Übergriffe

Nein ist Nein – auch in der Fasnet

Auch im närrischen Treiben gelten Grenzen im menschlichen Miteinander. Daran erinnert die Frauenhilfe Freudenstadt.

09.02.2024

Von NC

Alkohol enthemmt bekanntermaßen – ist aber weder Grund noch Anlass noch Ausrede für Übergriffigkeiten, auch nicht zur Fasnet. Bild: Manuel Fuchs

Alkohol enthemmt bekanntermaßen – ist aber weder Grund noch Anlass noch Ausrede für Übergriffigkeiten, auch nicht zur Fasnet. Bild: Manuel Fuchs

„Die närrischen Tage sind zweifellos eine Gelegenheit, andere Menschen kennenzulernen und sich bei Tanz, Musik und fröhlichem Treiben auch näherzukommen. Viele Beziehungen fanden an einer Fasnacht ihren Anfang“ – so beginnt die Frauenhilfe Freudenstadt eine Pressemitteilung und schließt unmittelbar die Fragen an: „Was, wenn jemand seine Grenzen nicht mehr kennt? Wenn er meint, der oder die andere möchte auch, was er oder sie jetzt will?“ Alkohol lasse die Wahrnehmung oft verschwimmen. Meist sei dann nur noch entscheidend, was man selber will.

Nein ist Nein!

Der Grundsatz „Nein ist Nein!“ gelte auch an der Fasnet. „Solltet ihr mehr, als euch lieb ist, bedrängt werden, so wendet euch an einen Mitarbeitenden des Veranstalters, solange das noch möglich ist. Wenn das nicht mehr geht, schreit um Hilfe“, rät die Frauenhilfe.

Alle Besucherinnen und Besucher sind aufgerufen, in solchen Fällen Unterstützung anzubieten, weitere Menschen dazuzuholen, wenn jemand um Hilfe schreit. „Hört nicht weg! Denkt nicht, das geht euch nichts an! Zeigt Zivilcourage!“

Spurensicherung in der Klinik

Im Fall einer sexuellen Straftat sei schnelle Hilfe besonders wichtig. Das Krankenhaus Freudenstadt bietet diese Hilfe. Darüber hinaus gibt es an der Klinik eine verfahrensunabhängige Spurensicherung. Häufig gebe es keine Zeuginnen oder Zeugen solcher Straftaten. Deshalb sei es wichtig, alle Tatspuren zu sichern – DNA, eventuelle K.o.-Tropfen und vieles mehr. So könne ein Täter auch später noch belangt werden.

Anzeige auch später möglich

Solche Spuren werden am Kreiskrankenhaus Freudenstadt von geschulten Ärztinnen und Ärzten der Gewaltambulanz Heidelberg/Stuttgart erhoben und anonym gespeichert. Damit kann die oder der Betroffene auch nach einer gewissen Zeit noch Anzeige erstatten. Alle Mitarbeitenden unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und beraten auf Wunsch anonym. Die Beratung ist kostenlos.

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Erstellt:
09.02.2024, 14:24 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 53sec
zuletzt aktualisiert: 09.02.2024, 14:24 Uhr

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