Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Das Mittwochs-Interview

„Müssen Tempovorteile besser nutzen“

Die jungen Handballerinnen der SG Freudenstadt/Baiersbronn stehen auf einem gesicherten Mittelfeldplatz der Landesliga. Doch das ambitionierte Team passe sich laut Trainer Ludwig Sättler zu häufig dem spielerischen Niveau der Gegnerinnen an.

23.01.2019

Von Maik Wilke

Vertrauen in die Jugend: Die 18-jährige Jana Klisch nimmt bei der SG Freudenstadt/Baiersbronn bereits eine zentrale Rolle ein. Privatbild

SÜDWEST PRESSE: Herr Sättler, Ihre Mannschaft belegt nach der Hinrunde den siebten Rang und steht damit im Mittelfeld der Tabelle. Können Sie und Ihr Trainerkollege Kevin Bauer mit dieser Platzierung zufrieden sein?

Ludwig Sättler: Das können wir durchaus. Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit mehreren Frauen, die parallel noch in der A-Jugend spielen. Die Spielerinnen ziehen alle gut im Training mit, daher sind wir auf jeden Fall zufrieden.

Dennoch hat es Ihr Team in mehreren Spielen verpasst, die Torchancen konsequenter zu nutzen. Liegt das an der fehlenden Erfahrung?

Zum Teil mit Sicherheit. Ab und zu fehlt dann in den entscheidenden Phasen der kühle Kopf. Aber das kann man auch kaum trainieren, sondern kommt eben mit steigender Spielerfahrung. Das merkt man schon daran, dass es bei uns in engen Partien besser läuft, wenn auch erfahrenere Spielerinnen auf dem Platz stehen. Dann sind die jungen nicht ganz auf sich gestellt. In diese Führungsrollen werden aber einige bald hineinwachsen – wir haben da schon Spielerinnen Mitte Zwanzig, die künftig diese Leader-Position ausfüllen werden.

Weil die älteren bald aufhören?

Das ist auch ein Grund. Schon jetzt ist nämlich klar, dass drei Spielerinnen, die über 28 Jahre alt sind, nach dieser Saison aufhören werden. Da bricht natürlich einiges an Qualität weg, weil diese Handballerinnen sogar in der Südbadenliga aktiv waren.

Wie wird der Verein diese Abgänge kompensieren?

Vor allem mit jungen Spielerinnen aus der eigenen Jugend. Es kommen wieder mehrere aus der A-Jugend raus, wobei man da auch nie genau wissen kann, was die jungen Frauen nach dem Abitur vorhaben und ob es sie aus der Heimat wegzieht. Daher werden wir im Verein intern nächste Woche Gespräche führen.

Ihre Mannschaft hat die meisten Siege zuhause geholt. Warum klappt es mit Heimvorteil so viel besser als auswärts?

Das liegt zum einen an der guten Unterstützung durch die Zuschauer, zum anderen haben wir eine Torhüterin, die samstags länger im Geschäft arbeiten muss. Für lange Auswärtsfahrten wie beispielsweise nach Schutterwald reicht es ihr zeitlich daher nicht immer. Bei Heimspielen ist sie dabei und eine gute Stärkung. Ein weiterer wichtiger Faktor ist aber auch, dass wir in den Hallen in Freudenstadt und Baiersbronn kein Harz verwenden dürfen. Für die Gegnerinnen, die es einfach gewohnt sind, diese Haftmittel in den Ligaspielen zu verwenden, ist das eine große Umstellung, mit der sie erst einmal zurecht kommen müssen.

Und Ihr Team hat damit kein Problem?

Doch, auch für uns war es am Anfang eine Umstellung. Aber mit der Zeit haben wir uns damit immer besser zurecht gefunden.

Sie haben in der Hinrunde selbst nach Siegen bemängelt, dass sich Ihr Team oft dem Niveau des Gegners anpasst. Wie zeigt sich das?

Da kommen viele Fahrlässigkeiten wie einfache Ballverluste ins Spiel, zudem spielen wir nicht so schnell hintenraus, wie wir es wollen. Also passen wir uns auch dem Tempo der Gegnerinnen an, obwohl wir mit unseren jungen Spielerinnen eigentlich einen Vorteil aus der Geschwindigkeit ziehen sollten. Zuletzt hat man das auch gegen die HSG Murg gesehen, als wir uns in der ersten Hälfte sehr schwer getan haben und bis zur Halbzeit sogar hinten lagen.

Apropos Murg: Das Rückspiel wird am 2. Februar ausgetragen. Wie wollen Sie da agieren, um den Sieg vom Dezember gegen den Lokalrivalen zu wiederholen?

Da müssen wir von Beginn an konsequenter sein – und zwar in der Defensive als auch im Angriff. Die Chancenverwertung muss da deutlich nach oben gehen.

Mit dem Abstieg wird Ihre Mannschaft nichts zu tun haben, nach vorne geht aber wohl auch nur noch wenig. Wie lautet die Zielsetzung bei der SG für die Rückrunde?

Mein Trainerkollege Kevin Bauer und ich haben da ausgegeben, mindestens gleich viele Punkte wie im Vorjahr zu holen. Wenn das erreicht ist, kann man weiterschauen. Aber ob wir das schaffen, kommt auch darauf an, wie viele Mannschaften in den Rückspielen mit Verstärkung aus deren ersten Teams auflaufen.

Wie ist generell die Aufgabenteilung als Trainer-Duo?

Kevin macht immer das Training am Mittwoch und ich am Freitag, wobei ich auch versuche, am Mittwochabend dazuzukommen. Bei den Spielen ist es für Kevin oft schwierig, weil er auch die Damen-Mannschaft der SG Kappelwindeck/Steinbach trainiert, die in der 3. Bundesliga spielen. Wenn wir zeitgleich Spiele haben, geht diese Mannschaft bei ihm natürlich vor. Da haben wir Verständnis.

Wird das Trainer-Duo Sättler/Bauer auch in der kommenden Saison die SG-Damen coachen?

Nein, Kevin wird nach der Saison aufhören. Und ich brauche auf jeden Fall einen Kollegen an der Seite, weil ich ja auch noch in unserer zweiten Herrenmannschaft spiele. Die Damen allein zu trainieren, ist daher zeitlich nicht möglich.

Ludwig Sättler

Zur Person:

Ludwig Sättler ist 33 Jahre alt und trainiert seit dieser Runde die Damen-Mannschaft der SG Freudenstadt/Baiersbronn. Davor war Sättler als Trainer bei diversen Jugendmannschaften des Vereins aktiv, selbst spielt der Handballer bei den Herren der SG.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Januar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Januar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Aus diesem Ressort