Finanzielle Unterstützung in Krisenzeiten

01.12.2020

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Hilfen für in Not geratene Unternehmen und Start-ups

Eine massive Krisensituation wie zum Beispiel die aktuelle Corona-Krise bringt nicht nur die Menschen weltweit in große Probleme, ihr bisheriges Leben, Wirtschaften und Arbeiten normal weiter zu bewältigen. Gerade auch Unternehmen sind von der verheerenden Krise durch Lockdowns und damit verbundene teilweise Umsatzrückgänge und Ausfall von Aufträgen und Verkäufen bis auf Null existentiell betroffen. Wenn es überhaupt weitergehen soll, kann das nur mit umfassenden Finanzhilfen des Staates gelingen. Aber auch die Banken sind in der Pflicht, ihre Kunden auf der Firmenseite soweit es geht zu unterstützen, damit diese nach der Krise überhaupt noch als Kunden da sind. Der Staat leistet Hilfen durch direkte Zahlungen an die Unternehmen im Sinne von Soforthilfen für Umsatzausfälle und durch das Kurzarbeitergeld, damit die Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht entlassen müssen. Weitere Hilfen müssen aber zielgenauer sein.

Kontokorrentkredit hilft kurzfristig Überleben

Gerade Unternehmen in der Krise, die weiterarbeiten und produzieren können, aber zum Beispiel Engpässe in der Liquidität zu beklagen haben, weil die Kunden und Auftraggeber derzeit nicht oder nicht schnell genug zahlen können, brauchen zielgenau schnelle Liquidität, bis das Schlimmste überstanden ist. Der Betriebsmittelkredit kann helfen. Diese Kreditform entspricht dem klassischen Dispo beim Girokonto des Privatkunden. Beim Geschäftskunden heißt er auch Kontokorrentkredit oder Geschäftskredit. Der Vorteil ist, dass der Unternehmer damit sofort Geld hat, über das er über sein Konto frei und nach seinem Bedarf im Rahmen der zugesagten Kreditlinien verfügen kann. So kann er Rohstoffe kaufen oder auch Miete und Firmenwagen weiter zahlen, bis neues Geld über Auftraggeber und Kunden durch Bezahlung von Forderungen, Vorkasse oder sonstige Geldzuflüsse vom Kunden eingeht.

Viele Vorteile bei dieser Kreditform

Betriebsmittelkredite können den Firmen sehr helfen, weil sie unter anderem günstig und flexibel sind. Zinsen müssen nur für den Betrag im Rahmen des Kontokorrentkredites gezahlt werden, der konkret in Anspruch genommen wird. Durch die Liquidität haben die Unternehmen auch Mittel, um zum Beispiel selbst Barzahlen zu können und somit Skonto und andere Zahlungsvorteile bei ihren eigenen Verbindlichkeiten in Anspruch zu nehmen. Und der Betrag ist nach einer Vereinbarung jederzeit auf dem Konto abrufbar, ohne dass erneut Gespräche und Termine mit der Bank notwendig sind.

Sicherheiten können nur begrenzt bewertet werden

In der jetzigen Krise ist der Kontokorrentkredit auf dem Geschäftskonto eine wichtige Hilfe für das tägliche Überleben. Durch diese täglich verfügbare Liquidität kann ein Unternehmen wenigstens seine elementaren Fixkosten bezahlen wie Miete und Strom, um schon nicht die Basis der Unterlehrtätigkeit zum Beispiel durch Kündigung der Betriebsstätte zu verlieren. In normalen Zeiten wird der Geschäftskredit natürlich mit ausreichenden Sicherheiten unterlegt. Maschinen und Fuhrpark oder andere Sicherheiten dienen den Banken als Absicherung für diese flexible Liquidität. In Krisenzeiten verändern sich die Maßstäbe etwas. Dient der Betriebsmittelkredit sonst vor allem zur Sicherstellung der Produktion bis zum Umsatzerlös, kann es jetzt sogar sein, dass derzeit gar nicht produziert werden kann, weil das Geschäft entweder geschlossen ist durch einen Lockdown oder die Auftraggeber nicht zahlen können oder auch ganz wegfallen. Dann muss anhand von Prognosen eingeschätzt werden, ob das Unternehmen in der Zukunft nach der Krise sich wieder erholen kann und eine plausible Zukunftsperspektive hat. Mithin liegt die Absicherung des Geschäftskredits praktisch im unternehmerischen Erfolg in den Zeiten nach der Krise, die noch gar nicht richtig abzuschätzen sind. Man will natürlich die Förderung von sogenannten „Zombie-Unternehmen“ verhindern, die vor der Krise schon pleite waren.

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Erstellt:
1. Dezember 2020, 15:10 Uhr
Aktualisiert:
1. Dezember 2020, 15:10 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Dezember 2020, 15:10 Uhr

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