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Klares Ja für Vollsortimenter
Bisher ist die Fläche noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Doch hier soll bald ein Einkaufsmarkt entstehen.Archivbild: Bernhard
Einkaufsmarkt

Klares Ja für Vollsortimenter

Der geplante Lebensmittelmarkt in Eutingen sollte möglichst ein Vollsortimenter sein. Das beschloss der Bezirksbeirat am Montag.

16.11.2016
  • Dunja Bernhard

Bei Bezirksbeiratssitzungen bleiben die Zuschauerreihen gewöhnlich leer. Unbehelligt von den Einwohnern diskutieren die Räte über die Zukunft Eutingens und legen mit ihrer Empfehlung den Grundstein für Entscheidungen im Gemeinderat. Am Montag waren immerhin sechs Eutinger Bürger gekommen: Ein untrügliches Zeichen, dass ein Thema mit Konfliktpotenzial auf der Tagesordnung stand. Doch die Dispute blieben aus. Nennenswerte Zuhörerzahlen waren zuletzt bei der Diskussion um die Ansiedlung eines Terminals für Kombinierten Verkehr im vorigen Jahr gesichtet worden.

Während sich bei dem logistischen Großprojekt jedoch die Bevölkerung in die zwei Lager der Befürworter und Gegner spaltete, dürfte wohl kaum ein Eutinger die Ansiedlung eines Nahversorgers ablehnen. Seitdem der Landmarkt Schmollinger Ende 2013 seine Türen endgültig geschlossen hat, fahren Eutinger für den Großeinkauf nach Ergenzingen, Bondorf, Horb oder Nagold. Dieser Kaufkraftabfluss von über 75 Prozent soll mit einem Verbrauchermarkt, angesiedelt an der B14 in Richtung Ergenzingen, gestoppt werden.

Während die Verwaltung für den zunächst angedachten, innerörtlichen Standort an der Marktstraße keinen Investor begeistern konnte, buhlen nun zwei Firmen um die Gunst der Entscheidungsträger: Norma und Edeka. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Interessenten sind die Betriebskonzepte. Norma bietet als Discounter preisgünstige Waren an, hat rund 5000 verschiedene Artikel in den Regalen und eine kleinere Verkaufsfläche. Womit sich auch der Flächenverbrauch reduziert.

Edeka bietet als Vollsortimenter über 10000 Produkte an, integriert in den Verkaufsraum sind Bäcker- und Metzgerfilialen und durch den besseren Service werden mehr Arbeitsplätze geschaffen. Allerdings braucht so ein Angebot auch mehr Quadratmeter. 1400 sollten es schon sein.

In Eutingen gilt es nicht nur die unterschiedlichen Konzepte gegeneinander abzuwägen. Die Firma Norma hat in Eutingen ein Vertriebslager und ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde.

Keine einfache Entscheidung, sagte Bürgermeister Armin Jöchle. Eine Abwägung zwischen „örtliche Firma unterstützen“ und „Was bringt die Einwohnerschaft insgesamt weiter“. Die Ludwigsburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) empfiehlt in einem von der Verwaltung beauftragten Gutachten einen Vollsortimenter. Mit ihm könnte Eutingen sich von den umliegenden Gemeinden wie Ergenzingen oder Hochdorf, in denen es nur Discounter gibt, abheben. Außerdem entfielen Einkaufsfahrten zu Vollsortimentern der Umgebung. Ein Discounter kann nicht den kompletten Bedarf abdecken.

Jöchle und Räte berichteten übereinstimmend, dass sich 80 Prozent ihrer Gesprächspartner zum Thema Lebensmittelmarkt für einen Vollsortimenter ausgesprochen hätten.

Das Allgemeinwohl müsse über das Einzelinteresse gestellt werden, sagte Sebastian Lazar. Winfried Seele sprach sich dafür aus, langfristig zu denken. „Ein Vollsortimenter ist eine große Chance, mehr Kaufkraft nach Eutingen zu holen.“ Durch die Lage an der B14 ist mit einem sogenannten Mitnahmeeffekt zu rechnen. Rund 10000 Fahrzeuge fahren täglich durch Eutingen und somit an dem geplanten Einkaufsmarkt vorbei.

Abstimmung über Fläche steht aus

Die Entscheidung am Montag fiel einstimmig für einen Vollsortimenter. Wobei der Beschluss das Wort „möglichst“ enthält. Denn noch sind nicht alle Voraussetzungen geschaffen. Im Flächennutzungsplan ist der vorgesehene Standort des Verbrauchermarkts noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Diese muss in ein Sondergebiet umgewandelt werden. Regionalverband und Regierungspräsidium haben der Ansiedlung eines Marktes in Eutingen zwar grundsätzlich zugestimmt. Die Abstimmung über die zulässige Verkaufsfläche steht jedoch noch aus. Und dann wäre da noch der Verkaufspreis des Grundstücks. „Wir haben da so unsere Vorstellungen“, sagte Jöchle.

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16.11.2016, 01:00 Uhr

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