofmeister (links), der beratend bei der Produktentwicklung tätig war, Stiftungsdirektor Peter Silberzahn (Zweiter von links) und Gordana Briegel, Produktmanagerin von Kreidler CNC-Zerspanung (Vierte von links, stehend).Bilder: Breitmaier

Katharina Acker mag die Gartenarbeit. Die Finger wühlen in der Erde, Gedanken schweifen ab, Sonne auf dem Gesicht. „Ich habe das immer gern gemacht“, sagt die Bewohnerin des Altenpflegeheims Bischof Sproll auf dem Horber Hohenberg. Doch in den vergangenen Jahren war an das liebe Hobby nicht mehr zu denken – bis gestern.

Es ist Donnerstagmittag, die Sonne zieht gegen 14 Uhr weit oben ihre Bahn. Ungewöhnlich viele Menschen stehen im Garten des Altenpflegeheims der Katholischen Spitalstiftung. Katharina Acker sitzt mit ihrem Rollstuhl mittendrin – und pflanzt gerade einen Busch Basilikum in die frische Erde. „Frau Acker, ist das zu dicht?“, fragt Pflegerin Silke Gsell mit Blick auf die Salatsetzlinge. Das sei schon in Ordnung so, aber „eigentlich hätte ich ja lieber Blumen“, sagt Acker und lacht. Dass sie wieder ihrem Hobby nachgehen kann, dafür sorgt ein Produkt der Firma Kreidler CNC-Zerspanung. Das Unternehmen ist ansässig im Horber Industriegebiet Heiligenfeld. Als eine „Weltpremiere“ stellt Produktmanagerin Gordana Briegel den großen Kasten aus Aluminium vor. „Das gab es bisher noch nicht“, erklärt sie vor den Anwesenden – etwas Stolz funkelt in ihren Augen. Ein Geschenk der Horber Stadtverwaltung steht direkt auf dem großen Kasten aus Aluminium: Ein Hochbeet zum Gärtnern, das auch für Rollstuhlfahrer frei zugänglich ist. Es besteht aus einer rechteckigen Wanne, die mit Auslegern erweitert wird, die bequem in verschiedenen Höhen eingehängt werden können. So kann hier stehend, hochsitzend, tiefsitzend, in fast jeder Höhe gearbeitet werden. Das Konstrukt sei ideal für Menschen mit Rückenproblemen.

„Flex Box“ nennt der Hersteller Kreidler seine Innovation. In einer Mitteilung wird der kleine Garten mit einer „Kombination aus Kompost und Hochbeet-Modulen“. „Flexibel kombinierbar, geniale Funktionalität und bequeme Handhabung“, verspricht die Firma.

Der neue Kräutergarten steht

Entwickelt wurde das Produkt mit dem Pflegeheim zusammen. Beratend tätig war hier Gebäudemanager Karl-Heinz Hofmeister: „Der Gedanke war schon lange“, den Senioren so eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit zu geben. Das Gärtnern habe sogar therapeutische Wirkung, sagt auch Stiftungsdirektor Peter Silberzahn, der ebenfalls unter den Anwesenden der kleinen Feierstunde ist. „Das passt sehr gut zu uns“, erklärt er. Die Flexbox lasse außerdem Raum für Kreativität, erklärt Produktmanagerin Briegel. In einem Flyer zeigt sie Variationen. „Auch einen japanischen Ziergarten kann man darin realisieren“, sagt Briegel.

In der Flexbox des Bischof-Sproll-Altenheims pflanzten Katharina Acker und andere Bewohner Petersilie, Salat, Schnittlauch. „Das kann dann auch in die Kantine“, sagt eine Pflegerin mit Lächeln. Nach ein paar Minuten wird dann sogar Ackers Wunsch erfüllt: Eine der Pflegerinnen kommt mit ein paar leuchtend roten Blumen. Die Bewohnerin ist ganz begeistert.

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Erstellt:
31. März 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
31. März 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. März 2017, 01:00 Uhr

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