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Elektromobilität - Mobilität mit Hindernissen

Das Ziel der Bundesregierung, die Elektromobilität voranzubringen, stockt. Ursprünglich sollten bereits 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein. Das Ziel wird deutlich verfehlt, also wurde es kurzerhand auf 2022 verschoben. Doch wie realistisch ist das?

10.04.2019

Von Manuel Müller

Bild: Pixabay

Um es zu erreichen, müssten sowohl Bundesregierung als auch Autohersteller die Sache motivierter angehen. Dabei hat die Bundesregierung die Elektromobilität ja schon großzügig definiert. Dazu zählen nämlich sowohl reine Elektroautos als auch Plug-in-Hybridmotoren. Trotz finanziellem Anreiz, rollten 2018 erst 143.000 Elektroautos über deutsche Straßen. Bis zur gewünschten Million klafft daher noch eine große Lücke.

Größtes Kaufhindernis: der Preis
Elektro-Autos sind derzeit in der Anschaffung noch zu teuer. Rund 10.000 Euro mehr berappt der Umweltbewusste für ein strombetriebenes Fahrzeug. Dazu braucht er eine private Ladestation. Staatlich gefördert wird die Anschaffung eines reinen E-Autos mit 4.000 Euro, eines Plug-in-Hybriden mit 3.000 Euro. Kleine Hindernisse wurden noch eingebaut: Das Wunschauto muss auf der Liste der förderfähigen E-Autos stehen und darf den Netto-Listenpreis 60.000 Euro nicht übersteigen. Aber selbst einen Kaufpreis unter 60.000 Euro schüttelt der Normalverdiener nicht so einfach aus dem Ärmel. Ohne Finanzierung geht in der Regel nichts. Ist ein Schnäppchen verfügbar, gilt es, zügig zu handeln. Dafür bietet sich ein Schnellkredit an. Das ist heute online kein Problem mehr. Einfach einen Kreditvergleich starten mit Kaufpreis und gewünschter Laufzeit, schon wirft es die besten Angebote aus. Selbst die das Nobel E-Auto Tesla, beispielsweise Modell 3 oder der BMW i3 mit oder ohne Range Extender wären so finanzierbar. Wer den Platz hat und eine private Ladestation einrichten kann, erhält Fördermittel von der Kfw-Bank, einzelnen Bundesländern und Kommunen. Auch Energieunternehmen zahlen Zuschüsse.

Zweitgrößtes Kaufhindernis: Ladeinfrastruktur
Die Problematik der Ladeinfrastruktur hängt mit der Reichweite der E-Autos zusammen. Viele Interessierte hält das bisherige löchrige Netz der Ladestationen vom Kauf ab. Die Angst, eine längere Strecke zu fahren und plötzlich ohne Strom dazustehen, steckt in den Köpfen. In den Großstädten entwickelt es sich das Netz schon ganz gut. Da reichen die vorhandenen Ladestationen für die wenigen E-Autos. Sollten allerdings bis 2022 deutlich mehr Autos dazukommen, muss das Netz engmaschiger werden. Es reicht allerdings auch nicht aus, nur in Deutschland genügend Ladestationen zu haben. Eine Urlaubsfahrt ins EU-Ausland darf nicht zu einem Hindernislauf werden. Für die Autohersteller bedeutet dies, dass sie an der Reichweite der Autos arbeiten müssen. Wenn sie vergleichbar zu den Verbrennungsmotoren ist, wird es interessant.

Künftige Entwicklung
Der teuerste Posten am Elektroauto ist die Batterie. Sollte es den Elektroautobauern gelingen, die Marktpreise für E-Autobatterien zu senken, wird das Auto preislich attraktiv. Liegen vor allem die E-Kleinwagen unter 20.000 Euro, werden die Absatzzahlen deutlich steigen. Denn zusätzlich zum geringeren Kaufpreis profitiert der Käufer von weiteren Vorteilen des Elektrofahrzeugs. Da ist der geringe Verbrauch, praktisch keine Wartungskosten und steuerliche Vorteile. Für ein E-Auto fallen beispielsweise keine Kfz-Steuern an – und das zehn Jahre lang. Das gilt übrigens nicht für Plug-in-Hybridfahrzeuge. Soll das Ziel der Bundesregierung bis 2022 realisiert werden, hilft nur ein Umdenken. Wenn sich die deutschen Autofahrer grundsätzlich vorstellen können, ein E-Auto zu fahren, lässt sich eine flächendeckende Elektromobilität umsetzen. Sobald mehr Elektrofahrzeuge unterwegs sind, wird es auch mehr Ladestationen geben. Für den E-Auto-Fahrer gibt es einen positiven Nebeneffekt: Er tut etwas für die Umwelt.

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Erstellt:
10. April 2019, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. April 2019, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 12:00 Uhr

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