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Vierschanzentournee

Olymp der Skispringer

Seit Sven Hannawald hat keiner mehr den Grand Slam geschafft. Dabei ist der Favoritenkreis in diesem Jahr besonders groß.

28.12.2016
  • VON MANUELA HARANT

Ulm. Der erfolgreiche Teil der Skisprung-Karriere des Sven Hannawald währte nur allzu kurz. Und doch gilt der Hinterzartener als einer der größten Flugkünstler aller Zeiten. Sein Grand Slam, der ihm vor 15 Jahren bei der Vierschanzentournee gelang, ist bis heute unerreicht. Nie gelang es danach einem weiteren Athleten, alle vier Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen zu gewinnen. Nicht umsonst gilt die Tournee aufgrund ihrer besonderen Faktoren als Olymp der Skispringer. Und auch in diesem Jahr sprechen viele Gründe dafür, dass Hannawalds Rekord bestehen bleibt.

1. Verschiedene Schanzenprofile

Die Charakteristika der Schanzen sind so unterschiedlich wie Tiroler und Oberbayern, Allgäuer und Salzburger. Während der Schanzentisch der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen eher flach und lang ist, prägt die Bergisel-Schanze in Innsbruck ein kurzer steiler Tisch.

Allerdings sind die Unterschiede durch die immer strenger werdende Schanzen-Normierung des Ski-Weltverbandes Fis heutzutage längst nicht mehr so groß wie noch vor 20 Jahren. Nicht zufällig holte Hannawald den Grand Slam ausgerechnet 2001/2002, als erstmals auf der umgebauten Bergisel-Schanze gesprungen wurde. In den Jahren 2003 und 2008 wurden auch die Schattenbergschanze in Oberstdorf und die Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen an die Normen der Fis angepasst.

Neigung und Länge der vier Schanzentische variieren jetzt noch um maximal 0,5 Grad beziehungsweise 40 Zentimeter. Die Neigung der Anläufe ist in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck mit 35 Grad identisch. Einzig Bischofshofen tanzt hier mit nur 27 Grad aus der Reihe.

2. Der Termindruck

Vier Springen in neun Tagen, dazu die Qualifikationswettkämpfe, und zwischendurch müssen noch die Übernachtungsplätze gewechselt werden – die Vierschanzentournee bedeutet für die Springer auch jede Menge Terminstress, der so manchem Neuling schwer zu schaffen gemacht hat.

Entsprechend spannend wird es deshalb zu sehen sein, wie der 17-jährige Slowene Domen Prevc, der vergangene Saison noch im Schatten seines Bruders Peter sprang, mit der ungewöhnlichen Belastung umgeht. Aufgrund der fehlenden Tournee-Erfahrung ist der Weltcup-Führende nicht unbedingt der Topfavorit auf den Gesamtsieg.

3. Der Modus

Nicht zuletzt hat die Regel, dass der erste Durchgang im K.o.-Modus entschieden wird, schon so manchem Favoriten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anders als im Weltcup gibt es bei der Tournee im ersten Durchgang 25 direkte Duelle. Da neben den jeweiligen Siegern auch die fünf besten Verlierer (Lucky Loser) weiterkommen, pokern die Favoriten oftmals und lassen die Qualifikation am Vortag aus. Gelingt dann im ersten Durchgang kein guter Sprung, kann aus dem „glücklichen“ schnell ein „trauriger“ Verlierer werden.

4. Die ausgeglichene Weltelite

Während sich vergangene Saison der prognostizierte Zweikampf zwischen DSV-Adler Severin Freund und dem Slowenen Peter Prevc bewahrheitet hat, haben die bisherigen Weltcup-Springen gezeigt, dass diesmal mehr als eine Handvoll Athleten das Zeug dazu haben, um den Gesamtsieg mitzuspringen. Das Feld der Titelkandidaten ist so groß wie lange nicht.

Neben dem vierfachen Weltcup-Sieger Domen Prevc gelten Daniel Andre Tande (Norwegen), der Pole Kamil Stoch sowie die beiden Österreicher Stefan Kraft und Michael Hayböck als heiße Kandidaten. Sie alle standen in dieser Saison schon auf dem Podest. Vorjahressieger Peter Prevc und der Deutsche Severin Freund könnten mit ihrer Erfahrung punkten. Und dann gibt es da noch Geheimfavoriten wie den Oberbayer Markus Eisenbichler. Dass einer von ihnen jedoch alle vier Springen dominiert, gilt als unwahrscheinlich.

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28.12.2016, 06:00 Uhr

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