Tübingen · Weihnachtsspendenaktion

Für Kinder und einen therapeutischen Garten: Das TAGBLATT sammelt

Das TAGBLATT sammelt in diesem Jahr für Kinder und Jugendliche und für einen therapeutischen Garten.

28.11.2021

Von Lisa Maria Sporrer

Zeichnung: Sepp Buchegger

Ängste, depressive Symptome, zu wenig Bewegung und zu viel Bildschirmzeit: Die Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben viele Kinder und Jugendliche belastet, psychisch belastet. „Spannungen in Familien haben zugenommen und viele Kinder und Jugendliche fühlten sich mit ihren Sorgen und Nöten alleingelassen“, sagt Petra Sartingen von Tima, der Tübinger Initiative für Mädchenarbeit mit ihren Fachstellen für Essstörungen und Gewaltprävention.

Die Anfragen zu Essstörungen hätten stark zugenommen. Auch die Anfragen bezogen auf sexualisierte Gewalt und Übergriffe würden steigen, sagt Sartingen. „Es erreichen uns außerdem mehr Anfragen nach Präventionseinheiten in Schule und Jugendhilfe“, sagt sie. Es gebe eindeutig einen erhöhten Beratungs- und Unterstützungsbedarf für Mädchen und Jungen in Folge der Pandemie. Da müsse schnell gehandelt werden.

Der Aufbau einer Fachberatungsstelle zu sexualisierter Gewalt, den Tima gemeinsam mit den Pfunzkerlen, der Fachstelle Jungen- und Männerarbeit, im kommenden Jahr eröffnen will, wird vom Landkreis Tübingen und auch von der Aktion Mensch finanziell unterstützt. Um die Angebote in der Beratung und im Bereich der Prävention auszuweiten, braucht es aber größere und gut erreichbare Räumlichkeiten. Gefunden sind sie schon. Aber für die Ausstattung fehlt noch Geld.

Aber nicht allein dafür benötigt der Verein die Hilfe der TAGBLATT-Leserinnen und Leser: Auch die Beratungs- und Gruppenangebote für Eltern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen, sollen jetzt – in der Pandemie – möglichst bald ausgeweitet werden. Außerdem sind Workshops als Präventionsprojekte geplant, zum Schutz vor sexuellen Übergriffen, die über digitale Medien ausgeübt und angebahnt werden. Rund 45 000 Euro benötigt Tima für die Ausstattung der Räume, die neuen Beratungsangebote und die Präventionsprojekte. „Wenn mehr Spenden zusammenkommen, freuen wir uns sehr, denn das bedeutet, dass unsere Präventionsangebote und die Elternarbeit länger abgesichert sind“, sagt Sartingen.

TAGBLATT-Verlegerin Elisabeth Frate liegen Projekte zugunsten von Kindern immer sehr am Herzen. Sie hofft, dass nach der außerordentlich erfolgreichen Sammlung des vergangenen Weihnachtsspendenprojekts auch in diesem Jahr das benötigte Geld zusammenkommt. „Beide Projekte sind sehr sinnvoll“, sagt sie, „ich würde mich freuen, wenn die Leserinnen und Leser das auch so sehen.“

Das zweite Projekt, das auf Spenden angewiesen ist, wird vom Verein für Sozialpsychiatrie (VSP) durchgeführt. Der VSP bewirtschaftete viele Jahre eine kleine Gärtnerei am Neckar in der Gartenstraße. Dort hatten Menschen mit psychischen Erkrankungen einen wunderbaren Ort, Tagesstruktur und eine Aufgabe, um psychische Stabilisierung zu finden.

Durch die geplante Neckarrenaturierung musste die Gärtnerei in diesem Jahr umziehen. Es wurde auch ein schönes neues Grundstück im Ammertal, in der Tübinger Weststadt, gefunden, das im Sommer auch schon fleißig beackert und bepflanzt wurde. „Die Arbeit in der Natur, bei Wind und Wetter, den Prozess des Säens, Pflegens und Erntens aktiv mitzugestalten, ist stabilisierend. Das erleben die meisten Menschen als heilsam“, sagt Kerstin Weiß vom VSP, Bereichsleiterin Tagesstruktur.

Das neue Grundstück ist größer, bis zu 21 Menschen könnten dort wohl bald einen Arbeitsplatz im geschützen Rahmen finden – deutlich mehr als in der Gartenstraße. Bisher aber hapert es noch an den Investitionskosten. Der Umzug war teuer, es muss noch Strom und Wasser verlegt werden, eine Bewässerungsanlage muss angeschafft werden – das alles kostet Geld. Die Gesamtkosten belaufen sich aktuell auf rund 400 000 Euro. Die Stadt, der Landkreis und das Regierungspräsidium Tübingen bezuschussen das Projekt mit 90 000 Euro. Auch die Aktion Mensch fördert den Neuaufbau der Gärtnerei. Den größten Anteil der Kosten aber muss der VSP über Eigenmittel und Spenden aufbringen.

Das Wichtigste sei nun erstmal ein Gebäude, das den Menschen, die dort arbeiten, auch in den kalten Monaten Schutz bietet, mit Arbeits- und Pausenräumen, einem Kühlraum für das angebaute Gemüse, einer Teeküche und nicht zuletzt Sanitäranlagen. Die Baugnehmigung ist bereits eingereicht. Jetzt fehlt nur noch das nötige Geld, um mit dem Bau des Gebäudes loslegen zu können. Und dabei hoffen Kerstin Weiß und VSP-Geschäftsführerin Barbara Wolf auf Spenden aus der Weihnachtsspendenaktion des TAGBLATTs.

Von heute an können Sie spenden

Spenden können Sie auch in diesem Jahr wieder auf das TAGBLATT-Konto bei der Kreissparkasse Tübingen (IBAN: DE94 6415 0020 0000 1711 11). Bitte vermerken Sie, wenn Sie eine Spendenquittung benötigen, und fügen in diesem Fall Ihre vollständige Adresse hinzu. Bei Beträgen bis 300 Euro akzeptiert das Finanzamt einen Kontoauszug. Wollen Sie ein bestimmtes Projekt unterstützen (Projekt 1 „Tima“ oder Projekt 2 „Gärtnerei“), bitten wir ebenfalls um einen entsprechenden Vermerk. Wegen der Datenschutzgrundverordnung werden die Namen der Spenderinnen und Spender in der Zeitung nicht mehr veröffentlicht. Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten (Vorname, Nachname, Adresse, Kontodaten, Spendenbetrag) ausschließlich zum Zweck der Durchführung der Spendenaktion und wegen möglicher Nachfragen zu Spendenquittungen (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO) für maximal sechs Monate. Gemäß Art. 13 DSGVO sind wir verpflichtet darauf hinzuweisen, dass wir Name, Adresse und Spendenbetrag der Leser und Leserinnen, die eine Spendenbescheinigung wünschen, an die begünstigten Organisationen übermitteln.

Jahrelang hat das TAGBLATT die Namen der Spender und ihre Spendensummen veröffentlicht. Das ist nun mit der neuen Datenschutzgrundverordnung nicht mehr so einfach. Aber immer noch möglich. Gerne würden wir wieder Spendernamen abdrucken, dafür brauchen wir aber Ihre Hilfe: Wer seinen Namen samt gespendeter Summe in der Zeitung lesen will, muss im Verwendungszweck der Überweisung ausdrücklich mit „Veröffentlichung: Ja“ zustimmen. Wenn Sie Ihren Namen nicht veröffentlicht haben möchten, brauchen Sie nichts zu tun. Wenn nicht „Veröffentlichung: Ja“ in der Überweisung steht, wird auch kein Name veröffentlicht.

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Erstellt:
28. November 2021, 17:27 Uhr
Aktualisiert:
28. November 2021, 17:27 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. November 2021, 17:27 Uhr

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