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Initiative

Kampf geht im Fernsehen weiter

Die Online-Petition der Witwen für eine Erhöhung des Rentenfreibetrags endete mit 2600 Unterschriften. Die „Landesschau“ berichtete über die Frauen.

01.02.2018

Von Cristina Priotto

Gisela Schwalber schilderte in der „Landesschau Baden-Württemberg“ im SWR-Fernsehen finanzielle Probleme vieler Witfrauen. Bilder: Priotto

Seit fast drei Jahren ist Gisela Schwalber verwitwet, und schon fast genauso lange kämpft die Sulzerin für eine Anpassung des Freibetrags an die Hinterbliebenenrente für berufstätige Witwen. Mit etwa 50 anderen betroffenen Frauen initiierte die Mutter zweier erwachsener Kinder eine Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, später folgten eine Unterschriftensammlung und eine Online-Petition auf „Open-Petition.de“. 110000 Unterzeichner innerhalb eines Jahres wären notwendig gewesen, damit das Ansinnen Aussicht auf Behandlung im Bundestag hat – doch das Anliegen fand bis Fristende am 25. Januar lediglich 2600 Befürworter.

Durch die häufige Berichterstattung wurde auch das SWR-Fernsehen auf „die kämpferischen Witwen aus Sulz“ aufmerksam – und kam am 20. Januar zu einem Dreh in die Neckarstadt. Dreieinhalb Stunden filmte das FernsehTeam – übrig blieben knapp zweieinhalb Minuten Sendematerial.

Der Beitrag, der am 24. Januar in der „Landesschau“ gesendet wurde, zeigt in der ersten Einstellung zunächst vier Betroffene beim Spaziergang am Neckarfußweg auf der Breite. Die Szene wird mit dem gesprochenen Satz „Die Witwen aus Sulz – sie sind wütend“ unterlegt. „Sie haben sich zusammengetan und kämpfen dafür, dass sie mehr verdienen können, ohne dass es auf ihre Witwenrente angerechnet wird“, fasst Sprecherin Stephanie Uhlig die Forderung nach Erhöhung des Freibetrags für berufstätige Witwen von 800 auf 1300 Euro im Monat zusammen. Denn liegen die Einkünfte der Frauen darüber, wird die Witwenrente gekürzt.

Zu Wort kommt in der Sendung unter anderem Angelika Haas: Die Witfrau aus Dornhan bringt die Ungerechtigkeit auf den Punkt: „Bleibt man daheim, hat man soviel wie wenn man arbeiten geht“.

Marlies Kipp, Altenpflegerin aus Sulz, betont: „Für meine Psyche wäre es wirklich gut zu arbeiten, und ich mache den Beruf wirklich gerne – aber wir werden ja bestraft und dürfen ja nicht“.

Gisela Schwalber, die zu Beginn der Sendung zitiert wird, gesteht im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE, vor dem ersten Fernseh-Auftritt „furchtbar aufgeregt“ gewesen zu sein – und dies, obwohl die Aufnahmen teils im eigenen Wohnzimmer stattfanden.

Verbessert hat sich die Situation für die betroffenen Frauen durch die Sendung zwar noch nicht, „aber ich bekomme seither viele Anrufe von Witwen“, erzählt die Sulzer Initiatorin von der Resonanz auf die Medienpräsenz.

Die 2600 Unterschriften der Online-Petition hat Schwalber an den Petitionsausschuss des Bundestags nach Berlin geschickt. „Sie haben geantwortet, dass mehrere Petitionen zu diesem Thema vorlägen und wir abwarten müssten“, erzählt Gisela Schwalber.

Für die Petentin und ihre Mitstreiterinnen kommt nur Weitermachen in Frage: „Wir dürfen nicht aufgeben und müssen dranbleiben“, gibt sich die zweifache Mutter kämpferisch – obwohl die betroffenen Frauen wissen, dass es Jahre dauern kann, bis der Bundestag sich um sie kümmert.

Die nächsten Schritte für die Witwen stehen daher schon fest: „Wir versuchen, einen Termin bei Volker Kauder zu kriegen und nach Berlin zu fahren“, kündigt Schwalber an. Der Auftritt im Südwest-Fernsehen hat die Betroffenen beflügelt – womöglich sind die Sulzerinnen als nächstes bei „Stern-TV“ zu sehen.

„Bleibt man daheim, hat man soviel wie wenn man arbeiten geht“, beschreibt Angelika Haas aus Dornhan die schlechte Lage vieler Witwen.

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Erstellt:
1. Februar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2018, 01:00 Uhr

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