Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Jedes Haupt wächst zweifach nach
Aus der Ausstellung „Fragmentierte Bilder“ im Schloss Hohentübingen
Schatz des Monats

Jedes Haupt wächst zweifach nach

Das Campana-Relief „Herakles kämpft gegen die Hydra von Lerna“ im Tübinger Universitätsmuseum

10.01.2017
  • Philipp Baas

Das stark restaurierte Campana-Relief zeigt den Heros Herakles im Kampf mit der Hydra von Lerna, eine seiner 12 kanonischen Taten. Das vielköpfige Schlangenungeheuer stellte eine besondere Herausforderung dar, weil jedes abgeschlagene Haupt zweifach nachwuchs. So gelang es Herakles auch nur unterstützt durch seinen Neffen Iolaos, die Hydra zu besiegen. Aufgrund der fremden Hilfe galt die Aufgabe laut der Mythologie auch nicht als erfüllt, da Herakles seine Taten alleine vollbringen musste.

Das Tonrelief zeigt den Beginn des Kampfes, als Herakles noch versuchte, die einzelnen Köpfe mit Schlägen seiner Keule zu zerquetschen. Der Held ist an seinen Attributen, dem Löwenfell, dem Kö-cher mit Pfeilen und der Keule leicht zu identifizieren. Er hat einen der neun Köpfe des Monsters gepackt und stemmt sein Knie gegen den geschuppten Schlangenleib der Hydra. Dieses 75 cm hohe und 57 cm breite Tonrelief gehört zu einer Gattung von Architektur-Terrakotten, die als Verkleidung von Holzelementen in Dachkonstruktionen dienten. Sie sind benannt nach ihrem ersten Sammler, dem Marchese Giampietro Campana (18081880). Die Tonreliefs, die in dieser Form ab der Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus auftauchen, bedienen sich einer facettenreichen Bildwelt. So gibt es mythologische Motive, die Heroen wie Herakles oder Perseus zeigen oder die Welt des Gottes Dionysos behandeln, aber auch Darstellungen aus der Lebenswelt wie Circus-Spiele oder Schlachtenbilder. Noch bis zum 19. Februar ist die Sonderausstellung „Fragmentierte Bilder – Die Campana-Reliefs“ des Instituts für Klassische Archäologie Tübingen im Schloss Hohentübingen zu sehen.

Philipp Baas/Bild: Unimuseum

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

10.01.2017, 01:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball