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Streik am Tübinger Universitätsklinikum
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Streik der Pflegekräfte am Tübinger Universitätsklinikum.

© Video: Kolb 03:45 min

Klinikstreikaufruf: Notversorgung oder Einigung?

In den Tarifstreit am Tübinger Uniklinikum kam am Dienstagabend noch Bewegung

Donnerstag und Freitag wird am Tübinger Uniklinikum gestreikt – wenn der Verhandlungsversuch am Mittwochmorgen scheitert.

20.03.2018

Von ust

In der fünften Verhandlungsrunde zwischen dem Arbeitgeberverband der Uniklinika in Baden-Württemberg und der Gewerkschaft Verdi am 23. Februar hatte es zwar Bewegung auf beiden Seiten gegeben, aber eine akzeptable Lösung ist für Verdi dabei noch nicht herausgekommen. Deshalb rief die Gewerkschaft schon vor einigen Tagen zu einem zweitägigen Warnstreik auf. Am Dienstag kurz vor 17 Uhr bekräftigte Verdi der Presse gegenüber diese Streikabsicht und teilte mit, dass am Tübinger Uniklinikum (UKT) am Donnerstag und Freitag „zwei Stationen komplett und auf sechs Stationen insgesamt sechzig Betten geschlossen“ sein werden. Auch in Freiburg und Heidelberg werden die Beschäftigten der Uniklinika an beiden Tagen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Diese Ankündigung des Streiks könnte sich im Verlauf des Mittwochvormittags jedoch schon wieder erledigt haben. Am späten Dienstagnachmittag kam Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband der Uniklinika (AGU) und der Gewerkschaft. In welcher Weise eine Einigung zwischen den Tarifpartnern in Sicht ist, darüber schweigen sich die beiden Seiten bisher noch aus. Denn zunächst gelte es die im kleinen Kreis verhandelten Angebote intern, auf Gewerkschafts- wie auf AGU-Seite zu diskutieren. Personalrat Johannes Graf, Teilnehmer des Gesprächs, das in Stuttgart stattfand, hält es für „nicht auszuschließen, dass wir uns einigen“. Und auch die Arbeitgeberseite nannte die Gespräche am Ende des Tages „konstruktiv“ und eine „gute Grundlage für eine Verständigung“, so teilte auch Gabriele Sonntag vom AGU-Vorstand und Kaufmännische Direktorin des Tübinger Uniklinikums mit.

Wie verschiedentlich berichtet, geht es den Beschäftigten im Tarifstreit vor allem um eine Entlastung im Klinikalltag. Sie fordern festgeschriebene Regelbesetzungen, um dem Pflegenotstand auf den Stationen zu begegnen. Die personelle Mindestausstattung soll zugleich tariflich fixiert werden. Das bisherige Arbeitgeber-Angebot der Festschreibung von 10 bis 20 Pflegebereichen wurde von Verdi nur als „Status quo“ kritisiert.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein „Konsequenzenmanagement“. Die Arbeitgeber sollen sich tariflich auf Notfallpläne verpflichten.

Falls es zum Streik kommt, werden nur Akutfälle versorgt, aufschiebbare Operationen und Therapien verlegt. Und wenn nicht: Ob und wie die Verlegungen dann rückgängig gemacht werden, war am Dienstag nicht zu erfahren.

Update (Mittwoch, 14 Uhr): Laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi ist eine Einigung im Tarifstreit in Sicht. Die Streiks wurden vorerst abgesagt.

Michael Bamberg zum Pflege-Tarifkonflikt
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Prof. Dr. Michael Bamberg, ärztlicher Direktor des Tübinger Uni-Klinikums, zum Pflege-Tarifkonflikt.

© Video: Schweizer 06:57 min

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Erstellt:
20. März 2018, 20:05 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2018, 20:05 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2018, 20:05 Uhr

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