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Westerntreffen

Mächtig viel los in „Deadwood“

Die Fans strömten in großen Scharen aus dem gesamten Süden nach Talheim und trotzten sogar dem Wetter. Über 80 „Tell“-Schützen waren im Großeinsatz.

02.10.2017

Von Willy Bernhardt

Im „Saloon No. 10“ wurde gefeiert, getrunken und erzählt – oft bis spät in die Nacht.Bilder: Wagner

Das vom Schützenverein „Tell“ aus dem unteren Talheim erst vor zwei Jahren aus der Taufe gehobene „Westerntreffen“ lockt immer mehr Gleichgesinnte an und darf bereits jetzt als neue traditionelle Veranstaltung verbucht werden. Aus dem gesamten deutschen Süden waren fast 150 sogenannte „Hobbyisten“ angereist und ließen von Donnerstagabend bis zum gestrigen Sonntag die Zeit der US-amerikanischen Bürgerkriege wieder aufleben. Und wie.

Es spricht sich in der Szene herum, dass sich da bei den „Tell“-Schützen etwas Außergewöhnliches tut, und vornehmlich natürlich in der Szene Gleichgesinnter, unter denen sich auch viele aktive Schützen von andernorts befinden. Was sie jetzt schon zum dritten Mal in Folge jeweils Anfang Oktober nach Talheim zieht, fasst „Sergeant“ Roland Eichelberg aus Gaildort so zusammen, derweil er seinen Vorderlader Kaliber 60 („leichte Artillerie“) gerade reinigt und dann stopft: „Wir sind regelmäßig in Walldürn und Kühls-heim auf Westerntreffen und inzwischen auch sehr gerne in Talheim.“ Der Mann und seine „CS-Artillerie“ wissen um die großzügigen räumlichen Möglichkeiten, die sie auf dem „Tell“-Areal vorfinden, vor allem was das Schießen selbst mit verschiedensten Waffen und Kalibern angeht. „Es ist einfach perfekt hier und wirklich sagenhaft“, sagt der „Sergeant“ und unterstreicht dieses Bekenntnis mit der Feststellung, „dass ich im nächsten Jahr auch noch Mitglied beim Schützenverein ‚Tell‘ in Talheim werde“.

Worte, die dessen Chef Rainer Woske gefallen dürften, zumal es vor zwei Jahren schon ein gewisses Wagnis war, alte Schützen-Pfade zu verlassen und neue Wege zu finden und zu gehen. Eine Rechnung, die bis dato mehr als aufging. So konnte Woske zum Beispiel dieses Jahr erstmals die sogenannte „Muuhh-Truppe“ begrüßen, eine lockere Vereinigung von hartgesottenen Westernfans, in die man nicht so leicht hinein kommt und bei der man sich – ähnlich wie bei manchen Motorradgruppen – zunächst einmal als „Prospect“ ein Jahr lang bewähren muss. Und auch den „Muuhh“-Jungs gefiel es in ihrem eigenen Camp prächtig. Kein Wunder, dass Woske zufrieden war, denn bereits am Freitagabend ging im „Saloon No. 10“, den Schützenfreund Thomas Berger bravourös mit drei weiteren Helfer schmiss, das Bier aus und es musste nachgeordert werden. Erst um vier Uhr in der Frühe des nächsten Morgens verließen die letzten Fans den „Saloon No. 10“.

Dort hatte es sich als überaus vorteilhaft ausgewirkt, dass die „Tell“-Schützen den Außenbereich großzügig in Richtung Tal vergrößert und gleichzeitig eine Treppenverbindung zum darunter liegenden Lager der Kavalleristen eingebracht haben, so dass das Gesamtareal noch enger miteinander verbunden war und damit die Kommunikationsmöglichkeiten großzügig erweitert wurden. Weil sich dies schon jetzt so bewährt hat, planen Woske und die

Seinen fürs kommende Jahr auch im Bereich um den „Saloon No. 10“ das Speisenangebot zu erweitern. Der Schützen-Chef freut sich auch sichtlich darüber, dass die Rechnung seines Vereins aufgegangen ist, nun ein Großkaliberschießen auf einer 25-Meter-Bahn anbieten zu können, was noch immer in der gesamten Szene eher Seltenheitswert genießt, die Schützenfreunde aber überaus zu schätzen wüssten. Besonders gefreut hat Woske aber auch, dass sich neben seinem „harten Kern“ während der zurückliegenden Festtage 80 „Tell“-Mitglieder aktiv in die nötigen Service- und sonstigen Arbeiten mit eingebracht haben, was für den Zusammenhalt und die Kameradschaft in den eigenen Schützen-Reihen spräche. Zudem seien auch die Standbeschicker trotz des zwischenzeitlichen Schnürlregens mit der Veranstaltung zufrieden gewesen.

Und was diese insgesamt betrifft, so lagen die Talheimer auch in diesem Jahr mit ihrem ausgewählten Programm goldrichtig. Schon der Auftakt am Freitag mit dem „Zwetschgendübel-Schießen“ für Frauen war ein echter Renner und abends, als es dann Live-Musik mit der Westernszene-Kultband „Dapper Dan“ gab, war das Festzelt rappelvoll, wenngleich die erwartungsvollen Fans bis zum tatsächlichen Beginn etwas warten mussten. Deren Banjo-Spieler hatte nämlich das Talheim bei Heilbronn mit jenem auf Gemarkung Horb verwechselt.

Gottesdienst soll erweitert werden

Am Sonntagmorgen war dann der von Reverend und Schützenvereinsmitglied Thomas Berger geleitete Gottesdienst gleichfalls sehr gut besucht, wobei vor allem die Gitarren- und Gesangsauftritte von Diakonin Ricky Vallon, unter anderem bereichert mit Welt-Klassikern wie „I want back down“ von Tom Petty und den „Country Roads“ von John Denver, durch ihre glasklare Stimmung eine ganz besonders individuelle und bezaubernde Note bekamen. Thomas Berger betonte gegenüber der SÜDWEST PRESSE, dass gerade dieser Gottesdienst in Zukunft noch erweitert werden könnte, auch hinsichtlich einer ökumenischen Ausrichtung.

Über die Mittagszeit wartete dann im Festzelt „San Anton“ aus Österreich mit Klassikern aus der Country- und Westernmusik auf, während parallel dazu das „Greenhorn“-Schießen auf der modernen „Tell“-Anlage anberaumt war. Und als echter Renner erwiesen sich die von der „Tell“-Küche angebotenen „Tomahawk“-Steaks. Ohne Knochen brachten sie 800 Gramm auf den Teller, mit Knochen 1400 Gramm. Aus dem mit Spannung erwarteten „Zwetschgendübel-Schießen“, an dem sich 14 schießbegeisterte Frauen beteiligten, ging Tanja Luger als Beste hervor. In den drei anderen (und Männer-)Disziplinen siegten Andy Traub, Norbert Berger und Bartholomäus Mager.

Das Westerntreffen in Talheim lockte wieder Westernfans aus dem gesamten Süden Deutschlands an.

„Feuer!“ – Das dritte Westerntreffen war nichts für Schreckhafte.

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Erstellt:
2. Oktober 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Oktober 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2017, 01:00 Uhr

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