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Demografie

Ofterdingen zwischen 0 und 90

Jugendhilfeplaner Jochen Althaus referierte im Ofterdinger Gemeinderat.

11.11.2016
  • jon

„Wir haben vieles recht gemacht, aber die Aufgaben bleiben,“ stellte Bürgermeister Joseph Reichert nach einem Vortrag zum demografischen Wandel in Ofterdingen fest. Jochen Althaus, seit elf Jahren Jugendhilfeplaner beim Landkreis Tübingen, informierte den Gemeinderat nicht nur über Bevölkerungsentwicklung, sondern auch über den Stand der Jugendhilfe, seit im September die „Beratungsoffensive“ startete.

Sieben Prozent mehr Ofterdinger

Der Landkreis Tübingen, einer der kleinsten im Land, leiste sich hohe Ausgaben im Jugendbereich, etwa für ambulante Hilfen. Dazu kommt die hohe Betreuungsquote für die unter Dreijährigen. Die „Beratungsoffensive“ soll die Jugendhilfe im Landkreis besser erreichbar machen. Auch in Mössingen gibt es ein „Jugend- und Familienberatungszentrum“, das „regen Zuspruch“ finde. Gemeinderat Jürgen Adam (FWV) lobte, dass nun im Steinlachtal eine eigene Anlaufstelle für die Jugendhilfe zur Verfügung stehe. Der Begriff „demografischer Wandel“ soll, so Althaus, alle Phänomene einer sich dynamisch ändernden Bevölkerung darstellen, die Zu- und Abnahme der Bevölkerungszahlen und Veränderungen in der Alterszusammensetzung.

Der Landkreis Tübingen konnte 40 Prozent mehr Einwohner im Zeitraum zwischen 1970 und 2010 verzeichnen. Die Zahl der Kinder ging in diesem Jahr nur um etwa 10 Prozent zurück. Der Landkreis ist allerdings auch stärker von Alterung betroffen als die meisten anderen Landkreise. Die Zahl der über 65-jährigen wird nirgendwo im Land so stark zunehmen wie hier.

In Ofterdingen gab es bei den Kinderzahlen erst leichte Rückgänge und dann in den letzten Jahren wieder deutliche Zunahmen. Der Ort, liest der Planer aus seinen Zahlen, habe in den vergangenen Jahren „eine bemerkenswert konstante Entwicklung“ genommen. Die Gesamteinwohnerzahl ist um sieben Prozent gestiegen, die Zahl der Haushalte mit Kindern gleich geblieben, ebenso wie die Zahl der Kinder. Die Zahl der Alleinerziehenden ist, wie in der übrigen Gesellschaft auch, gestiegen.

Weniger potentielle Eltern

Auch die „Geldverdiener“ haben zugenommen, die Menschen von 15 bis 65. Die Zahl der Menschen über 75 hat sich erhöht, aber geringer als im Landkreis. Aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes geht hervor, dass die Zahl der Kinder abnehmen wird, doch ergibt sich daraus kein Grund zur Beunruhigung, auch wenn die Zahl der über 65–jährigen weiter steigen und die leicht sinkende Zahl der Kinder bald deutlich übertreffen wird. Der Grund: die Abnahme der Zahl potenzieller Eltern und Mütter.

Althaus lobte die Gemeinde, sie habe in den vergangenen Jahren eine „sehr positive Entwicklung“ durchlaufen, durchaus eine Seltenheit in Deutschland. Sie habe bisher weder einen Rückgang der Kinderzahlen noch eine sehr starke Alterung oder einen Einwohnerrückgang erlebt, wozu sicher die günstige Verkehrslage, die Infrastruktur und die Ausbauflächen beitrügen. Die Zahl der über 90-jährigen, die häufig pflegebedürftig würden, werde rasch ansteigen, prophezeit Althaus. Auf diese Veränderungen sollte Ofterdingen sich einstellen. Ruth Blaum (SPD) forderte deshalb, das Augenmerk auf die Älteren zu richten, und brachte auch den Wunsch nach Tagespflege ins Spiel.

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11.11.2016, 01:00 Uhr

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