Energie

Keine Entspannung beim Strompreis

2022 sinkt zwar die EEG-Umlage deutlich. Das bringt aber kaum Entlastung.

16.10.2021

Von Dieter Keller

Berlin. Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms sinkt 2022 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Trotzdem müssen Privatverbraucher und Industrie mit unverändert hohen Strompreisen rechnen, weil gleichzeitig die Stromerzeugung und der Transport in den Netzen teurer werden. Daher werden die Rufe lauter, die EEG-Umlage ganz abzuschaffen.

Am 1. Januar 2022 sinkt die EEG-Umlage auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 2,78 Cent weniger als derzeit. Das hat zwei Hauptgründe: Der Bund zahlt einen Zuschuss von 3,25 Milliarden Euro, der aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Wärmebereich finanziert wird. Hinzu kommt der derzeit hohe Preis für die Strombeschaffung, der den Ausgleichsbedarf geringer ausfallen lässt.

Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), muss die EEG-Umlage schon Anfang 2023 ganz abgeschafft werden und nicht erst zwei Jahre später, wie dies die meisten Parteien im Wahlkampf versprochen hatten. Dies wäre ein „deutliches Zeichen der Entlastung“ für untere Einkommen, sagte Altmaier. Dafür wären im nächsten Jahr über 16 Milliarden Euro zusätzlich vom Bund nötig. In ihrem Sondierungspapier nehmen sich SPD, Grüne und FDP allerdings nur vor, die Finanzierung der EEG-Umlage über den Strompreis „so schnell wie möglich“ zu beenden. Wann und wie sie das bezahlen wollen, bleibt offen.

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Erstellt:
16. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Oktober 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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