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Leichtathletik

Im Winter an der Technik feilen

Der 6. Platz bei der Europameisterschaft in Berlin soll für Elena Burkard nur der Anfang sein. Die 26-Jährige richtet den Fokus bereits auf die neue Saison, in der sich die Läuferin noch mehr auf die 3000-Meter-Hindernis-Strecke spezialisieren möchte.

18.08.2018

Von Maik Wilke

Noch springt Elena Burkard gerade zu Beginn eines Laufs zu hoch über die Hindernisse. Dadurch verliert sie Kraft und Zeit. Dennoch zeigen die Erfolge wie der sechste Platz bei der Europameisterschaft in Berlin vor einer Woche, dass der Wechsel auf diese Strecke richtig war. Im Winter wird sie nun akribisch an der Technik arbeiten. Bild: Ulmer

Das Abenteuer Leichtathletik-Europameisterschaft hätte beinahe ein frühes Ende genommen: Im Vorlauf über 3000-Meter-Hindernis stolperte Elena Burkard in der vorletzten Runde an einem Hindernis, die 26-Jährige strauchelte, konnte sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. „Im ersten Moment dachte ich an meine arme, mitfiebernde Mutter und daran, dass mir der Trainer den Kopf abreißt“, sagt Burkard. Dank einer couragierten Leistung kam die 26-Jährige als Vierte ihres Vorlaufs über die Ziellinie, was gerade noch den direkten Einzug ins Finale bedeutete.

Dort erreichte die Läuferin der LG Farbtex Nordschwarzwald mit 9:29,76 Minuten eine neue persönlichen Bestleistung und einen starken sechsten Platz (wir berichteten). Eine Woche nach der ersten Europameisterschaft für die in Tübingen studierende Burkard, richtet sich der Fokus bereits auf die kommende Saison: „Im Winter werden mein Trainer Jörg Müller und ich viel an den Abläufen arbeiten und auch neue Elemente in der Hürdenkoordination angehen. Bisher haben wir uns da eher auf die Basics fokussiert.“

Die Technik ist die Schwachstelle Burkards, die erst vor einem halben Jahr von der 5000-Meter-Strecke flach auf die Hürden umgestiegen ist. „Oft springe ich zu hoch über die Hindernisse, was mich Energie und Zeit kostet. Bei der Landung sind die Kontrahentinnen schon einen Schritt weiter, den ich dann wieder zulaufen muss“, erklärte die gebürtige Baiersbronnerin schon vor der EM im Interview mit der SÜDWEST PRESSE. In Berlin war davon allerdings wenig zu sehen, die Umsteigerin lief gerade im Finale ein hervorragendes Rennen. „Mit solch einer guten Platzierung hatte ich im Vorfeld nicht gerechnet“, sagt Burkard selbst zu ihrem Erfolg. Sie sei nun „schon heiß auf die kommende Saison und hoch motiviert“.

Der Plan beim EM-Lauf in Berlin, so lange wie möglich mit der Spitzengruppe mitzugehen, funktionierte bis etwa 800 Meter vor Schluss – dann musste Burkard abreißen lassen. „Es war klar, dass es schwer wird mitzuhalten, wenn vorne die Post abgeht. Ich habe dann einfach versucht, mein Tempo zu laufen“, sagt die 26-Jährige. Geholfen hat ihr dabei sicher das Publikum, die 40 000 Zuschauer im Olympiastadion feuerten die deutschen Läuferinnen Burkard und DLV-Teamkollegin Gesa Felicitas Krause, die ihren EM-Titel verteidigte, lautstark nach vorne. „Das war richtig klasse, in so einem Hexenkessel bin ich noch nie gelaufen“, sagt Burkard. „Ich bin zwar schon bei der Diamond League in Paris gestartet, aber das in Berlin war nochmal ein anderes Niveau.“

Emotionale Momente live erlebt

Für die Chemie-Masterstudentin, die fünf Jahre in Amerika verbracht hat, war ihr eigenes Rennen nicht das einzige Erlebnis, das in Erinnerung bleiben wird: „Das Diskus-Finale der Herren habe ich live im Stadion verfolgen können. Der Abschied von Robert Harting war natürlich unglaublich emotional“, erzählt Burkard.

Es dürften nicht die letzten große Momente sein, die Elena Burkard auf der Leichtathletik-Bühne erleben wird. Die ehrgeizige Läuferin hat noch viel Potenzial, der Schritt auf die 3000-Meter-Hindernis-Strecke zu wechseln, war der richtige, betont Burkard: „Bei großen Events werde ich mich voll auf diese Strecke konzentrieren.“

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Erstellt:
18. August 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
18. August 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. August 2018, 01:00 Uhr

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