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Französischer Film mit Leckerbissen
Vorm Film gibt’s Häppchen und Sekt fürs Publikum. Hinterher wird getafelt. Bild: Rippmann
Kultur

Französischer Film mit Leckerbissen

Zehn Jahre Gaumenkino: Auch die 57. Veranstaltung am Samstag in Rottenburg war wieder restlos ausverkauft.

24.04.2017
  • Fred Keicher

Jörg Becht, Chef des „Martinshofs“ holt das Plakat des ersten Daumenkinos hervor: „Hier, da steht’s. Am 28. April 2007 war die erste Vorstellung.“ Ein bisschen aufgeregt geht er zurück in die Küche und ruft seiner Küchencrew zu: „Wir haben das zehnjährige Jubiläum vergessen.“

Das haben die anderen Mitveranstalter – SCHWÄBISCHES TAGBLATT und Kino im Waldhorn – auch. Sehr schnell hat sich die Veranstaltung zum Selbstläufer entwickelt. Kaum ist sie angekündigt, ist sie schon ausverkauft. 100 Plätze stehen zur Verfügung: „Das ist die Kapazität unseres Saales“, sagt Becht, ins Kino würden 130 Zuschauer passen, sagt Kinobetreiber Elmar Bux.

Viele der Gäste sind Stammgäste

Viermal nach Weihnachten gibt es Gaumenkino und zweimal nach Ostern. Geboten wird den Gästen ein bewährtes Paket: ein Begrüßungsdrink und Snacks im Kino, dann ein aktueller Film. Anschließend geht man hinüber in den „Martinshof“ zum Dinner. „Sie brauchen nicht zu eilen“, sagte Bux den Besuchern bei der Begrüßung im Kino. „Es gibt Platz für alle.“ Als wüssten das die Besucher nicht. Denn die allermeisten sind regelmäßige Gäste.

Anfangs hat Bux Filme ausgesucht, die eng mit dem Thema Essen zu tun haben. Davon sei man abgekommen, so Becht und findet das gut. „Jetzt kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen.“ Was er am Samstag gezaubert hat, wird hier nicht verraten. Den Gästen der Wiederholung am Donnerstag soll die Überraschung nicht genommen werden. Nur so viel: Als Bux vorm Film die Speisefolge ankündigte, gab es beim Punkt „Nachspeise“ laute Jauchzer.

„Ein Dorf sieht schwarz“ – der Publikumsliebling der Französischen Filmtage 2016 – ist eine leichte Komödie über ein schwieriges Thema, die Integration. Sie spielt nördlich von Paris, wo der Front National seine Hochburgen hat. Wenn’s dort regnet, schüttet es. Die Einwohner sprechen einen Schti-artigen Dialekt, und der neue Arzt und seine Familie haben in ihren Augen einen Fehler: Sie sind schwarz. Der Regisseur hat die Handlung ins Jahr 1975 zurückverlegt, der Film ist aber hochaktuell. Und weil die gegenwärtig Politik so verfahren ist, zeigt die Komödie den richtigen Weg.

„Unsere Freunde aus Stuttgart sind heute leider verhindert“, sagt Ursula Gyüros, die mit ihrem Mann Bernd gekommen ist. Das Gaumenkino ist zu einem Anlass geworden, zu dem man mit Freunden geht. Gyüros weiß noch den ersten Film: „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Seit fünf oder sechs Jahren kommen Helga und Richard Germann. Helga Germann weiß noch, dass sie damals „Slum Dog Millionär“ verpasst haben.

Aus dem elsässischen Reichshoffen ist Guy Mann zu Besuch in Rottenburg. Er ist begeistert vom Film: „Genauso war es damals in der Dorfbar“, sagt er, damals, als er ein junger Bursche war. In seiner Bar gab es noch eine Jukebox: Fünf Titel für einen Franc. Begeistert ist Mann auch über die Autos im Film. Er kennt sie alle noch, den Simca 1000, den Peugot 404 und den Citroën 3CV Kombi. Dem fallen im Film anfangs die Kotflügel weg und werden später in schönen Pastellfarben ergänzt.

Das 58. Gaumenkino läuft am kommenden Donnerstag. Es ist längst ausverkauft.

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24.04.2017, 01:00 Uhr

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